Nutzt das letzte Drittel der Nacht

Am 30. April 2019 hielt Imam Chamenei eine Rede über den heiligen Monat Ramadan. In einem Teil der Rede ging er auf das letzte Drittel der Nacht ein. Es folgt die sinngemäße Übersetzung der englischen Originalübersetzung des entsprechenden Auszuges.


Liebe Freunde, der Monat Ramadhan ist eine sehr gute Gelegenheit. Er ist eine sehr gute Gelegenheit. Er ist eine Gelegenheit, Werbung zu machen für islamische Werte, aufzuklären, den Menschen nahezukommen, den Armen zu helfen und vor allem Gott zu dienen, zu fasten, am Tisch der göttlichen Barmherzigkeit und des göttlichen Festmahls Platz zu nehmen. Dieses wohlbekannte Festmahl besteht darin, dass ihr fastet, Nafilah [empfohlene Gebete] verrichtet und tägliche Gebete sprecht.

Natürlich gibt es viele Handlungen und Verpflichtungen im Monat Ramadhan. Beachten Sie, dass in (dem Buch) Iqbal – von Sayyid ibn Tawus – so viele Handlungen, Verpflichtungen und verschiedene Gebete für jede Nacht erwähnt werden. Einige von uns sind in dieser Hinsicht wirklich nachlässig, da wir uns der Bedeutung dieser Handlungen nicht bewusst sind – an dieser Stelle möchte ich das jetzt jedoch nicht weiter ausführen. Es gibt jedoch bestimmte Mindestanforderungen und verpflichtende Vorgaben, die eingehalten werden sollten.

Jeder wacht zum Sahar – letztes Drittel der Nacht, unmittelbar vor der Morgendämmerung – des Monats Ramadhan auf. Diese Sahars sollte jedoch nicht verpasst werden, denn sie sind eine sehr gute Gelegenheit. Ich habe schon oft gesagt, dass wir, wenn wir die Sahars nicht nutzen, in dieser lauten, einnehmenden und überwältigenden Welt keine Zeit haben werden, um allein zu sein, um uns mit uns selbst, mit unserem Herzen und mit unserem Gott zu beschäftigen. Es wird wirklich keine Zeit bleiben. Wir sind in dieser Zeit wirklich mit uns selbst beschäftigt. Von diesen 24 Stunden verbringen wir einige Stunden mit Schlafen, und wenn wir gerade nicht schlafen, so haben wir verschiedene andere Aufgaben und Beschäftigungen. Jeder Mensch hat bestimmte Beschäftigungen und Pflichten.

Heutzutage gibt es keine freie Zeit mehr, im Gegensatz zu früher. Das ist natürlich kein Mangel der heutigen Zeit, sondern eben eines ihrer Merkmale. Schließlich gibt es heute verschiedene Ablenkungen und Instrumente, und das Leben ist mechanisch geworden. Heute gibt es einige Phänomene, die es früher nicht gab. Es gibt also viele Beschäftigungen. Wir haben tagsüber keine freie Zeit mehr.

Natürlich gibt es Menschen, die Gott immer nahe sind und ständig Gottesgedenken [dhikr] praktizieren: wenn sie an verschiedene Orte gehen, wenn sie ein Geschäft abschließen, wenn sie technische Arbeiten verrichten und wenn sie mit dem Computer arbeiten. 

الَّذِينَ هُمْ عَلَىٰ صَلَاتِهِمْ دَائِمُونَ

„Diejenigen, die in ihrem Gebet beharrlich sind“ [Heiliger Quran, 70:23]. Es gibt Menschen, die ständig tägliche Gebet verrichten. Wir können nicht so sein wie sie, und wir sind meilenweit von ihnen entfernt, aber es gibt auf jeden Fall solche Menschen.

Die einzige Gelegenheit, die wir haben, sind die Sahars. Wenn wir die Sahars verpassen, bleibt uns keine Zeit mehr. [An dieser Stelle rief ein Geistlicher aus dem Publikum: „Verehrter Herr, wenn Sie Ihren Schülern gleich auch eine Iftar-Mahlzeit geben, wird das sehr gesegnet sein, so Gott will.” Und der Imam antwortet scherzhaft, indem er ein Gedicht von Sa’adi rezitiert: „Wo stehen wir und du in diesem Meer der Reflexion?”] Ich hoffe, dass Gott euch alle bewahren wird, so Gott will.

Mögen Gottes Grüße, Gnade und Segen mit Euch sein.