Imam Chamenei über Ayatullah Sayyid Hadi Milani

Am 25. Dezember 2025 hielt Imam Chamenei, bei einem Treffen mit den Organisatoren des Kongresses zur Ehrung von Ayatollah Sayyid Hadi Milani, eine Rede. Es folgt die sinngemäße Übersetzung der Rede aus dem persischen Original. Obwohl es für alle hier veröffentlichten Texte gilt, wird darauf verwiesen, dass die Übersetzung zu Dokumentationszwecken ohne jegliche Kommentierung erfolgt und die dargestellte Meinung nicht mit der Meinung der Herausgeber übereinstimmen muss.


Im Namen Allahs, des Gnädigen, des Begnadenden

Und aller Dank ist Allahs, des Herrn der Welten, und die Segenswünsche seien mit Muhammad und seiner reinen Familie, insbesondere mit dem Verbliebenen Allahs auf Erden (Baqiyyatullah, Imam Mahdi).

Herzlich willkommen, verehrte Herren und ich danke zutiefst den verehrten Herren, Herrn Marvi und den anderen Herren, die die Initiative zur Durchführung der Ehrung für den dahingeschiedenen Herrn Milani, Gott habe Wohlgefallen an ihm, ergriffen haben. Obwohl er 20 Jahre lang in Maschhad mit wissenschaftlicher Arbeit, sozialer Arbeit, politischer Arbeit und jeder Art von Tätigkeit beschäftigt war, waren nach seinem Ableben in Maschhad wenige Hinweise auf seine Ehrung wahrnehmbar. Wenn ich gelegentlich mit Angelegenheiten Maschhads zu tun hatte, sah ich dies. Nun, er war eine Zeit lang eine zentrale Persönlichkeit in Maschhad, das heißt, er galt als ein Gipfel der Hawza (theologische Hochschule), doch nach seinem Ableben wurde seiner und seines Namens weniger gedacht. Auch sein jüngerer Sohn, der begnadete (Ehrenformel für Verstorbene) Herr Sayyid Mohammad Ali, war weniger zu sehen, und wir hatten ihn bei Zusammenkünften und dergleichen seltener getroffen. Offenbar ist auch er begnadet, richtig? [Der Gelehrte zur rechten des Imams bestätigt: „Ja“] Daher ist diese Versammlung, die ihr gebildet habt, gut, damit über ihn geforscht wird, Arbeit geleistet wird und seine Werke wiederbelebt werden. Ich habe mir einige Punkte notiert, die ich in Bezug auf ihn vortragen werde.

Erstens hatte seine Persönlichkeit verschiedene Dimensionen, über die man aus jeder Richtung, aus jedem Aspekt, einige Sätze sagen kann: Eine Dimension war seine persönliche Seite, seine Persönlichkeit sowie seine moralischen Eigenschaften und seine Eigenschaften im Verhalten. Eine weitere Dimension ist sein Wissen, über die man sprechen und über seine wissenschaftliche Stellung diskutieren kann. Eine weitere Dimension ist seine (spirituelle) Wanderung – freilich hatten wir zu seinen Lebzeiten darauf keine Aufmerksamkeit und keine Kenntnis. Später habe ich erfahren, dass er auf dem Gebiet der Wanderung, der Spiritualität und Ähnlichem tätig war und ein Mensch des Denkens, der Askese, der Kontemplation und dergleichen war. Das konnte man zu seinen Lebzeiten nicht verstehen. Auch dies ist eine Dimension. Und eine weitere Dimension ist seine soziale und politische Seite. Über ihn kann man aus all diesen Blickwinkeln sprechen, und ich werde zu jedem davon ein paar Worte sagen.

In jenem ersten Punkt, das heißt seiner individuellen Persönlichkeit und seiner individuellen Wanderung, war er wahrlich ein herausragender Mensch. Erstens bewegte er sich, sprach er und handelte er mit großer Würde und Besonnenheit und zugleich war er äußerst bescheiden. Er war sowohl bescheiden als auch besonnen und würdevoll, und man nahm bei ihm eine geistige Ruhe wahr. Selbst in harten Situationen, die auftraten, hatte man das Gefühl, dass er diese Ruhe besaß.

Treue und Wertschätzung der Freundschaft der Freunde: Er schenkte seinen Freunden Aufmerksamkeit. Er war mit unserem Vater (Ayatullah Sayyid Jawad Chamenei) in Tabriz Schulkamerad. Er ist in Nadschaf geboren, und sein Vater war der Schwiegersohn des begnadeten Scheich Mohammad Hasan Mamqani, des bekannten Kommentators der Makasib und jener hervorragenden Persönlichkeit und großem Vorbild der Nachahmung seiner Zeit, der offenbar im Jahr 1321 [1942/43] oder 1322 [1943/44] begnadet ist. Daher ist er in Nadschaf geboren. Allerdings kam sein Vater nach Tabriz und blieb ein oder zwei Jahre in Tabriz, danach kehrte er wieder nach Nadschaf zurück. In diesen ein oder zwei Jahren waren dieser Sohn, der die Schule besuchte, mit unserem begnadeten Vater und einem weiteren Gelehrten aus Tabriz, dem begnadeten Sayyid Ebrahim Darvazehi – dessen Sohn Sayyid Mehdi Darvazehi in Teheran war, vielleicht kennen einige der Herren ihn – diese drei waren Schulkameraden. Herr Milani hatte angesichts dieses Hintergrunds eine besondere Beziehung zu unserem begnadeten Vater. Er stand mehrfach früh am Morgen auf, kam und war vielleicht sogar zum Frühstück da. Einmal kam auch der begnadete Sayyid Ebrahim Darvazehi nach Maschhad, und alle drei versammelten sich gemeinsam im Haus unseres begnadeten Vaters. Er war treu, er pflegte alte Freundschaften und erhielt sie aufrecht.

Er war sehr angenehm im Umgang. Das heißt, wenn man mit ihm zusammensaß, war die Runde eine angenehme, und er besaß eine geschmackliche Feinheit, eine poetische Feinheit. Ich habe in einigen Schriften, in manchen Büchern, von denen ich meine, dass sie mit ihm eigentlich keinen direkten Zusammenhang hatten, gesehen, dass er auch Gedichte verfasst hat. Natürlich schrieb er auch arabische Dichtung. Er war ein Mensch der Poesie, des Feingefühls und solcher Dinge. Das heißt, er vereinte eine Gesamtheit der Eigenschaften einer herausragenden und ausgezeichneten Persönlichkeit. Nebenbei sei darauf hingewiesen, dass er der Enkel von Scheich Mohammad Hasan Mamqani und der Schwiegersohn des Mamqani, des Verfassers von Ridschal, ist. Er war also der Schwiegersohn des begnadeten Scheich Abdullah Mamqani. Im Unterricht erwähnte er bisweilen seinen Onkel mütterlicherseits und sagte, der begnadete Onkel – in dieser Ausdrucksweise – habe in seinem Ridschal-Buch dies und jenes gesagt. Kurz, er ist in einer Familie des Wissens aufgewachsen.

Der begnadete Ayatollah Milani, Gottes Wohlgefallen sei mit ihm, war in wissenschaftlicher Hinsicht zweifellos zu seiner Zeit eine herausragende wissenschaftliche Persönlichkeit, er war ein großer Gelehrter. Den hauptsächlichen wissenschaftlichen Nutzen zog er vom begnadeten Herrn Naini und vom begnadeten Scheich Mohammad Hossein Esfahani, die er folgendermaßen bezeichnete: Mirza-ye Ostad und Hadsch Scheich Ostad. In dieser Ausdrucksweise erwähnte er sie im Unterricht, doch seine juristisch-methodische Denkweise stand dem begnadeten Herrn Naini näher. Da ich nun seinen Usul-Unterricht (Methodenlehre) nicht besuchte, weiß ich nicht, wie er in den Usul vorging, doch im Fiqh-Unterricht (Rechtswissenschaft) war seine Neigung stärker zu Herrn Naini, und er diskutierte, sprach und arbeitete in einer dem Stil des begnadeten Herrn Naini ähnlichen Weise.

Im Unterricht war er sehr ruhig, besonnen und gut vortragend; gut vortragend nicht in dem Sinne, dass er ununterbrochen redete, sondern er war sehr klar im Vortrag, das heißt, jeder Student, der seinem Unterricht zuhörte, verstand ihn wirklich. So führte er die Diskussion. Er war ein herausragender und großer Lehrer. Tatsächlich hat er die Hawza (theologische Hochschule) von Maschhad wiederbelebt. Nun, die Hawza von Maschhad hatte in einer Zeit zur Epoche des begnadeten Aghazadeh und des begnadeten Hadsch Agha Hossein eine Phase des Höhepunkts und der Blüte erlebt. Nach ihrem Martyrium befand sich diese Hawza jahrelang in Stagnation, das heißt, es gab im Bereich Fiqh und Usul keinen Unterricht, der einen engagierten Studenten an die Hawza von Maschhad hätte binden und dort halten können. Als er kam, belebte er die Hawza neu, das heißt, die Hawza von Maschhad ist dem begnadeten Herrn Milani wirklich verpflichtet (steht in seiner Schuld). Er hat die Hawza tatsächlich wiederbelebt und begann dort mit seinem Unterricht. Nachts begann er den Fiqh-Unterricht und startete in der Schule der Hadsch-Molla-Haschem-Moschee den Unterricht über Idschara (Vertrags- und Wirtschaftsrecht). Ich hatte damals ja den Dars-e-Charedsch (Oberstufenunterricht) nicht besucht und jenen Unterricht nicht gesehen. Später begann er aber mit dem Thema Gebet, das ausführlich über viele Jahre lief, vielleicht sieben, acht oder zehn Jahre dauerte sein Unterricht über das Gebet. Danach behandelte er auch Zakat und Chums (verpflichtende Abgaben für die Bedürftigen) und Ähnliches, von denen meines Erachtens einige auch gedruckt wurden. Das heißt, den Teil über das Gebet habe ich gesehen. Meines Erachtens habe ich auch einen Abschnitt über das Gebet des Reisenden und dergleichen gesehen. Allerdings spiegeln jene Schriften, die ich von ihm gesehen habe, seine wissenschaftliche Stärke nicht vollständig wider. Das heißt, er war stärker als diese Schriften. In Gelehrsamkeit war er gelehrter als das, was niedergeschrieben wurde, und in dieser Hinsicht war er wahrlich sehr herausragend.

Zusätzlich zu seiner eigenen wissenschaftlichen Persönlichkeit hatte er auch einen Blick auf die Hawza – einen ernsthaften Blick auf die Hawza – und von Anfang an, als er kam, suchte er nach herausragenden Studenten. Es war in den frühen Zeiten seines Kommens nach Maschhad, dass er eine Einteilung für die ausgezeichneten Studenten vornahm, was ihm auch einige Schwierigkeiten bereitete. Er war darauf aus, begabte Studenten zu finden und ihnen Aufmerksamkeit zu schenken und dergleichen. Aus diesem Grund gründete er Institute. Offenbar gründete er zwei oder drei Institute, aber da wir zu der Zeit, als er die Institute gründete, keinen sehr engen Kontakt mehr hatten, habe ich keine genaue Kenntnis über den Zustand seiner Institute, doch er war sich jedenfalls dieser Angelegenheit bewusst, er war hinsichtlich der Hawza und dergleichen achtsam. Auch dies ist eine Seite seiner wissenschaftlichen Persönlichkeit.

Hinsichtlich seiner (spirituellen)] Wanderung stand er mit dem begnadeten Sayyid Abd al-Ghaffar Mazandarani in Verbindung. Der begnadete Sayyid Abd al-Ghaffar gehörte zur Linie des begnadeten Herrn (Ayatullah Sayyid Ali) Qadhi und ähnlicher Gelehrter aus Irak und Nadschaf. Und in dem Buch, das von ihm veröffentlicht worden ist – das ich vor einigen Jahren gesehen habe – offenbar hat der begnadete Sayyid Muḥammad Ali diese Arbeit getan, indem er die an ihn geschriebenen Briefe gesammelt und veröffentlicht hat – befinden sich mehrere Briefe des begnadeten Sayyid Abd al-Ghaffar an ihn, in denen Anweisungen gegeben werden, und es ist ersichtlich, dass Fragen gestellt wurden und dass sie eine spirituelle Verbindung miteinander hatten. Wir sahen damals natürlich, dass er mit den Leuten der Wanderung, Spiritualität und solchen Dingen Kontakte pflegte, das hatten wir mehrfach gesehen. Der begnadete Hadsch Mullah Aghadschan (Zandschani) zum Beispiel kam nach Maschhad, stand mit ihm in Verbindung und bestieg die Kanzel. Ich habe gesehen, dass im Haus von Herrn Milani der begnadete Hadsch Mullah Aghadschan die Kanzel bestieg. Oder einige andere, wie jener bekannte Herr Naqibi, bekannt als „Nuur“ (Hudschat ul-Islam Sayyid Abd al-Hussain Naqibi Sistani), in Maschhad, hatten Verbindungen zu ihm. Solche Kontakte hatten sie, und man konnte das sehen, aber dass sie nun auf dem Feld der Wanderung [suluk] diejenigen gewesen wären, die Nutzen von einem Lehrer ziehen, oder etwa die notwendigen Handlungen des Wanderers und besonderen Gottesdienste und dergleichen ausübten, das hätten wir im Fall von Herrn Milani nicht vermutet, doch es war so. Das versteht man erst später, dass eine solche Situation bestanden hat. Der begnadete Herr (Ayatullah Sayyid Muhammad Hussain) Tabatabi war sehr eng mit ihm verbunden. Herr Tabatabai kam fast jedes Jahr im Sommer nach Maschhad und blieb meines Erachtens zwei, drei Wochen, und sie bestanden darauf, an seinem Gebet teilzunehmen. Der begnadete Herr Milani verrichtete im Sommer das Abend- und Nachtgebet im neuen Hof, dem heutigen Hof der Freiheit, dort verrichtete er das Gebet. Der begnadete Herr Tabatabai bestand darauf, an diesem Gebet teilzunehmen und war sehr vertraut und eng mit ihm verbunden, was selbst wiederum ein Beleg dafür war, dass es bei ihm etwas in Beziehung zur Wanderung gab. Mehrere Begebenheiten über seine Wundertaten werden auch aus zuverlässigen Quellen überliefert. Ich selbst habe mehrere Begebenheiten über völlig zuverlässige Wege gehört. Eine davon ist über den Weg des begnadeten Herrn Hadsch Agha Murtadha Hairi überliefert, die aufgeschrieben und auch gedruckt worden ist und von einigen anderen wurden derartige Dinge gesehen, sodass klar wird, dass er ebenfalls jemand von Spiritualität, von Aufmerksamkeit und von klarem spirituellen Sehen und dergleichen gewesen ist. Auch das ist bezüglich der Seite der Wanderung von ihm.

Aber bezüglich des Aspektes der politischen und gesellschaftlichen Frage: Zu Beginn der Kämpfe war er einer der Grundpfeiler der Erhebung. In den Jahren 1341 [1962] und 1342 [1963], als die Kämpfe der Geistlichkeit begannen, wurde der begnadete Herr Milani wahrhaftig als einer der Grundpfeiler der Erhebung angesehen. Erstens waren seine Veröffentlichungen sehr starke Veröffentlichungen. Wir waren in der Hudschatiyya-Schule, es gab eine Anschlagtafel, an der sie die Veröffentlichungen anbrachten, und wir blieben stehen und lasen sie. Ich sah einmal, dass eine Veröffentlichung von Herrn Milani gekommen war, deren Text so stark, würdevoll und fest war, dass man allein von der Schönheit und Stärke dieses Textes in Aufregung geriet. So war er. Alle seine persischen Schriften sind ebenso. Jetzt erinnere ich mich im Moment nicht daran, eine arabische Schrift von ihm gesehen zu haben, aber seine persischen Schriften waren sehr würdevoll, sehr stark, sehr schön. Dann, zu der Zeit, als man den Imam (Chomeini) inhaftiert hatte und zum Beispiel die Möglichkeit harter und strenger Urteile bestand, kamen die erstklassigen Gelehrten aus allen Städten nach Teheran. Zweifellos stand an der Spitze dieser Gesamtheit der begnadete Herr Milani, ohne jeden Zweifel. Obwohl auch Herr Schariatmadari da war, er war ebenfalls ein Vorbild der Nachahmung, war die Aufmerksamkeit für Herrn Milani und sein Ansehen unter den Gelehrten sehr deutlich und hoch. Und gewiss war der Gipfel dieser Gruppe von Gelehrten, die gekommen waren, und der wirksamste von ihnen der begnadete Herr Milani, Gottes Zufriedenheit sei mit ihm.

Und auch zu Beginn des Jahres 1342 [1963], als der 15. Chordad in jenem Jahr geschah (Verhaftung Imam Chomeinis und anschließende Massenproteste), war er im Zentrum der Ereignisse präsent. Der Imam (Chomeini), Gottes Zufriedenheit sei mit ihm, gab mir einen Auftrag, dass ich nach Maschhad gehen und es mit jedem einzelnen der Gelehrten besprechen solle. Es waren zwei Botschaften: Eine Botschaft war speziell für Herrn Milani und den verstorbenen Herrn Hadsch Agha Hassan Qomi, eine Botschaft war auch allgemein, mit der ich mich jetzt nicht befasse, was diese Botschaft war. Für den Punkt, der Herrn Milani betraf, ging ich zu ihm und gab es weiter. Ich sagte: Herr Chomeini lässt ausrichten, dass Sie die Prediger dazu bringen sollen, ab dem 7. Tag (des Monats Muharram) das Thema der Feyzieh (Islamische Hochschule in Qom, in der studentische Massenproteste gegen den Schah blutig niedergeschlagen wurden) von der Kanzel aus anzusprechen und ab dem 9. Tag sollen Sie auch die religiösen Trauerveranstalter dazu bringen, es zu sagen. Das war die Nachricht, die ich ihm überbrachte. Er sagte: „Ab dem 9. Tag? Ich habe es schon vorher angeordnet“, er nannte Namen: „Ich habe es Herrn Chomeini gesagt, ich habe es Herrn Schariatmadari gesagt, ich habe es Herrn Nadschafi gesagt.“ Er nannte Namen, dass er es mit ihnen besprochen habe. Das heißt, es war klar, dass er vollständig im Kern der Ereignisse steht, und derselbe Gedanke, der nun in Qom zum Beispiel durch den Imam, Gottes Zufriedenheit sei mit ihm, sichtbar wurde, verbreitet wurde und praktisch umgesetzt wurde, war auch bei ihm vorhanden. Das heißt, seine Anwesenheit in den Kämpfen war eine solche Anwesenheit, und für diese Angelegenheit hatten sie einen Plan. Natürlich unterschied sich sein Plan ein wenig vom Plan des Imams, aber er hatte einen Plan ausgearbeitet, für diese Angelegenheit hatten sie einen Plan.

Und im politischen und gesellschaftlichen Bereich war er ein Mensch mit weiter Brust. Das heißt, mit den verschiedensten Personen, die im Bereich des Kampfes und der politischen Debatte und Ähnlichem aktiv waren, knüpfte er Verbindungen. Zum Beispiel war er mit dem begnadeten Ingenieur Bazargan und Dr. Sahabi und dergleichen in Verbindung. Vielleicht wollte ich zwei- oder dreimal von Maschhad nach Teheran fahren, ich ging zu ihm, etwa um mich zu verabschieden, da sagte er: Wenn Sie nach Teheran gehen, gehen Sie dann auch ins Gefängnis, um Herrn Ingenieur Bazargan zu besuchen? – damals in den Jahren 1343 und 1344 waren sie im Gefängnis – ich sagte: Ja. Da sagte er: Übermitteln Sie ihnen meinen Gruß. Das heißt, er ließ zwei- oder dreimal durch mich Grüße an Herrn Ingenieur Bazargan übermitteln. Es war klar, dass er auch mit dieser Gruppe Kontakte hatte. Natürlich vermied er es heftig, dass jemand ihn diesen politischen Zusammenschlüssen wie der Nationalen Front und dergleichen zuschreiben würde. Er sagte mir selbst: Wenn jemand mich der Nationalen Front zuschreibt, werde ich mit ihm nicht zufrieden sein, ich werde es ihm nicht verzeihen. So war es, aber er hatte zahlreiche Kontakte.

In einigen Jahren schien es uns, dass er in den Fragen des Kampfes ein wenig nachgegeben hatte, sodass wir auch gegen ihn Einspruch erhoben. Aber jetzt, da die Briefe veröffentlicht wurden, wird klar, dass er schon damals viele Korrespondenzen mit Herrn Schariatmadari und mit (anderen) Gelehrten hatte und beschäftigt war, nur wir wussten nichts von seiner Beschäftigung in diesen Angelegenheiten. Und in jenen Briefen, die das Volk schrieben, dass sie die Herren Mardschas (Autoritäten der Nachahmung) unterstützen, die in Teheran wegen der Freilassung von Imam Chomeini zusammengekommen sind, stand vielleicht mehr als alle anderen sein Name, und er war dort mehr als alle anderen im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit.

Er schrieb einen Brief an den Imam, der meiner Meinung nach ein historisches Dokument ist. Im Jahr 1343 [1964], als man den Imam in die Türkei verbannte, veranstaltete er in seinem Haus eine Versammlung und lud die Gelehrten von Maschhad ein. Auch ein paar von uns jungen Leuten, die damals im Kampf tätig waren, wurden eingeladen, auch wir waren dort. Von den Gelehrten Maschhads waren auch der begnadete Hadsch Scheich Modschtaba (Qazwini) und andere anwesend. Sein Sohn stand auf und las den Brief vor, den er an den Imam, Gottes Zufriedenheit sei mit ihm, geschrieben hatte. Es ist ein außergewöhnlicher Brief. Ein sehr starker und würdevoller Brief zur Unterstützung des Imams und zum Bedauern über seine Verbannung. Aus diesem Brief erinnere ich mich an diesen Satz:

اَلسُّکوتُ اَخُو الرِّضا و مَن لَم یَکُن مَعَنا کانَ عَلَینا

„Das Schweigen ist der Bruder der Zustimmung, und wer nicht mit uns war, war gegen uns.“

Diese Wendungen hatte er darin gebracht. Er hatte auch Worte des Fürsten der Gläubigen aus der Zeit angeführt, als der edle Abu Dharr verbannt wurde. Er hatte dort die Formulierungen des Fürsten der Gläubigen erwähnt. Und meiner Meinung nach ist es ein zuverlässiges Dokument. Er saß auch dort, und sein Sohn stand auf und las den Brief vor, und alle hörten es.

Kurz: Er war wirklich ein vielseitiger Mann. Wissenschaftlich, moralisch, spirituell sowie politisch und gesellschaftlich ein großer, umfassender Mann mit vielen Vorzügen und Inhaber eines unvergesslichen Rechtes gegenüber der Lehranstalt (Hawza) von Maschhad. 

Wir hoffen, so Gott will, dass diese Gedenkveranstaltung, die ihr organisiert habt, sein Gesicht den Menschen mehr als bisher bekannt machen kann und dem Volk vorgestellt wird.

Und der Frieden sei mit euch, und die Gnade Allah und Sein Segen.