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Botschaft des Revolutionsoberhauptes anlässlich der diesjährigen Hadsch-Zeremonie in Mekka

Donnerstag, 26. November 2009 um 09:00 IRIB

Im Namen Gottes des Allerbarmers, des Barmherzigen

Die Zeit der Pilgerreise nach Mekka ist der Frühling der Spiritualität und die Erstrahlung des Monotheismus am Horizont der Welt. Die Zeremonie des Hadsches, der Pilgerreise zum Hause Gottes ist eine klare Quelle, die den Hadschpilger von allen Verunreinigungen durch Sünde und Nachlässigkeit läutert und die seinem Herzen die Erleuchtung des von Gott verliehenen Seelen-Urgrunds zurück geben kann.Das Beiseitelegen der Bekleidung des Stolzes und der Privilegierung im Miqat des Hadsches (dem Ort des Treffens) und das Anlegen der gleichen einfarbigen Kleidung für den Weihezustand, versinnbildlicht die Harmonie im muslimischen Volke und ist symbolisches Gebot für Geschlossenheit und Einmütigkeit der Muslime überall auf der Welt. (Es gilt) auf der einen Seite: „Euer Gott ist ein Einziger. Ergebt euch Ihm allein! Und gib frohe Botschaft den Demütigen!" (Koran 22:34) und auf der anderen Seite ist die Kaabeh mit den Worten Gottes „die Heilige Stätte - die Wir zum Wohl aller Menschen bestimmt haben, gleich ob sie dort angesiedelt sind oder sich nur vorübergehend dort aufhalten" (Koran 22:25). Und damit steht die Kaabeh nicht nur für den Aufruf zum Monotheismus, sondern ist Sinnbild der Einstimmigkeit, Brüderlichkeit und der Gleichheit im Islam.

Die Muslime haben sich aus allen Himmelsrichtungen im Verlangen nach Umkreisung der Kaabeh und des Pilgerbesuches an der Heiligen Ruhestätte des Propheten s.a.a.s. versammelt; diese Gelegenheit muss zur Festigung der brüderlichen Verbindungen unter ihnen genutzt werden, denn darin liegt das Heilmittel vieler Probleme der großen Islamischen Ummah (der islamischen Weltgemeinde). Wir sehen heute sehr deutlich, dass diejenigen, die der Islamischen Welt übel gesinnt sind, verstärkt damit beschäftigt sind, einen Keil zwischen die Muslime zu treiben. Unterdessen brauchen die Muslime heute mehr denn je die Einheit und Einmütigkeit unter sich. Überall in den muslimischen Gebieten haben heute die Feinde deutlich ihre mit Blut befleckten Hände ausgestreckt, um Tragödien zu inszenieren. Palästina wird von den Niederträchtigkeiten der Zionisten beherrscht und erlebt immer größeres Leid. Die Al Aqsa-Moschee ist ernsthaft in Gefahr und das unterdrückte Volk in Gaza bringt nach jener beispiellosen Generationsausrottung weiterhin unter schwersten Bedingungen zu. Afghanistan erfährt unter den Stiefeln der Besatzer tagtäglich neues Leid. Die unsichere Lage im Irak hat den Menschen dort die Ruhe geraubt. Und der Brudermord in Jemen ist ein neuer Kummer, der die Islamische Weltgemeinde bedrückt.

Die Muslime auf der ganzen Welt müssen darüber nachdenken, wie und wo all die Verschwörungen, Kriege, Explosionen, Terroranschläge und blinden Morde der letzten Jahre in Afghanistan, Pakistan und im Irak geplant werden. Weshalb haben diese Menschen vor dem gewalttätigen und herrschsüchtigen Einmarsch westlicher Armeen unter Anführung der USA in die Region nie so viel Leid und Qual erlebt? Die Besatzer bezeichnen einerseits den Widerstand der Völker in Palästina, dem Libanon und anderen Ländern als Terrorismus, während sie andererseits persönlich einen wilden ethnischen und sektiererischen Terrorismus gegen die Nationen in der Region organisieren und dirigieren. Der Nahe Osten und der Norden Afrikas sind lange Zeit - über hundert Jahre - von westlichen Staaten wie England, Frankreich und danach von den USA ausgebeutet, besetzt und erniedrigt worden. Ihre Reichtümer wurden geplündert, ihr freiheitlicher Geist unterdrückt, ihre Völker wurden Geisel der Habgier fremder Aggressionsmächte. Und nachdem das islamische Erwachen und die Widerstandsbewegungen der Völker es den internationalen Unterdrückern unmöglich gemacht hatte, diese Zustände aufrecht zu erhalten und nachdem Märtyrertod und Aufstieg zu Gott und auf dem Wege Gottes als einmaliges Element auf der Szene des Islamischen Dschihads wieder in Erscheinung traten, haben sich die irritierten Aggressoren neuen heuchlerischen Methoden zugewandt und die alten Methoden durch den Neo-Kolonialismus ersetzt. Heute hat der Dämon des Imperialismus mit seinen vielen Gesichtern alle seine Möglichkeiten eingesetzt, um den Islam in die Knie zu zwingen. Die Imperialisten greifen zu allen verschiedenen Mitteln: von der militärischen Macht, der Politik der Eisernen Faust und der offensichtlichen Besatzung bis hin zu der tückischen Kettenpropaganda mit ihren tausenden Systemen zur Verbreitung von Lügen und Erzeugung von Gerüchten, und von der Organisierung von Terrorgruppen und erbarmungslosen Morden bis zur Verbreitung der Mittel für den moralischen Zerfall und die Produktion von Drogen und Förderung ihres Konsums sowie die Demoralisierung von jungen Menschen und ihre moralische Entgleisung, und von allseitigen und umfassenden politischen Offensiven gegen Widerstandszentren bis zur Schürung von ethnischen Auseinandersetzungen und sektiererischem Fanatismus sowie Maßnahmen zur Verfeindung der Brüder untereinander.

Wenn unter den muslimischen Nationen, den verschiedenen islamischen Religionsgruppen und muslimischen Völkern Freundschaft, Vertrauen und Einmütigkeit anstelle des vom Feind gewünschten Argwohns und des Misstrauens treten, kann ein großer Teil der feindlichen Verschwörungen und Pläne vereitelt werden. Dann werden ihre unheilvollen Pläne hinsichtlich zunehmender Beherrschung der Islamischen Ummah scheitern.

Der Hadsch, die Pilgerfahrt nach Mekka bietet für dieses hohe Ziel eine der besten Gelegenheiten.

Die Muslime gelangen durch Zusammenarbeit und Konzentration auf Gemeinsamkeiten, von denen im Koran und in der Tradition des Propheten gesprochen wird, zu der Macht, sich gegen diesen Dämon mit seinen vielen Gesichtern zu wehren und ihn durch ihren Willen und ihren Glauben zu bezwingen. Der islamische Iran liefert in Befolgung der Lehren des großartigen Imam Chomeinis ein deutliches Beispiel für einen solchen erfolgreichen Widerstand. Sie haben im islamischen Iran eine Niederlage erfahren. 30 Jahre List und Tücke, Verschwörung und Anfeindung, vom Militärputsch bis zum 8-jährigen auferlegten Krieg und dann bis zum Boykott und der Vermögensbeschlagnahme, und vom Psycho- und Propagandakrieg und der Frontenbildung der Medien bis zu dem Versuch, den wissenschaftlichen Fortschritt und die Erreichung neuen modernen Wissens darunter Nuklearwissen zu verhindern, und sogar Aufwiegelung und offensichtliche Einmischung in das eindrucksvolle und bedeutungsvolle letzte Wahlgeschehen: all das verwandelte sich in Szenen des Misserfolges und der Verwirrtheit des Feindes sowie dessen Ratlosigkeit und die Iraner wurden Zeuge eines deutlichen Beispiels für die Bewahrheitung der Koranstelle „Die List Satans ist fürwahr schwach". An jedem anderen Ort, wo der aus dem Willen und Glauben hervorgehende Widerstand ein Volk gegen die arroganten Despoten antreten ließ, waren die Gottgläubigen siegreich und die Unterdrücker ereilte das unweigerliche Schicksal des Scheiterns und der Niederlage. Der klare Sieg beim 33-tägigen Krieg im Libanon und der ehrenhafte Dschihad-Kampf und Sieg in Gaza sind zwei nahe und lebendige Beispiele aus den vergangenen drei Jahren.

Ich möchte hier allen glücklichen Pilgern und besonders den Gelehrten und Rednern aus islamischen Ländern, die sich an diesem göttlichen Ort der Begegnung einfanden und den Gebetsimamen der beiden Heiligen Moscheen, ausdrücklich ans Herz legen, aufgrund eines korrekten Verständnisses der Dinge ihre gegenwärtige und dringende Pflicht wahrzunehmen. Diese (Gelehrten, Redner und Gebetsimame) sollen nach besten Kräften, denen, die ihnen zuhören, über die Verschwörungen der Feinde des Islams berichten und die Menschen zu Brüderlichkeit und Einheit aufrufen. Sie sollen ernsthaft auf alles verzichten, was zu gegenseitigem Misstrauen unter den Muslimen führt, und vielmehr all ihr Engagement und ihren Protest gegen die Imperialisten und Feinde der Islamischen Ummah und die Anführer dieser Verschwörungen, nämlich den Zionismus und die USA, richten. Sie sollen ihren Abscheu gegenüber den Götzendienern in Wort und Tat zum Vorschein bringen.

Ich bete inständig zu Gott, dem Höchsterhabenen, um Seine Wegweisung und das Gewähren von Erfolg, Seine Unterstützung und Seinen Segen für mich selbst und für euch alle.

Der Frieden und Segen Gottes sei mit Euch

Seyyed Ali Husseini Chamenei

3. Zi-l- Hadscheh-ul Haram 1430 (21.11.2009)

 

Freitagsansprache Imam Chamene'is nach den Präsidentschaftswahlen 19.6.2009

1. Ansprache (Chutba)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Wir loben Ihn und bitten Ihn um Hilfe. Und wir vertrauen auf Ihn und bitten Ihn um Vergebung. Unser Gruß sei Seinem Freund, Seinem Edelmann, Seinem Besten unter Seinem Volke, Bewahrer Seiner Geheimnisse und Verkünder Seiner Botschaft, Verkünder Seiner Gnade und Warner vor Seiner Strafe, unserem Fürsten und Propheten, Vater von Qasim al-Mustafa Muhammad und seiner edlen, reinen, ihm zur Seite stehenden Familie, die Rechtleiter der Rechtgeleiteten und Unfehlbaren, besonders Baqiyyat-ullah fil alamin (der überlebende Beweis Allahs in den Welten – gemeint ist Imam Mahdi – a.). Und der Gruß Gottes sei den Imamen der Muslime und den Beschützern der Entrechteten und Rechtleiter der Gläubigen. Der erhabene Gott sprach: „Er ist es, Der die Ruhe in die Herzen der Überzeugten niedersandte, damit sie ihrer Überzeugung (weitere) Überzeugung hinzufügen – und Allahs sind Heerscharen der Himmel und der Erde, und Allah ist allwissend, allurteilend“ (Qur´an, Sure 48, Vers 4).

Alle lieben Glaubensgeschwister ermahne ich zur Einhaltung der göttlichen Tugend (Gottesfurcht), Achtung des erhabenen Gottes und Hoffnung auf die Gnade Gottes in jedem Zustand. Wenn wir die Gottesehrfurcht einhalten, wenn wir das Herz in jedem Zustand (und Zeitpunkt) auf Gott hinsteuern, unsere Anwesenheit bei Gott nicht vergessen, wobei dies die eigentliche Bedeutung von Gottesehrfurcht ist, so werden uns sicherlich die göttlichen Gnaden und Hilfen zuteil werden. Bei jedem Freitagsgebet müssen sich die gottbewussten Herzen der Betenden dieser Wahrheit und dieser erstaunlichen Bedeutung (in sich selbst) wiederholend erinnern. Sie müssen sich selbst der Gottesehrfurcht erinnern.

Diese Tage sind einerseits mit dem Geburtstag der großen Herrin Fatima Zahra verbunden, anderseits mit den seltenen und wertvollen Tagen des Monats Radschab. Es ist die Zeit des Gedenkens, die Zeit der Bittgebete und die Zeit der Beachtung (Gottes). Dieser Vers, den ich rezitiert habe, verkündet die frohe Botschaft, erinnert die Gläubigen an die göttliche Ruhe, Ruhe gegenüber den seelischen und gesellschaftlichen Unruhen. Dieser Vers bezieht sich auf Hudaibiya, die Wanderung des Propheten mit einigen Hundert seiner Gefährten von Medina nach Mekka zur Wallfahrt (Umra) im Jahre sechs nach der Auswanderung. Es waren Ereignisse eingetreten, die in mehrerer Hinsicht einen Sturm in den Herzen der Gläubigen auslösten. Einerseits hatten die Feinde, bestens gerüstet, sie umzingelt, sie waren entfernter von Medina, Hudaibiya ist nah an Mekka, die Truppen der Mekkaner waren gestützt auf das Hinterland, sie waren gut bewaffnet, und sie waren zahlreich. Das war einer der Aspekte, der zur Aufregung der Gläubigen führte. Andererseits hatte der Prophet nach der verborgenen göttlichen Politik, die später klar wurde, gehandelt. Er hatte gegenüber den Ungläubigen in einigen Punkten nachgegeben. Sie hatten die Löschung von "(Im Namen Allahs,) des Allerbarmers, des Barmherzigen" (aus dem Friedensabkommen) verlangt. Der Prophet akzeptierte dies. Einige solche Aspekte gab es. Dies führte ebenfalls zu Unruhe, Verzweiflung und Angst.

In solchen Fällen, in denen es für die Gläubigen, die Gläubigen des Islam, dazu kommt, muss man auf die göttliche Ruhe warten. Dann heißt es, (Gott) sendet die Ruhe in die Herzen der Gläubigen. Gott hat den Herzen Ruhe gegeben und gefestigt, Er hat sie von den seelischen Unruhen befreit. Seelisch haben die Muslime Frieden gefunden wegen der Ruhe, die Gott den Muslimen gab. Das Resultat ist, dass der Samen der Überzeugung im Herzen keimt, das Licht der Überzeugung ihre Herzen noch mehr erhellt. Ihre Überzeugung wird tiefgründiger. Deshalb ist es für eine islamische Gemeinschaft wichtig, auf Gott positiv zu vertrauen. Sie muss wissen, dass Gott hinter ihr steht, dass Gott hinter den Befolgern des Weges der Wahrheit steht. Wenn die Herzen gefestigt sind, dann werden die Schritte fest. Wenn die Schritte fest werden, dann wird das Fortschreiten erleichtert und das Ziel nähert sich.

Die Feinde des Islam haben immer versucht, die Herzen der Muslime in Unruhe und Aufregung zu versetzen. Im Laufe der Geschichte des Islam sind viele solche Fälle vorgekommen; vor dem Islam gab es sie gegenüber den großen Anstrengungsbewegungen der (anderen) Propheten vor dem ehrenwerten Propheten des Islam. Die Gläubigen, denen es gelungen ist, ihre Überzeugung zu festigen, haben Ruhe im Herzen gefunden. Der seelische Frieden hat ihre Handlungen auf dem Wege der Überzeugung geschehen lassen. Sie sind nicht in Unruhe und Aufregung versetzt worden. Sie haben den Weg nicht verloren. In der Aufregung und der Unruhe ist es schwer, den richtigen Weg zu finden. Ein Mensch, der seelischen Frieden hat, überlegt richtig, entscheidet richtig, handelt richtig. Das sind Zeichen für göttliche Gnade. Heute muss unsere islamische Gesellschaft, unser revolutionäres Volk diese Ruhe, Gelassenheit und Würde so viel wie möglich in sich finden. Das Gedenken Gottes ist es, das die Herzen in den eintretenden Stürmen des Lebens und der Welt schützt.

Wertschätzet das Gedenken an Gott! Wie erwähnt, ist der Monat Radschab nah. Die Bittgebete des Monats Radschab sind ein Meer an Erkenntnissen. In Bittgebeten ist nicht nur die Annäherung des Herzens an Gott – das ist es (auch) –, sondern auch das Lernen. In Bittgebeten sind sowohl das Lernen als auch die Reinigung. Die Bittgebete, jene von den Imamen, erhellen einerseits den Geist – bringen uns Wahrheiten und Erkenntnisse bei, die wir im Leben brauchen –, andererseits führen sie auch zu Gottgedenken des Herzen.

Wertschätzet das Gottgedenken. Dieses, ihr Freitagsgebet, ist so ein Gottgedenken. Das, was ihre Herzen, Zungen und Handlungen beherrschen muss, ist das Gottgedenken, das Herz im Gottgedenken, die Zunge beim Aussprechen der gesegneten Namen Gottes, die Handlungen der Hände, der Beine, des Körpers auf dem Wege des Gottgedenkens und des Gehorsams gegenüber göttlichen Anordnungen! Das, was jeder von uns benötigt, ist genau dieses.

Ich sollte Ihnen gegenüber noch Folgendes erwähnen: Seit der Revolution, die inzwischen 30 Jahre her ist, sind verschiedene Ereignisse geschehen, die ein Volk, ein System zerstören können, ein Land in Strudel versinken lassen, so wie wir es in manchen Nachbarländern sehen. Solche Ereignisse sind passiert, aber dieses stabile Schiff, das auf Ihrer Überzeugung, Ihrem Willen, Ihren gottgedenkenden Herzen basiert, fand in diesen Stürmen keine Unruhe. Das ist ein Zeichen der göttlichen Gnade. Das sind Zeichen der göttlichen Gaben Ihnen gegenüber, liebes Volk!

Göttliche Gnade zu erhalten, ist eine Sache, diese zu bewahren eine andere. Nicht dass wir selbstsüchtig werden, nicht dass wir unsere Pflichten versäumen und ihnen nicht nachkommen, wenn wir die helfende Hand Gottes sehen, nicht dass das Gottgedenken aus unseren Herzen verschwindet! Insbesondere sage ich den Jugendlichen im ganzen Lande, wo sie auch immer im Lande seien: Wertschätzet diese leuchtenden Herzen, diese sanften Herzen! Sättigt diese mit Gottgedenken! Sättigt diese, (und) Gott wird seine Gnade für dieses Land fortwährend schenken.

Und so wie ich dieses Volk sehe, und so wie ich über die Geschichte unserer Vorfahren Bescheid weiß und über die anderer Länder, so bin ich überzeugt, dass mit Gottes Hilfe und Macht dieses Volk alle seine hohen Ziele erreichen wird.

Wertschätzet diese spirituelle Atmosphäre in der Gesellschaft. Nicht dass politische Erregungen uns Gott vergessen machen! Nicht dass die politischen Diskussionen, die bei einem freien Volk selbstverständlich sind, dazu führen, dass wir nicht mehr wissen, wohin wir steuern werden, nicht mehr wissen, wohin wir steuern wollen!

Diese Revolution ist von Anfang an auf diese reinen Überzeugungen gegründet worden. Die Fortsetzung dieses Weges gründet auf diesem Fundament. Lob sei Allah! Trotz so vieler Bedrängungen ist unser Volk religiös, es ist gottliebend, es ist religionskundig, es liebt die Spiritualität.

Die Jugendlichen, die in der (restlichen) Welt leben, in der Materialismus herrscht, sind verwirrt und aufgewühlt. Der Mangel an Spiritualität hat sie verwirrt. Sie wissen nicht, was sie tun sollen. Selbst deren Denker sind ratlos. Manche von denen haben verstanden, dass ihre Rettung die Rückkehr zu Spiritualität ist. Aber wie wollen sie die verlorene Spiritualität zurückgewinnen? Seit zwei Jahrhunderten wird in den westlichen Staaten mit verschiedenen Mitteln die Spiritualität vernichtet. Wie wollen sie sie zurückgewinnen? Es ist sehr schwer.

So ist aber unser Volk nicht. Es hat den Weg der Spiritualität beschritten. Mit der Spiritualität hat das Volk es geschafft, so eine große Revolution zum Sieg zu führen. Mit der Spiritualität hat es das Volk geschafft, in dieser materialistischen Welt ein islamisches System, das auf der Spiritualität basiert, zu errichten, dessen Fundamente zu festigen und dieses gegenüber verschiedenen Aggressionen und Stürme zu schützen. Es hat einen achtjährigen aufgezwungenen Krieg auf Grundlage dieser Spiritualität ehrenvoll und siegreich durchgestanden. Heute sind unsere meisten Jugendlichen religiös und spirituell. Selbst bei denjenigen, in deren Gesichter man religiöse Anzeichen nicht erkennt, sieht man, dass deren Herzen im Ernstfall mit Gott sind. Mehrmals habe ich das erwähnt: In den Schicksals-Nächten (im Monat Ramadan), in der religiösen Zurückgezogenheit (Itiqaf) und zum Fitr-Fest (zum Ende des Monats Ramadan) kommen Personen, bei denen man nicht vermuten kann, dass ihre Herzen Gott beachten.

Oh Gott! Wir beschwören Dich beim Qur´an, wir beschwören Dich beim Propheten und bei den Imamen: Erfülle unsere Herzen mehr als zuvor mit Spiritualität! Oh Gott! Entferne uns nicht vom Qur´an und den Ahl-ul-Bait! Oh Gott! Sende diesem Volk Gottesehrfurcht, Überzeugung (Iman) und göttliche Ruhe in die Herzen! Oh Gott! Führe dieses standhafte und unterdrückte Volk gegenüber seinen Feinden zum Sieg! Oh Gott! Lasse das, was wir sagen und tun, auf Deinem Wege sein und nimm es von uns an! Oh Gott! Überreiche unseren Gruß an Deinen Beweis, Deinen (ausgewählten) Vormund, Deinen rechtschaffen Diener, seine Hoheit Baqiyyat-ullah! Lasse die Bittgebete dieses Ehrenwerten für uns in Erfüllung gehen!

Rezitation der Sure al-Asr (103. Sure)

2. Ansprache (Chutba)

Im Namen Allahs, des Allerbarmers, des Barmherzigen

Lob sei Allah, dem Herrn der Welten. Frieden und Gruß sei unserem Fürsten und Propheten (die Mitbetenden erheben sich zur Ehrung der Ahl-ul-Bait), Vater von Qasim al-Mustafa Muhammad und seiner edlen, reinen, ihm zur Seite stehenden, rechtgeleiteten, rechtleitenden, unfehlbaren Familie, insbesondere dem Fürsten der Frommen und seiner Gemahlin Fatima Zahra und Hassan und Husain, den Herren der Jugend im Paradies, Ali ibn Husain, Muhammad ibn Ali, Dschafar ibn Muhammad, Musa ibn Dschafar, Ali ibn Musa, Muhammad ibn Ali, Ali ibn Muhammad, Hassan ibn Ali und mit sich Erhebenden (Qaim) Mahdi – (Salawat-Segensgruß der Mitbetenden). Der Friede sei mit ihnen allen. Und der Gruß Gottes sei den Imamen der Muslime und den Beschützern der Entrechteten und den Rechtleitern der Gläubigen.

Ich ermahne euch zur Gottesfurcht (in Arabisch)!

Auch in dieser Ansprache ermahne ich die Betenden zu Gottesfurcht. Die Thematik, die ich in dieser Ansprache behandle, ist die der Wahlen, die im Augenblick das Tagesthema unseres Landes ist. Drei Bemerkungen werde ich an drei Gruppen richten. Eine Bemerkung richtet sich an unser liebes Volk. Ich will zu euch liebem Volk sprechen, unabhängig davon wo ihr euch im Lande befindet. Eine Bemerkung richte ich an Persönlichkeiten, Präsidentschaftskandidaten und Aktivisten der Wahlen. Eine Bemerkung richte ich an die Elite der (weltweiten) Arroganz, an manche westliche Staaten und an die Elite der Presse, die sie kontrollieren.

Die erste Bemerkung, die an euch, liebe Bürger, gerichtet ist, besteht aus einem Universum voller Lob, Anerkennung und Dankbarkeit. Ich liebe es nicht, mit Übertreibung und Einschmeichelei zu den Zuhörern zu sprechen. Aber bei dieser Angelegenheit der Wahlen sage ich euch, liebe Bürger: Unabhängig davon, wie viel ich dieses Mal zu übertreiben scheine, es ist nicht übertrieben. Selbst wenn es nach Einschmeichelei klingt, ist es nicht schlimm. Ihr habt eine große Tat vollbracht. Die Wahlen am 12. Juni waren eine große Demonstration des Verantwortungsgefühls des Volkes zur Zukunftsgestaltung des Landes. Es war eine Demonstration des Geistes der Beteiligung der Bürger bei der Verwaltung ihres Landes. Es war eine gewaltige Demonstration der Bürger in Liebe zu ihrem System. Wahrhaftig, ich kenne keine ähnliche Bewegung, wie sie in diesem Lande stattfand, in den verschiedenen Demokratien der Welt, seien es Demokratien, die zum Schein Demokratie sind, oder solche, die wirklich die Stimme der Bürger berücksichtigen. Selbst in der Islamischen Republik – außer bei dem Referendum vom April 1979 – haben wir so etwas noch nie gehabt, was sie letzte Woche gezeigt haben. Die Beteiligung von 85 %, fast 40 Millionen Menschen!

Man sieht die Hand des Imams der Zeit hinter den Kulissen. Das ist ein Zeichen der göttlichen Beachtung. Ich fühle mich aus dem tiefsten Herzen heraus verpflichtet, den lieben Bürgern meine Hochachtung, meine Demut zum Ausdruck zu bringen. Wahrlich, insbesondere die junge Generation hat die politische Energie, das politische Verständnis, die politische Verpflichtung gezeigt, die wir aus der ersten Generation der Revolution kennen, mit dem Unterschied, dass damals bei der Revolution der heiße Ofen der Revolution und später der Krieg anders die Herzen erregte. Heute ist es nicht so, und trotzdem gibt es diese Verpflichtung, dieses Verantwortungsgefühl, dieses Verständnis und diese Erregung in dieser Generation! Das ist keine Kleinigkeit.

Natürlich gibt es zwischen den Bürgern unterschiedliche Meinungen und eine Auswahl an Überzeugungen. Einige akzeptieren jemanden oder akzeptieren eine Aussage. Andere akzeptieren jemand anderen und eine andere Aussage. Das gibt es, und das ist auch natürlich. Aber man erkennt eine gemeinsame Verpflichtung an, trotz der Unterschiede. Man erkennt zum Schutze des Landes und des Systems eine gemeinsame Verpflichtung an. Alle sind in Aktion getreten, in den Städten, in den Dörfern, in Großstädten, in Kleinstädten, die verschiedenen Volksgruppen, die verschiedenen Rechtsschulen, Männer, Frauen, jung, alt. Alle sind auf diese Bühne getreten und haben sich an dieser gewaltigen Bewegung beteiligt.

Meine Lieben! Diese Wahlen waren für eure Feinde ein politisches Erdbeben. Es war hingegen für eure Freunde in aller Welt ein echtes Fest; es war ein historisches Fest. Zum 30. Geburtstag des Systems eine derartige Treuerklärung der Bürger gegenüber dem System, der Revolution und dem ehrenwerten Imam! Das war eine Wiederholung des Treueids mit dem Imam und den Märtyrern. Für das System der Islamischen Republik war es eine Erfrischung, eine neue Bewegung, eine große Angelegenheit. Diese Wahlen haben aller Welt die islamische Bürgersouveränität klar gezeigt. Alle feindlich Gestimmten haben gesehen, was religiöse Bürgersouveränität bedeutet. Das ist der dritte Weg (als Alternative) zu diktatorischen und despotischen Systemen einerseits und zu den Demokratien ohne Spiritualität andererseits. Das ist religiöse Bürgersouveränität. Das ist, was die Herzen der Menschen anzieht und sie in der Öffentlichkeit auftreten lässt. Sie hat ihre Prüfung abgelegt. Das ist der erste Punkt zu den Wahlen.

Der zweite Punkt im Zusammenhang mit diesen Wahlen ist, dass die Wahlen vom 12. Juni gezeigt haben, dass die Bürger mit Vertrauen, mit Hoffnung und nationaler Freude in diesem Lande leben. Das ist die Antwort auf sehr viele Äußerungen eurer Feinde, die sie in ihrer feindseligen Propaganda äußern. Wenn Bürger im Lande keine Hoffnung in die Zukunft haben, nehmen sie an Wahlen nicht teil. Wenn sie in ihr System kein Vertrauen haben, nehmen sie an Wahlen nicht teil. Wenn sie nicht das Gefühl von Freiheit haben, so werden sie Wahlen nicht positiv zugewandt sein. Das Vertrauen gegenüber dem System der Islamischen Republik ist offenkundig geworden. Ich werde später dazu Stellung nehmen, dass die Feinde genau dieses Vertrauen der Bürger im Visier haben.

Die Feinde des iranischen Volkes wollen genau dieses Vertrauen brechen. Das Vertrauen ist das größte Kapital der Islamischen Republik. Dieses Kapital wollen sie wegnehmen. Sie wollen gegenüber diesen Wahlen Zweifel säen, um dieses Vertrauen, das die Bürger entgegenbringen, zu erschüttern. Die Feinde des iranischen Volkes wissen: Wenn das Vertrauen geschwächt ist, dann sinkt die Wahlbeteiligung. Wenn die Wahlbeteiligung und das Auftreten in der Öffentlichkeit geschwächt sind, dann ist die Legitimation des Systems infrage gestellt. Das wollen sie. Das ist das Ziel des Feindes. Sie wollen das Vertrauen nehmen, damit sie die Wahlbeteiligung schwächen, damit sie die Legitimation der Islamischen Republik schwächen. Dieser Schaden ist sehr viel größer als das Niederbrennen von Banken und Omnibussen. Das ist etwas, das mit keinem anderen Schaden vergleichbar ist. Die Bürger treten derart auf, und dann kommen sie und sagen: „Ihr habt den Fehler gemacht, dem System zu vertrauen, das System ist nicht vertrauenswürdig.“ Das will der Feind. Diesen Leitfaden hatten sie – die Feinde – bereits vor den Wahlen angenommen. Vor zwei, drei Monaten; Anfang Farwardin (21. März) sagte ich bereits in (der Stadt) Maschhad, dass sie die Werbetrommel rührten, dass in den (kommenden) Wahlen betrogen werden solle, sie wollten es vorbereiten. Ich hatte (damals) den guten Freunden im Lande gesagt: “Sprecht nicht diese Sätze aus, die der Feind in den Köpfen der Menschen hinein projizieren will.“ Die Bürger vertrauen dem System der Islamischen Republik. Dieses Vertrauen ist nicht einfach erhalten worden. 30 Jahre lang hat das System mit seinen Verantwortlichen, mit seinen zahlreichen Taten dieses Vertrauen im Herzen der Bürger vertieft. Der Feind will dieses Vertrauen nehmen. Sie wollen die Bürger verzweifeln lassen. Das ist der zweite Punkt.

Der dritte Punkt ist die Angelegenheit der Konkurrenz in den Wahlen. Nun, diese Konkurrenz war eine vollkommen freie, ernste und transparente zwischen den verschiedenen Kandidaten. Alle haben es gesehen. Es war derart transparent und direkt, dass manche dies kritisiert haben. Ich werde gleich darauf zurückkommen. Teilweise haben sie auch Recht. Es hat Aufregungen verursacht, deren Auswirkungen wir noch sehen werden. Das sollte ich auch sagen, dass unsere Annahme war und ist, dass diese Konkurrenz zwischen den Leuten dieses Systems stattgefunden hat, dass die Feinde versuchen in den verschiedenen Agenturen zu behaupten – wobei die meisten von diesen Agenturen bösen und niederen Zionisten gehören – sie versuchen vorzugeben, dass es ein Kampf zwischen den Gegnern des Systems und den Anhängern des Systems ist. Nein! So war es nicht. Unfug erzählen sie! Das ist nicht die Wahrheit.

Diese vier Personen, die in die Arena des Wahlkampfes eingetreten sind, sind und waren Elemente des Systems und gehören zum System. Einer von ihnen ist der Präsident unseres Landes: Ein sich anstrengender und dienender Präsident. Vertrauenswürdig! Einer von ihnen ist der Premierminister während acht Jahren meiner Präsidentschaftszeit. Er war mein Ministerpräsident, acht Jahre lang. Einer von ihnen war für viele Jahre einer der Kommandeure, einer der wichtigsten Kommandeure in der Epoche der heiligen Verteidigung (gegen den Irak). Einer von ihnen war zwei Perioden lang Chef der Legislativen Gewalt, der Vorsitzende der Islamischen Ratsversammlung (Madschlis Schura-Islami; entspricht dem Parlament). Sie sind Elemente des Systems. Sie gehören zum System. Natürlich haben sie unterschiedliche Meinungen. Sie haben unterschiedliche Programme. Sie haben hinsichtlich verschiedener politischer Aspekte unterschiedliche Meinungen. Aber sie gehören zum System. Sie sind Elemente des Systems. Diese Konkurrenz ist innerhalb des Systems definiert worden und keine Konkurrenz zwischen Systeminnerem und Systemsäußerem, was das Zionistenradio, die Stimme der USA, die bösartige Stimme Britanniens und andere versuchen zu propagieren. Nein! Es war eine Konkurrenz innerhalb des Systems, zwischen systemabhängigen Elementen, zwischen zum System Gehörenden. Sie haben alle ihre Geschichte. Ich kenne sie alle von nah her. Ich kenne ihre Gedanken, ihre Tendenzen, ihre Charaktere. Ich habe mit ihnen eng zusammengearbeitet. Ich kenne sie alle. Natürlich teile ich nicht alle Ansichten dieser Herren. Manche ihrer Ansichten und Handlungen sind meiner Meinung nach kritisierbar, ohne Zweifel. Manchen halte ich geeigneter als andere für den Dienst am Lande. Aber die Entscheidung lag und liegt bei den Bürgern. Die Bürger haben entschieden. Mein Wunsch und meine Erkenntnis ist weder den Bürgern mitgeteilt worden, noch mussten die Bürger diese berücksichtigen. Die Bürger haben nach ihren Maßstäben gewählt, haben sich bewegt und gehandelt. Millionen sind auf dieser Seite und Millionen auf jener Seite. Also ist diese Angelegenheit eine innere Angelegenheit des Systems.

Dass sie versuchen, die Sachlage zu verdrehen, ist 100 %ig mit Absicht und bösartig. Der Streit ist nicht zwischen dem System und jenen außerhalb des Systems. Der Streit ist nicht zwischen Revolution und Konterrevolution. Die Differenz besteht lediglich zwischen Elementen innerhalb des Systems. Diejenigen, die für diese vier Kandidaten gestimmt haben, haben ihre Stimme im Vertrauen auf das System gegeben. Sie haben die Erkenntnis gewonnen, dass jener für das System besser ist, mehr am System hält, haben für ihn bestimmt. Sie haben für denjenigen gestimmt, den sie für das System am geeignetsten betrachtet haben. Die Bürger haben auch im Rahmen des Systems gehandelt.

Nun, diese Streitgespräche (im Fernsehen) waren eine wichtige Initiative, es war eine interessante Initiative. Es war sehr direkt, sehr transparent, sehr ernst. Diese Streitgespräche haben diejenigen geohrfeigt, die behauptet haben, die Konkurrenz sei nur gespielt, das sei nicht echt. Nein! Sie sahen, dass es echt ist, ernst ist! Sie standen sich gegenüber und diskutierten mit einander und argumentierten. Daher waren die Streitgespräche, die Gespräche, aus dieser Perspektive sehr positiv. Natürlich haben sie positive Wirkung gehabt, aber auch Mängel. Ich werde sie gleich erwähnen.

Der positive Aspekt war, dass sie alle bei diesen Streitgesprächen, den Fernsehdiskussionen transparent und locker gesprochen haben. Sie haben ihr Herz ausgeschüttet. Eine Flut an Erzählung und Kritik ist losgerissen. Alle waren gezwungen zu antworten. Sie wurden kritisiert und sie mussten antworten und haben sich verteidigt. Die Standpunkte der Personen und Gruppierungen sind ohne Fragwürdigkeiten, ohne komplizierte Erklärungen, unverschleiert den Bürgern vor Augen geführt worden. Was ist deren Politik, was ist deren Plan, welches sind deren Überzeugungen und in welchem Grade? Das ist den Bürgern vor Augen geführt worden. Die Bürger konnten urteilen. Die Bürger haben gefühlt, dass sie im islamischen System nicht als Fremde betrachtet werden. Das System des Landes kennt keinen Teilhaber und Außenseiter. Alles ist vor den Augen der Bürger offenkundig. Alle Meinung sind den Bürgern erklärt worden.

Es war klar geworden, dass die Stimme der Bürger aus diesen Beobachtungen resultieren wird. Die Stimme der Bürger ist keine Dekoration. Das Entscheidungsrecht gehört wahrhaftig den Bürgern. Die Bürger wollen wissend und wachsam die Entscheidung fällen. Die Streitgespräche haben das gezeigt. Mit Sicherheit liegt einer der Gründe der Steigerung der Beteiligung um 10 Millionen Stimmen im Vergleich zur Messlatte der vergangenen Wahlen darin. Die Gedanken und Vorstellungen der Bürger waren beteiligt worden; sie waren (dadurch) auf die (Wahl-)Bühne getreten; sie haben (die Sachlage) erkannt und sind auf die Wahlbühne getreten. Diese Diskussionen gab es dann auch in den Straßen, auch in den Häusern. Diese erhöhten die Fähigkeit der Bürger zur Entscheidungsfindung. Solche Diskussionen und Gespräche lassen die Vorstellungen reifen, steigern die Entscheidungsfähigkeit. Dies ist aus Sicht der Islamischen Republik etwas Wünschenswertes.

Natürlich muss ich an dieser Stelle betonen, dass diese Gespräche nicht zu Missstimmung und Hass führen dürfen. Wenn sie dazu führen, dann wird das Gegenteilige erreicht. Wenn es so bleibt, wie es in jenen Tagen war und in jenem Maß, dann ist es gut. Aber wenn es in die Länge gezogen wird und die Diskussionen fortgesetzt werden, dann wird sich dies schrittweise zu Hass verwandeln. Natürlich ist es gut, wenn diese Diskussionen auf der Führungsebene fortgesetzt werden, allerdings mit dem Ziel der Lösung von Fehlern, die ich anschließend noch anspreche. Das soll fortgesetzt werden. Die Verantwortlichen sollen sich kritisieren lassen, sie sollen verantwortlich sein, sie sollen antworten, sie sollen alles offenlegen. Sehr oft ist es so, dass, wenn jemand kritisiert wird, dies eine Gelegenheit für ihn ist, die Vorstellungen zu klären, um alles offenzulegen, um die Wahrheit auszusprechen. Das ist etwas sehr Gutes, natürlich mit dem Abzug der Fehler, die ich gleich erwähnen werde. Wenn solche Diskussionen im Laufe des Jahres, im Laufe der vier Jahre stattfinden, dann wird dies bei den Wahlen, wenn es zu Streitgesprächen kommt, nicht so explosiv wirken. Alle Aussagen werden im Laufe der Zeit ausgesprochen, Kritik wird erhoben, Antworten werden gegeben. Das sind die Vorzüge dieser Diskussionen.

Aber Fehler gab es auch. Diese Fehler müssen beseitigt werden. In diesen Streitgesprächen konnte man sehen, dass die logischen Aspekte der Streitgespräche manchmal schwach wurden. Sie bekamen emotionale Aspekte. Die Aspekte der Zerstörung überwogen. Fanatische Schwarzmalereien des gegeben Zustandes (des Landes) wurden in diesen Streitgesprächen ausgemacht. Auch die Schwarzmalereien der vergangenen Perioden sind ausgemacht worden. Beides war schlecht. Da wurden Vorwürfe erhoben, die nirgends bewiesen wurden. Man hat sich auf die Gerüchteküche gestützt. Da sind unfaire Dinge ausgesprochen worden, sowohl gegenüber dieser Regierung mit derart großem Verdienst, als auch gegenüber den vorherigen Regierungen und gegenüber der 30-jährigen Epoche. Die Herrschaften sind emotional geworden. Zwischen guten Aussagen sind auch Aussagen gemacht worden, die nicht gut waren. Ich habe diese Streitgespräche am Fernseher wie jeder einzelne Bürger verfolgt. Ich habe die Meinungsfreiheit genossen. Ich habe es genossen, dass das System der Islamischen Republik den Bürgern helfen konnte, ihre Fähigkeit zur Meinungsfindung zu steigern. Aber der fehlerhafte Teil dieser Sache hat mich betrübt. Ich bin sehr berührt gewesen. Diese fehlerhaften Teile, die Andeutungen und direkten Aussagen waren für die Anhänger der Kandidaten aufregend und besorgniserregend. Von beiden Seiten gab es diese. Ich muss auf dieser Kanzel (Minbar) des Freitagsgebets, der religiösrechtlich als Teil des Gebets gilt, die Wahrheit aussprechen.

Leider waren beide Seiten bei diesen Fehlern beteiligt. Einerseits wurden die unmittelbarsten Beleidigungen gegenüber dem gesetzmäßigen Präsidenten ausgesprochen. Sogar bereits zwei, drei Monate vor den Streitgesprächen hat man mir solche Reden vorgelegt. Ich sah, ich hörte, dass Vorwürfe gemacht werden (und) solche Aussagen gemacht werden. Gegenüber wem? Gegenüber dem, welcher der Präsident ist und sich auf die Stimme der Bürger stützt. Sie haben ihm Falsches vorgeworfen. Den Präsidenten des Landes, dem von den Bürgern vertraut wird, hat man der Lüge bezichtigt. Sind denn solche Dinge gut? Da wurden Arbeitszeugnisse gefälscht und hier und da verteilt. Wir sind (doch) in der Materie und sehen und wissen, dass dies nicht der Wahrheit entspricht. Sie haben ihn beleidigt. Sie nannten den Präsidenten abergläubig, einen Orakeldeuter. Solche peinliche Verleumdungen sind ausgesprochen worden. Sie haben Fairness, Gesetz und Moral missachtet. Das kam von der anderen Seite.

Von dieser Seite ist es genauso geschehen. Von dieser Seite haben ebenfalls ähnliche Dinge mit anderen Methoden stattgefunden. Das strahlende Arbeitszeugnis der 30 Jahre Revolution ist verwässert dargestellt worden. Die Namen mancher Personen sind erwähnt worden, die zu den Persönlichkeiten des Systems gehören. Das sind Persönlichkeiten, die ihr Leben für dieses System aufgeopfert haben.

Es war nie Tradition meiner Wenigkeit, in Freitagsreden Namen von Personen zu erwähnen. Aber hier bin ich gezwungen, Namen auszusprechen, weil Namen genannt worden sind. Speziell (wurden erwähnt) Herr Rafsandschani und Herr Nateq-Nuri. Ich muss Namen nennen, ich muss sie sagen. Natürlich hat niemand diese Herren der Korruption bezichtigt, aber deren Verwandte und Nahestehende. Wenn jemand etwas zu behaupten hat, dann muss diese Behauptung auf gesetzlichem Wege bewiesen werden. Vor dem Beweis darf man nicht solche Dinge in die Presse bringen. Wenn etwas bewiesen ist, dann gibt es keinen Unterschied zwischen jedem einzelnen der Bürger. Aber unbewiesen kann man solche Dinge nicht fest behaupten. Wenn so etwas gesagt wird, dann entstehen falsche Vorstellungen in der Gesellschaft. Die Jugendlichen stellen sich etwas anderes vor; sie verstehen etwas anderes als das, was richtig ist. Den Herrn Haschemi (Rafsandschani) kennen alle. Ich selber kenne ihn. Meine Kenntnis bezieht sich nicht auf die Zeit nach der Revolution und die Zeit seiner Verantwortung. Ich kenne ihn seit 1336 (1957), also seit 52 Jahren, von nahem. Herr Haschemi (Rafsandschani) war einer der Hauptpersonen der Bewegung in der Zeit der Kämpfe. Er gehörte den ernsten und die Sache verfolgenden Personen an. Nach der Revolution war er die wirkungsvollste Person nach Imam (Khomeini). Nach dem Tode des Imam an der Seite der Führung bis heute. Mehrmals ist dieser Mann bis an die Grenze des Martyriums gegangen. Vor der Revolution verwendete er sein Eigentum für die Revolution. Er gab es an die Kämpfer weiter. Es ist gut, wenn die Jugend dies weiß. Nach der Revolution hat er viel Verantwortung gehabt, acht Jahre als Präsident, davor als Parlamentschef und noch andere verantwortliche Positionen. Wir wissen von keinem Fall in dieser Zeit, bei dem er für sich aus der Revolution Kapital beiseite getan hätte. Das sind Tatsachen. Das muss man wissen. In ernstesten Situationen stand er im Dienste der Revolution und des Systems. Natürlich hat meine Wenigkeit mit Herrn Haschemi (Rafsandschani) unterschiedliche Meinungen. Das ist auch natürlich. In verschiedenen Themen sind wir unterschiedlicher Meinung. Aber die Bürger dürfen keine Vermutungen haben, etwas Anderes denken. Zwischen ihm und dem Herrn Präsidenten lagen seit 1384 (2005) Meinungsunterschiede vor. Jetzt gibt es sie auch. Sie haben mit einander Meinungsverschiedenheiten. Sie haben sowohl in Fragen der Außenpolitik als auch in Fragen der sozialen Gerechtigkeit als auch Fragen der Kultur Differenzen. Die Ansichten des Herrn Präsidenten (Ahmedinedschat) sind der Ansichten meiner Wenigkeit näherstehend.

Im Fall von Herrn Nateq-Nuri gilt Folgendes: Er gehört zu den dienenden Persönlichkeiten der Revolution. Auch er hat viele Dienste erwiesen. An seiner Liebe zu dem System und der Revolution gibt es keinen Zweifel. Nun gut, die TV-Streitgespräche sind gut, aber diese Defizite müssen beseitigt werden. Ich hatte damals, gleich nach dem TV-Streitgespräch den Herrn Präsidenten ermahnt, weil ich wusste, dass er dem folgen wird.

In der Frage der Bekämpfung der Korruption ist die Position des Systems klar. In der Frage der sozialen Gerechtigkeit ist die Position des Systems klar. Das Verderben muss man bekämpfen, wo immer es auch sei. Ich möchte hinzufügen, dass wir nicht behaupten, dass es in unserem System keine Korruption gibt. Doch! Wenn es sie nicht geben würde, dann hätte ich vor ein paar Jahren nicht den Brief mit dem Achtpunkteplan an die Oberen der drei Gewalten geschrieben. Dann hätte ich doch nicht so darauf beharrt. Doch! Es gibt sie! Aber ich betone, dass das System der Islamischen Republik heute eines der korrektesten politischen und gesellschaftlichen Systeme der Welt ist. Es ist absolut nicht richtig, das ganze Land und das System, jener zionistische Agentur folgend, zu beschuldigen. Die Personen und die Verantwortlichen unbegründet der Korruption zu bezichtigen, ist auch nicht richtig. Korruption ist eines der wichtigsten Themen im System der Islamischen Republik und muss ernsthaft bekämpft werden, sowohl in der Judikative als auch in der Exekutive als auch in der Legislative. Alle sind verpflichtet, die Korruption zu bekämpfen. Wenn sie nicht bekämpft, nicht gebändigt wird, verbreitet sie sich, so wie die meisten Länder der Welt, diese westlichen Länder, die so sehr Korruptionsbekämpfung und (Bekämpfung der) Geldwäsche und ähnliches versprechen, bis zum Kehlkopf in Korruption versunken sind. Sie haben doch diese Tage alle von den Ereignissen in der Regierung und im Parlament Britanniens gehört. Die ganze Welt weiß Bescheid. Das ist die Spitze des Eisberges. Der Gesamtumfang an dortiger Korruption ist noch viel größer!

Gut, ich will den Teil der Ansprache an die Bürger zusammenfassen. Meine Lieben! Das Volk Irans! Der 22. Churdad (12. Juni) war ein Epos! Dieses Epos ist geschichtlich geworden; es ist global geworden. Manche unserer Feinde in den verschiedenen Teilen der Welt haben versucht, diesen absoluten Sieg des Systems und des Volkes in einen verdächtigen und zweifelhaften Sieg umzufunktionieren, manche haben sogar versucht, ihn als nationale Niederlage auszuweisen. Sie wollten euch Bitteres verabreichen. Sie wollten nicht, dass die Welt die höchste Wahlbeteiligung der Welt(-Geschichte) unter eurer Teilnahme registriert. Das wollten sie verhindern. Aber es ist registriert worden! Es ist auf eure Namen registriert worden. Das kann man nicht fälschen.

Die Wahl ist nun zu Ende. Alle, die diese vier Kandidaten gewählt haben, sind belohnungswert. Sie werden – so Gott will – göttlichen Lohn erhalten. Sie alle sind beteiligt in der Front der Revolution. Sie gehören dem System an. Wenn sie mit Motivation und Erwartung gestimmt haben, haben sie noch ein Dienst gegenüber Gott erwiesen (eine Ibadat vollbracht). Die Linie der Revolution besitzt 40 Millionen Stimmen und nicht 24,5, die für den gewählten Präsidenten gestimmt haben. 40 Millionen haben für die Linie der Revolution gestimmt.

Die Bürger haben Vertrauen, aber einige der Anhänger der Kandidaten sollen wissen: Die Islamische Republik ist kein Verräter der Stimmen. Die Beschaffenheit des Wahlsystems in diesem Land lässt keine Betrügereien zu. Jeder, der bei der Wahlprozedur dabei war, jeder, der sich damit auskennt, kann es bestätigen. Und dann noch bei fast 11 Millionen Unterschied! Manchmal ist bei der Wahl ein Unterschied von Hunderttausend oder Fünfhunderttausend oder eine Million. Nun gut, da kann man sagen, da wurde irgendwie gefälscht. Aber wie will man 11 Millionen fälschen? Trotzdem habe ich gesagt – und der Wächterrat ist damit einverstanden –, wenn irgendwelche Leute Zweifel haben und irgendwelche Nachweise vorlegen, muss eine Überprüfung stattfinden, allerdings über den gesetzlichen Weg, Untersuchung nur über den gesetzlichen Weg. Ich werde ungesetzliche Neuerungen nicht hinnehmen. Wenn heute die gesetzlichen Rahmen verletzt werden, dann werden in Zukunft keine Wahlen mehr sicher sein. Schließlich sind in jeder Wahl manche Sieger und manche nicht. Keine Wahl wird dann je sicher und vertrauenswürdig sein. Also soll alles korrekt gemacht werden, auf Grundlage des Gesetzes. Wenn es einen Zweifel gibt, dann auf gesetzlichem Wege. Das Gesetz ist diesbezüglich vollkommen. Es gibt keinen Fehler im Gesetz, genauso wie das Recht eingeräumt worden ist, dass die Kandidaten die Wahldurchführung beobachten dürfen, sich beschweren dürfen und dies dann untersucht wird. Ich habe den Wächterrat gebeten, wenn sie Neuzählungen machen wollen, dass diese geschehen soll bei Anwesenheit der Vertreter der Kandidaten. Diese sollen dabei sein, und dann wird gezählt. Sie sollen es dokumentieren und unterschreiben. Also gibt es keine Probleme. So viel zu der Wahl gerichtet an euch, liebe Bürger.

Meine zweite Anrede richtet sich an die Politiker, Kandidaten, Organisatoren (der Wahlen), Parteien und andere. Ich will diesen Herrschaften sagen: Heute ist eine empfindliche Zeit für das Land. Schauen Sie auf den Zustand der Welt! Schauen sie auf den Zustand des Mittleren Ostens! Schauen sie auf den Zustand der Weltwirtschaft! Schauen sie auf den Zustand unserer Nachbarländer wie Irak, Afghanistan und Pakistan! Wir befinden uns an einem empfindlichen Punkt unserer Geschichte. Wir haben alle diese Verpflichtung, in dieser Phase wachsam zu sein, präzise zu sein. Seien wir auf der Hut, damit wir keinen Fehler begehen. In diesen Wahlen sind die Bürger wahrlich ihrer Verantwortung gerecht geworden. Ihre Verpflichtung war es, an den Wahlurnen zu erscheinen. Die Pflicht ist bestmöglichst erfüllt worden. Aber Sie und ich haben eine schwerere Aufgabe. Diejenigen, die in irgendeiner Form in Verantwortung stehen, Politiker, Organisatoren (der Wahlen), politische Parteien, jene, auf denen irgendwie gehört wird, müssen sehr auf ihr Verhalten achten. Sie müssen sehr auf ihre Äußerungen achten. Wenn Sie radikal agieren, dann wird dieser Radikalismus die Bürger im Inneren erreichen, und es wird gefährlich, so dass sie dem selbst nicht mehr entgegenwirken können. Beispiele haben wir ja gesehen. Wenn der Radikalismus die Gesellschaft erfasst, (dann) wird jede radikale Handlung den Radikalismus der anderen provozieren. Wenn die politische Prominenz das Gesetz missachtet oder beim Augenbrauenzupfen das Auge verblendet, dann sind sie verantwortlich für vergossenes Blut, Chaos und Schlägereien. Ob sie dies annehmen wollen oder nicht, ich ermahne diese Herrschaften, diese alten Freunde, diese Brüder, beherrscht euch, seid Vorbild.

Seht die Hände des Feindes! Seht die hungrigen, im Hinterhalt lauernden Wölfe, die ihre Maske der Diplomatie beiseite legen, sodass man deren wahres Gesicht erkennen kann. Vernachlässigt sie nicht! Heute haben – ich werde es noch erklären – die hohen Diplomaten mancher westlichen Länder, die bisher mit uns in diplomatischem Vokabular sprachen, dieser Tage die Maske heruntergerissen. Sie zeigen ihre wahren Gesichter. „Schon hat sich der Hass aus ihrem Mund herausgestellt, aber das, was ihr Inneres verheimlicht, ist schlimmer. “ (Heiliger Qur´an 3:118). Sie zeigen ihre Feindseligkeit gegenüber dem islamischen System. Die böseste war die Regierung Britanniens.

Ich spreche zu den Lieben: denken sie über Ihre Verpflichtung gegenüber Gott nach. Sie sind gegenüber Gott verantwortlich. Sie werden (zu den Taten) befragt werden. Erinnern sie sich an das letzte Vermächtnis des Imams? Das Gesetz ist der Ansprechpartner. Betrachtet das Gesetz als Ansprechpartner! Wofür sind denn die Wahlen da? Sie sind dazu da, damit die Differenzen an den Wahlurnen erledigt werden. An den Wahlurnen muss geklärt werden, was die Bürger haben oder nicht haben wollen. Und nicht auf dem Boden der Straßen soll dies geklärt werden. Wenn es so sein soll, dass nach jeder Wahl diejenigen, die verloren haben, ihre Truppen, ihre Anhänger auf die Straßen bringen und diejenigen, die gewonnen haben, als Antwort ihre Truppen auf die Straßen, wieso haben denn die Wahlen stattgefunden? Was für eine Schuld trifft denn die Bürger? Jene Bürger, denen die Straße Ort des Handels, des Kommens und Gehens und des Lebens ist? Was für eine Schuld trifft sie denn, dass wir unsere Anhänger ihnen aufdrängen, die Einen so und die Anderen anders?

Was die Einschleusung eines Terroristen betrifft, (also) demjenigen, der terroristische Anschläge verüben will, geht es nicht um die Politik. Was gibt es Besseres für ihn, sich unter die Leute zu mischen, die demonstrieren wollen? Wenn diese (Demonstrationen) für ihn eine Tarnung bewirkt, wer ist dann verantwortlich? Wer ist jetzt die Antwort schuldig für einige, die verstorben sind, die gewöhnlichen Bürger und Basidsch-Leute? Was für eine Reaktion löst das aus? Wenn auf die Basidsch-Leute ein terroristisches Attentat verübt wird, wenn auf die Ordnungshüter ein terroristisches Attentat verübt wird, dann wird es doch wohl eine Gegenreaktion geben! Wer will diese Gegenreaktionen berechnen (vorhersagen)? Durch manche Ereignisse blutet das Herz des Menschen: Wenn da die Studenten in Studentensiedlungen zusammenschlagen werden, und dann auch noch die frommen Studenten, nicht die Krawallmacher, und dann haben sie noch Sprechchöre im Namen der Führung! Das Herz des Menschen blutet durch solche Ereignisse.

Straßenmachtproben nach einer Wahl sind keine korrekte Handlung, sondern diese stehen im Widerspruch zu den Wahlen und der Bürgersouveränität. Ich verlange von allen (Parteien), diese Handlungsweise zu beenden. Das ist keine korrekte Handlungsweise. Wenn sie sie nicht beenden, dann tragen sie die Verantwortung für die Unruhen. Diese Vorstellung ist auch falsch, dass manche glauben, durch die Straßenaufmärsche einen Druckhebel gegen das System bilden zu können und die Verantwortlichen des Landes nötigen und zwingen zu können, im Rahmen der Staatsraison nachzugeben. Nein! Das ist auch falsch.

Das Nachgeben gegenüber ungesetzmäßigen Forderungen unter Druck ist der Beginn der Diktatur. Dies ist eine falsche Rechnung. Wenn Konsequenzen folgen, so werden diese direkt die Verantwortlichen selbst als Folge treffen. Falls es nötig ist, werden die Bürger dieses zu gegebener Zeit erkennen. Ich verlange von allen diesen Freunden, diesen Brüdern, dass sie auf Brüderlichkeit und Verständnis setzen und das Gesetz beachten. Der Weg des Gesetzes ist offen. Das Gesetz der Liebe ist offen. Beschreiten sie diesen Weg. Ich bitte Gott, dass Er hilft, dass alle diesen Weg gehen können. Alle wollen den Fortschritt des Landes. Diese Brüder sollen dieses 40-Millionen-Fest feiern. Sie sollen nicht zulassen, dass der Feind diesem Fest schadet, denn der Feind will es zerstören. Wenn allerdings manche diesem (Fest) schaden wollen, dann wird meine Wenigkeit wieder (hier) erscheinen und wird direkter mit den Bürgern sprechen.

Das andere ist die Anrede an die Chefs der Arroganz und die Chefs der Presse der Arroganz. Meine Wenigkeit hat in den letzten zwei, drei Wochen die Äußerungen und Handlungen der US-Regierung, der US-Politiker und mancher europäischen Politiker verfolgt in den Wochen vor den Wahlen, am Wahltag und in den paar Tagen nach den Wahlen. Es hat einen veränderlichen Zustand gehabt. Vor der Wahl waren die Richtung und die Äußerungen der Presse und Politiker derart, das Wesen der Wahlen in Frage zu stellen, damit vielleicht die Bürger sich in geringerem Maße beteiligen. Allerdings hatten sie diese Ergebnisse, die nunmehr bekannt geworden sind, bereits vermutet. Die Europäer und Amerikaner hatten in ihre Äußerungen diese Vermutung gehabt. Aber eine derart gewaltige Bewegung der Bürger hatten sie nicht erwartet. Die Aktion von 85 %, von 40 Millionen (Stimmen), das hatten sie nicht geglaubt. Nachdem sie diese große Beteiligung gesehen haben, waren sie schockiert. Sie haben verstanden, welch großes Ereignis im Iran geschehen war. Sie haben verstanden, dass sie sich mit der neuen Situation arrangieren müssen, sowohl in den internationalen Beziehungen als auch im Rahmen des Mittleren Ostens und der islamischen Welt als auch in Bezug auf die Frage der Atomtechnologie als auch hinsichtlich der Fragestellung Iran. Sie sind schockiert. Sie haben begriffen, dass ein neues Kapitel im Zusammenhang mit der Islamischen Republik geöffnet wurde; sie müssen dies hinnehmen. Dies war so, als man die hohe Wahlbeteiligung sah. Es wurde von hier aus durch deren Handlanger laufend darüber berichtet. Sie hatten sich alle gewundert.

Am Freitagmorgen fing es an. Manche entsprechende Äußerungen waren zu hören. Als sie die Einsprüche mancher Kandidaten vernommen haben, hatten sie eine Gelegenheit gewittert. Sie nutzten die Gelegenheit, um auf der Welle zu reiten. Ab Samstag, Sonntag hat sich deren Tonlage geändert. Als sie die Leute gesehen haben, die auf Einladung von Kandidaten auf der Straße waren, waren sie nunmehr hoffnungsvoll gestimmt, und legten ihre Maske beiseite. Sie haben angefangen, ihr wahres Wesen zu präsentieren. Einige Außenminister, Regierungschefs und Präsidenten mancher europäischen Staaten und der USA haben Äußerungen getan, an denen man ihr Wesen erkennen konnte. Der US-Präsident ist zitiert worden, sie hätten auf so einen Tag gewartet, an dem die Bürger auf die Straßen gingen. Einerseits schreiben sie Briefe und verkünden den Wunsch zu Beziehungen und Höfflichkeit anderseits äußern sie solche Worte. Was sollen wir nun glauben?

Im Inland sind die Handlanger dieser ausländischen Elemente aktiv geworden. Die Zerstörungswut auf den Straßen begann. Leitfaden der Zerstörung, der Brandschatzung war das Niederbrennen öffentlichen Eigentums, das Berauben der Sicherheit des Handels und des Broterwerbs der Bürger, das Scheibeneinschlagen der Geschäfte der Menschen, die Plünderung mancher Geschäfte und die Beschneidung der Sicherheit der Bürger bezüglich ihres Lebens und Eigentums. Sie haben auf die Sicherheit der Bürger übergegriffen. Das hat mit den Bürgern und den Anhängern der Kandidaten nichts zu tun. Das ist den Nichtwohlwollenden zuzuschreiben. Sie werden den Gehaltsempfängern, den Handlangern der westlichen und zionistischen Geheimdienste zugeschrieben. Das, was manche Unwissenderweise getan haben, hat manche gierig gemacht. Sie haben geglaubt, Iran sei Georgien.

Ein US-amerikanischer Zionisten-Kapitalist hat vor ein paar Jahren, nach seinen eigenen Angaben, die in manchen Zeitungen abgedruckt wurde, behauptet, er habe 10 Millionen Dollar ausgegeben und in Georgien die Rosarevolution durchgeführt. Er habe ein Regime beseitigt und ein neues eingesetzt. Diese Dummköpfe haben geglaubt, dass die Islamische Republik Iran, dieses große Volk… Womit vergleicht ihr denn den Iran? Das Problem der Feinde des iranischen Volkes ist es, dass sie immer noch nicht das iranische Volk begriffen haben.

Das, was in meinen Augen am schlimmsten und verachtenswertesten erschien, waren die Aussagen über Menschenrechte, (Vorwurf zu) Härte gegen über den Bürgern und ähnliches als Mitleid von den US-Politikern geäußert wurde. Die Aussage darüber, dass sie besorgt über die Menschen seien, wenn dies oder jenes geschehe. Ihr seid besorgt über Menschen? Akzeptiert ihr denn überhaupt etwas mit der Bezeichnung “Menschenrechte“? Wer hat denn Afghanistan in ein Blutbad verwandelt und setzt dies immer noch fort? Wer hat denn den Irak unter den Stiefel seiner Soldaten erniedrigt? In Palästina; wer hat diesem Unrecht begehenden Zionistenregime soviel politische und wirtschaftliche Unterstützung zukommen lassen? Die USA selbst! Man wundert sich manchmal! In der Regierungszeit dieser Demokraten in den USA, in der Präsidentschaftszeit des Ehemannes dieser Frau [Gelächter der Menschen], dies sei gesagt, haben sie 80, mehr als 80 Menschen – Mitglieder der Davidianer-Sekte – bei lebendigem Leibe verbrannt. Das kann man doch nicht verleugnen. Diese Herrschaften haben es doch getan; diese Demokraten. Die Davidianer; sie sind aus irgendeinen Grund dem Zorn der Regierung ausgesetzt gewesen. Sie haben sich in ein Haus zurückgezogen und gestreikt. Was man auch versucht hat, sie kamen nicht heraus. (Dann) haben sie das Haus in Brand gesteckt. 80 Männer, Frauen und Kinder sind bei lebendigem Leibe verbrannt. Ihr versteht, was Menschenrechte bedeuten? Meiner Meinung nach sollten diese europäischen und amerikanischen Politiker das Schämen als Pflicht betrachten.

Die Islamische Republik ist der Fahnenhalter der Menschenrechte. Unsere Unterstützung für die unterdrückten Völker in Palästina, Libanon, Irak, Afghanistan und an jedem Ort, in dem die Menschen unterdrückt sind, ist das Zeichen dafür. Das ist das Zeichen dafür, dass die Fahne der Menschenrechte auf Basis der Überzeugung und Akzeptanz des Islam in diesem Land gehisst wurde. Wir haben es nicht nötig, dass uns jemand in Sachen Menschenrechte ermahnt.

Das waren meine Worte zu den Wahlen. Noch eine letzte Anrede will richten an unseren Vormund und Oberhaupt, an seine Exzellenz Baqiyyatullah (der überlebende Beweis Allahs– gemeint ist Imam Mahdi – a.) - unsere Seelen seien ihm (geopfert) – (Salawat-Segensgruß der Anwesenden):

Oh unser Herr, oh unser Vormund! Das, was ich tun musste, habe ich getan; was ich sagen musste, habe ich gesagt und werde ich sagen. Ich habe ein wertloses Leben (Die Menschen fangen an zu weinen); einen geschädigten Körper; ein wenig Ehre habe ich, die ich Dir verdanke; all das werde ich im Wege dieses Islams und der Revolution opfern. Diese gehören Dir. Oh unser Herr, oh unser Vormund! Bete Bittgebete für uns! Du bist unser Oberhaupt, Du bist das Oberhaupt dieses Landes, Du bist das Oberhaupt dieser Revolution; Du bist unsere Stütze. Mit Macht werden wir diesen Weg fortschreiten. Unterstütze uns auf diesem Wege mit Deinen Bittgebeten, mit Deiner Beachtung.

Rezitation der Sure Nasr (110. Sure)

Der Friede sei mit Ihnen und der Segen Allahs

Was salamun alaikum wa rahmatulla-hi wa baraka-tuh

19. Juni 2009 / 1388.03.29 Hidschrī Schamsī /
25. Dschumada al-Uchra 1430 n.d.H.

Direkte Übersetzung aus dem Persischen übersetzt von Seyed Mahdi Hadjizadeh. Erstmalig veröffentlicht im Schia-Forum

 

Ansprache bei der 4. Internationalen Palästinakonferenz in Teheran

Donnerstag, 05. März 2009 um 18:48 (Ansprache gehalten am 4.3.2009)

"Im Namen des barmherzigen Gottes"

Sehr verehrte Gäste, Ulema, Denker, Politiker und Mudschaheddin, ich begrüße Sie zur vierten Konferenz für die Unterstützung des palästinensischen Volkes in der Islamischen Republik Iran. In der Zeit zwischen dieser und der vorangegangenen Konferenz in Teheran, vom 15. bis 17. Rabi al-Awwal 1427 nach dem Mondkalender (14.-16. April 2006) haben sich wichtige und entscheidende Dinge ereignet, welche den zukünftigen Horizont in der Palästinafrage klarer und unsere Aufgaben bei dem weiterhin größten Problem der islamischen Welt offener machen.

Zu diesen wichtigen Ereignissen gehören die erstaunliche politische und militärische Niederlage Israels gegenüber dem islamischen Widerstand im 33-tägigen Libanonkrieg im Jahr 2006 und das demütige Versagen des zionistischen Regimes bei seinem 22-tägigen verbrecherischen Krieg gegen das palästinensische Volk und gegen die legitime palästinensische Regierung in Gaza.

Das usurpatorische Regime, das seit einigen Jahrzehnten aufgrund seiner Armee, seiner hochmodernen Waffen sowie der politischen und militärischen Unterstützung der USA als gefährlich und unbesiegbar galt, wurde zwei Mal von Widerstandskämpfern, die in Anlehnung an Gott und ihr Volk kämpften, besiegt und dessen Auflösung, sein steiler Absturz und seine Unfähigkeit gegenüber der dynamischen islamischen Wachsamkeit wurde sichtbarer und dies trotz der militärischen Übungen und Vorbereitungen sowie der ungehemmten Unterstützung der USA und einiger westlicher Staaten und Komplizenschaft einiger Heuchler aus der islamischen Welt.

Andererseits bewiesen die zionistischen Täter mit ihren Verbrechen bei dem historischen Ereignis in Gaza, d.h. der massiven Ermordung wehrloser Zivilisten, der Zerstörung palästinensischer Häuser, dem Durchbohren palästinensischer Säuglinge, der Bombardierung von Schulen und Moscheen, dem Einsatz von Phosphorbomben und anderen verbotenen Waffen, der Verhinderung der Lieferung von Lebensmitteln, Medikamenten, Brennstoffen und sonstiger Hauptbedürfnisse der Menschen im Gazastreifen während nahezu zwei Jahren, sowie anderen Verbrechen, dass sich die Natur der Barbarei und des Verbrechens in den Köpfen der falschen zionistischen Regierung im Vergleich zum Beginn der Katastrophe nicht geändert hat und jene Politik und jener Trieb zu Unterdrückung und Brutalität, welcher die Massaker in "Deir Yassin", "Sabra und Schatila" und anderswo verursachte, beherrscht auch heute die Köpfe und tyrannischen Herzen der Despoten, die mit der Nutzung technologischer Fortschritte derzeit noch größere Verbrechen begehen als früher.

Sowohl diejenigen, die sich die Unbesiegbarkeit des zionistischen Regimes einbildeten, die den Zionisten unter der "Realismus-Parole" die Freundschaftshand reichten und sich den Usurpatoren auslieferten, als auch diejenigen, die entsprechend ihres fatalen Denkens einen Unterschied zwischen der 2. und 3. Generation zionistischer Politiker und den Verbrechen der ersten Generation machten, und Hoffnung auf ein intaktes Nebeneinanderleben in ihren Herzen hegten, sollten nun ihre Fehler begriffen haben.

Erstens: Mit der Wachsamkeit der islamischen Umma und der Ausbreitung des islamischen Widerstandes ist der trügerische Schrecken zusammengebrochen und die Zeichen der Untätigkeit und Hilflosigkeit des usurpatorischen Regimes sind sichtbar geworden, und Zweitens ist die Natur der Aggressivität und Unverschämtheit der Verbrechen der Verantwortlichen dieses Regimes genau die selbe geblieben, wie in den ersten Jahrzehnten und sie werden vor jeglichem Verbrechen nicht zurückschrecken, wenn sie es können oder glauben es zu können.

Inzwischen sind 60 Jahre der Besetzung Palästinas vergangen. In dieser Zeit sind alle materialistischen Machtinstrumente wie Geld, Waffen und Technologie, bis hin zu den politischen und diplomatischen Möglichkeiten und bis hin zum großen Netz des Nachrichten- und Informationsübermittlungsimperiums im Dienste der Usurpatoren gewesen.

Trotz der umfangreichen satanischen und beispiellosen Versuche ist es nicht nur den Usurpatoren und ihren Schützlingen nicht gelungen, das Legitimitätsproblem des zionistischen Regimes zu lösen, sondern dieses Problem wurde mit der Zeit immer komplizierter.

Eines der Zeichen dieses Schwankens und Zweifelns ist, dass die westlichen und zionistischen Medien sowie die Unterstützer des Zionismus nicht einmal eine einfache Frage über den Holocaust, welcher der Vorwand für die Usurpation Palästinas war, ertragen können.

Nun ist die Lage des zionistischen Regimes in seiner ganzen schwarzen Geschichte noch schlimmer und die Frage nach seiner Entstehung wird ernster gestellt.

Beispiellose und spontane Proteste gegen dieses Regime in aller Welt, von Ostasien bis nach Lateinamerika, Demonstrationen in 120 Ländern, darunter in Europa und England, wo der Entstehungsort des Stammbaumes dieses Bösen ist, sind nur einige Beispiele dafür. Ihre Unterstützung für den islamischen Widerstand in Gaza und im Libanon während des 33-tägigen Krieges zeigt, dass ein weltweiter Widerstand gegen den Zionismus entstanden ist, der in den vergangenen 60 Jahren nicht in diesem Ausmaß und nicht so ernst und groß gewesen ist.

Man kann sagen, dass der islamische Widerstand im Libanon und in Palästina das Gewissen der Menschen weltweit erweckt hat. Das ist eine große Lehre, sowohl für die Feinde der islamischen Umma, die mit Gewalt und Unterdrückung eine falsche Regierung und ein falsches Volk konstruieren und sie allmählich zu einer unverkennbaren Realität und diesen brutalen Zwang in der islamischen Welt zur Normalität machen wollen. Für die islamische Umma, insbesondere für die tapferen Jugendlichen und ihr erwachtes Gewissen ist das Versprechen Gottes richtig, der sagt:

"Denjenigen, die gegen die Ungläubigen kämpfen, ist die Erlaubnis zum Kämpfen erteilt worden, weil ihnen zuvor Unrecht geschehen ist. Gott hat die Macht, ihnen zu helfen." "Ihnen, die unberechtigterweise aus ihren Wohnungen vertrieben worden sind, nur weil sie sagen: Unser Gott ist Gott. Und wenn Gott nicht die einen Menschen durch die anderen zurückgehalten hätte, währen nicht überall Einsiedlerklausen, Kirchen, Synagogen und andere Kultstätten in denen der Name Gottes unablässig erwähnt wird, zerstört worden. Aber bestimmt wird Gott denen, die Ihm helfen werden, ebenfalls helfen. Er ist stark und mächtig." Sure Hadsch (22); Vers 39 u. 40

Und Gott sagt: "Gott wird nicht brechen, was er versprochen hat." Sure Ra’d (13); aus Vers 31

"Das ist das Versprechen Gottes, Gott bricht sein Versprechen nicht." Sure Hadsch (22); 47

"Das ist das Versprechen Gottes, Gott bricht sein Versprechen nicht. Aber die meisten Menschen wissen es nicht." Sure Rum (30); Vers 6

Und Gott sagt:" Und du darfst ja nicht meinen, dass Gott das Versprechen, das Er seinen Gesandten gegeben hat, brechen wird, Gott ist mächtig, Er lässt die Sünder Seine Rache fühlen." Sure Ibrahim (14); Vers 47

Und welches Versprechen Gottes ist klarer als dies:

"Gott hat denjenigen von euch, die glauben und tun, was recht ist, versprochen, dass Er sie auf der Erde nachfolgen lassen wird, so wie Er diejenigen, die vor ihnen lebten, hat nachfolgen lassen, und dass Er ihnen ihre Religion, die Er für sie gut gefunden hat, überall zur Geltung bringen, dass Er sie nachdem sie in Furcht gelebt haben, in den Zustand der Sicherheit versetzen wird. Sie dienen Mir allein und gesellen Mir nichts als Teilhaber an meiner Göttlichkeit bei. Diejenigen, die aber nachträglich ungläubig sind, sind die wahren Frevler." Sure Nur (24); Vers 55

Der große Irreglaube, der bezüglich der Palästinafrage in den Köpfen einiger Verantwortlicher sitzt ist ein Land, das mit dem Namen "Israel" zu einer 60-jährigen Realität geworden ist, mit der man zu leben hätte. Ich weiß nicht, warum diese keine Lehre aus den Realitäten ziehen, die vor ihren Augen sind? Haben die Balkan-Länder, der Kaukasus und Südwestasien nach 80 Jahren Identitätslosigkeit und Zugehörigkeit zur ehemaligen Sowjetunion ihre echte Identität nicht wieder gefunden?

Warum soll Palästina, das ein Stück der islamischen Welt ist, seine islamische Identität nicht wieder erlangen können? Und warum soll die palästinensische Jugend, die zur begabtesten und widerstandfähigsten arabischen Jugend gehört, ihren Willen nicht über diese unterdrückende Realität setzen?

Der andere große Irrglaube ist es, das gesagt wird, der einzige Weg für die Rettung des palästinensischen Volkes seien Verhandlungen! Mit wem soll verhandelt werden? Mit einem usurpatorischen, unterdrückenden und irregeführten Regime, dass außer an Gewalt an kein anderes Prinzip glaubt.

Was haben diejenigen geerntet, denen dieser Betrug als Freude gilt. Was sie als Autonomiebehörde von den Zionisten bekommen haben, abgesehen von ihrer Erniedrigung, wurde erstens mit den großen Kosten des Eingeständnisses des Eigentumsrechts des usurpatorischen Regimes auf nahezu das ganze Palästina möglich. Zweitens traten sie diese angebliche Regierung der Autonomiebehörde unter haltlosen Vorwänden in vielen Fällen mit Füßen. Die Umzingelung von Yasser Arafat in seinem Sitz in Ramollah und die verschiedensten Erniedrigungen ihm gegenüber sind keine Vorfälle, die in Vergessenheit geraten könnten.

Drittens: Sei es unter Arafat, oder besonders nach seinem Tode, verhielten sie sich gegenüber den Verantwortlichen der Autonomiebehörde so, als sei diese ihre eigene Exekutive, deren Pflicht es ist die Verfolgung und Festnahme palästinensischer Kämpfer und deren Umzingelung vorzunehmen. So säten sie Zwietracht unter den palästinensischen Gruppen und verwickelten diese in Auseinandersetzungen.

Und Viertens waren die schwachen Errungenschaften des palästinensischen Volkes nur aufgrund des Widerstandes der tapferen Kämpfer und der unbeugsamen Männer und Frauen möglich. Wenn es nicht zur Intifada gekommen wäre, hätten die Zionisten trotz der Zugeständnisse der konventionellen palästinensischen Führer den Palästinensern nicht einmal so viel ermöglicht.

Wie waren dann die Verhandlungen mit den USA und England, die die größte Schuld bei der Schaffung und Unterstützung für dieses Krebsgeschwür tragen! Sie waren ja anstatt Vermittler zu sein selber auf der einen Seite.

Die US-Regierung hat niemals ihre bedingungslose Unterstützung für das zionistische Regime eingestellt, nicht einmal bei seinen offenen Verbrechen, wie beim letzten Angriff auf Gaza.

Selbst der neue US-Präsident, der mit der Devise "Wandel" sein Amt angetreten hat, spricht von bedingungsloser Verpflichtung für die Sicherheit Israels, das heißt die Verteidigung von Staatsterrorismus, Unterdrückung, Zwang, Massakrierung von Hunderten Männern, Frauen und Kindern in Palästina innerhalb von 22 Tagen. Auch dies ist nichts anderes als der Irrweg unter Bush.

Die Verhandlung mit den UN-Gremien ist eine weitere sinnlose Betrachtungsweise. Vielleicht wurde die UNO nur in seltenen Fällen, ähnlich wie bei der Palästinafrage, einer enthüllenden und blamierenden Prüfung unterzogen.

Der Weltsicherheitsrat erkannte eines Tages die Okkupation Palästinas durch die brutalen zionistischen Terrorgruppen rasch an und spielte eine essentielle Rolle bei der Entstehung dieser historischen Unterdrückermacht. Danach hüllte er sich einige Jahrzehnte gegenüber dem Genozid, der Vertreibung, den Kriegsverbrechen und den weiteren verschiedenen Straftaten dieses Regimes in Schweigen. Selbst als die UN-Vollversammlung gegen den Rassismus der Zionisten stimmte, arbeitete der Weltsicherheitsrat nicht mit, sondern er nahm 180 Grad davon Abstand. Die gewalttätigen Länder der Welt und die ständigen Mitglieder des Weltsicherheitsrates ziehen aus diesem internatonalen Gremium und Instrumentarium ihren Nutzen. Deshalb leistet dieser Rat nicht nur für die Angelegenheiten der Weltsicherheit keine Hilfe, sondern er eilt auch überall wo die Devisen Menschenrechte, Demokratie usw. diesen Ländern als Mittel für übermäßige Forderungen dienen, ihnen zu Hilfe um ihre illegitimen Machenschaften des Betruges und der Verlogenheit mit einem Deckmantel zu verhüllen.

Die Rettung Palästinas kann man durch Bettelei beim usurpatorischen Regime nicht erreichen. Der einzige Rettungsweg besteht in Standhaftigkeit und Widerstand, der Einmütigkeit der Palästinenser und dem Glauben an den Einen Gott, der eine unendliche Reserve der Dschihad-Bewegungen ist.

Die Pfeiler dieses Widerstandes sind einerseits die palästinensischen Mudschaheddin-Gruppen und alle gläubigen und standhaften Bürger Palästinas im In- und Ausland, sowie anderseits die muslimischen Regierungen und Nationen weltweit; insbesondere die Geistlichen, Intellektuellen, politischen Eliten und Akademiker. Wenn diese beiden festen Pfeiler ihre Stellung halten, werden diejenigen mit wachem Gewissen und offenen Herzen und Gedanken, die von den Agitationen des imperialistischen Nachrichtenimperiums und dem Zionismus nicht beeinflusst worden sind, weltweit denjenigen, die im Recht sind und den Unterdrückten zu Hilfe eilen.

Ein Beispiel dieser Realität haben wir in den letzten Tagen bei dem glanzvollen Widerstand in Gaza erlebt. Das Weinen eines westlichen Leiters einer internationalen Dienstleistungsorganisation vor den Kameras und Medien, die mitfühlenden Äußerungen der Friedensaktivisten humanitärer Organisationen, die großen und von Herzen kommenden Demonstrationen in den europäischen und amerikanischen Städten, das tapfere Vorgehen einiger Regierungen in Lateinamerika, dies alles sind Anzeichen dafür, dass auch die nichtislamische Welt immer noch nicht von den böswilligen und verfallenden Kräften - deren Name im Koran Satan ist - gänzlich eingenommen worden sind, und die Arena für die Wahrheit noch offen ist.

Ja, die Duldsamkeit der Widerstandskämpfer und der palästinensischen Bürger und die allseitige Unterstützung und Hilfeleistung an sie durch alle islamischen Länder waren imstande, den diabolischen Fluch der Usurpation Palästinas zu brechen. Die große Energie der islamischen Umma ist imstande, die Probleme der islamischen Welt, darunter das akute und dringende Problem Palästinas beizulegen.

Nun sage ich gerichtet an euch liebe muslimische Geschwister weltweit, sowie an alle wachsamen Gewissen in jedem Land und jeder Nation: Strebt danach, die Immunität der zionistischen Verbrecher zu brechen. Stellt die politischen und militärischen Anführer des usurpatorischen Regimes, die bei der Gazatragödie eine Rolle gespielt haben vor Gericht, damit sie nach Gerechtigkeit und Vernunft bestraft werden. Das ist der erste Schritt, der unternommen werden sollte. Die politischen und militärischen Anführer des usurpatorischen Regimes müssen vor Gericht gestellt werden. Wenn der Verbrecher bestraft wird, wird der Weg des Verbrechens für diejenigen, die dafür motiviert sind schwer passierbar. Wenn die Urheber großer Verbrechen frei gelassen werden, regt dies weitere Verbrechen an. Wenn die islamische Umma nach dem 33 -Tagekrieg im Libanon und jenen fürchterlichen Katastrophen, die Bestrafung der diese Katastrophen auslösenden Zionisten ernsthaft gefordert hätte, wenn diese Forderungen auch nach Angriffen auf die Hochzeitzeremonien in Afghanistan sowie nach dem Verbrechen ’Black Water’ im Irak und nach den Bloßstellungen der amerikanischen Soldaten in Abu Ghreib gestellt worden wären, wären wir heute nicht Zeugen der Gräueltaten in Gaza geworden.

Wir, die muslimischen Staaten und Völker kamen bei diesen Vorfällen unseren Pflichten, welche der Verstand und die Gerechtigkeit forderten, nicht nach und die Folge ist der Zustand, mit dem wir heute konfrontiert sind.

Es gibt zu tiefem Bedauern Anlass, dass manchen Regierungen und Politikern dieser Welt die Kriterien der Moral und der gewissenhaften Beurteilung ganz fremd sind. So können sie zum Beispiel von der Massakrierung von über 1350 und der Verletzung von etwa 5500 wehrlosen Menschen, von denen viele, viele Kinder waren, gar nicht mehr bewegt und berührt werden. Und die Mörder und Straftäter werden nicht nur nicht bestraft, sondern sie werden belohnt. Die Sicherheit des brutalen zionistischen Regimes stellt für sie eine geweihte Angelegenheit dar, die auf jeden Fall verteidigt werden muss. Die unterdrückte Seite, sei es eine Regierung, die mit den entschiedenen Stimmen der Bevölkerung gewählt wurde, oder die Bürger, die diese Regierung gewählt haben, werden angeklagt und verurteilt. Das ist also das Urteil des politischen Gerichtshofes, das mit Moral, Gewissen und Tugend unvereinbar ist. Wenn diese Regierungen sich das tiefe Hassgefühl der Menschen ihrer Länder vor Augen führen, ohne dessen wahren Grund zu sehen, dauert dieser fehlerhafte Kreislauf weiter an.

Liebe Geschwister überall in der Islamischen Welt! Wir sollten aus all diesen Erfahrungen eine Lehre ziehen.

Unsere große Umma verfügt Dank des islamischen Erwachens über eine große Macht. Der Schlüssel für die Beilegung der diversen Probleme der islamischen Staaten liegt in der Hand des Fleißes und der Geschlossenheit dieses bewundernswerten Komplexes und die Palästinafrage ist das dringendste Problem der Islamischen Welt.

Manchmal hört man einige sagen: Palästina ist eine arabische Frage. Was bedeute dies? Wenn man damit meinen sollte, dass die Araber ein größeres verwandtschaftliches Gefühl zum palästinensischen Volk haben und dazu neigen, größere Dienste für es zu leisten, ist es akzeptabel und wir gratulieren dazu. Aber wenn es bedeuten sollte, dass man dem Ruf der Palästinenser "Oh Muslime der Welt!" nicht die kleinste Beachtung schenken sollte und bei einer so wichtigen Angelegenheit wie der Gazatragödie mit dem usurpatorischen und unterdrückenden Feind zusammenarbeitet und die anderen, die der Ruf nach Gewissenhaftigkeit nicht in Ruhe lässt, anschreien sollte, weshalb sie Gaza helfen, ist derjenige der diese Worte spricht von Schelte und Schmähung nicht zu befreien. Denn das wäre, wie es in einem arabischen Sprichwort heißt, vergleichbar mit der Logik des "Akhsam", der seinen Vater verprügelte und als sich jemand einmischte er ihn anschrie.

Die allseitige Hilfeleistung an die Palästinenser und die volle Unterstützung für sie ist eine Pflicht für alle Muslime. Die Staaten, die die IRI wegen der Hilfeleistung an die Palästinenser rügen, sollten selber den Palästinensern helfen und sie unterstützen, damit andere nicht mehr dazu verpflichtet sind. Und wenn sie selber nicht dazu fähig sind und nicht den Mut dazu haben, sollten sie anstatt Kritik und Sabotagen die verantwortlichen und tapferen Maßnahmen von anderen zu schätzen wissen.

Verehrte Anwesende! Sie nehmen als Menschen die sich in der Palästinafrage auskennen an dieser Konferenz teil. Unsere historische Pflicht von heute besteht nicht in der Wiederholung der in der Vergangenheit gemachten unfähigen Worte und Theorien, sondern in der Vorlage eines Lösungsweges, der Palästina aus der Unterdrückung durch das zionistische Regime befreien könnte. Unser Vorschlag ist ein Lösungsweg, der voll und ganz mit der Demokratie übereinstimmt und er kann die Basis für eine gemeinsame und logische Forderung der Weltöffentlichkeit bilden. Dieser Vorschlag lautet: Alle Besitzer eines Rechtes im Lande Palästina, seien es Muslime, Christen oder Juden sollten mit einem Referendum die Struktur ihres Staatssystems wählen und auch alle Palästinenser, die eine jahrelange Vertreibung ertragen haben, sollten an diesem Referendum teilnehmen.

Die westliche Welt sollte wissen, dass die Ablehnung dieses Lösungsweges bedeuten würde, dass sie immer nur von Demokratie sprechen, sich aber selber nicht daran halten. Dies wäre dann eine weitere Enthüllung für sie.

Eine weitere Prüfung für sie bestand darin, dass sie die Resultate der Wahlen im Westjordanland und in Gaza, das heißt die gewählte palästinensische Regierung, nicht anerkannt haben.

Diejenigen, die die Demokratie nur solange akzeptieren, wie deren Ergebnisse für sie wünschenswert sind, sind kriegslüstern und abenteuerlustig und ihre angebliche Friedensliebe ist nichts anderes als Lüge und Heuchelei.

Nun stellt der Wideraufbau eine der dringendsten Fragen in Palästina dar. Die Hamas-Regierung, die von der entschiedenen Mehrheit der Palästinenser gewählt wurde und der Epos ihres Widerstandes, der dem zionistischen Regime einen Misserfolg bescherte, ist der glanzvollste Punkt in der Geschichte der letzten einhundert Jahre Palästinas. Sie muss also das Zentrum aller Aktivitäten für den Wiederaufbau sein. Die ägyptischen Brüder sollten den Weg für die Hilfeleistungen öffnen und offen lassen, damit die muslimischen Länder und Völker ihren Pflichten nachkommen können.

Zum Abschluss gedenke ich der Märtyrer des 22tägigen Krieges, die mit ihrem Blut das palästinensische Gaza zu einer Ehre für den Islam und die Araber machten. Ich fordere Gnade und Vergebung für sie.

Darüber hinaus bringe ich hiermit meine Ehrerbietung für alle palästinensischen, libanesischen, irakischen und afghanischen Märtyrer und für alle Märtyrer des Islams sowie für die reine Seele des großen Imam Khomeini zum Ausdruck. Ich bitte beim erhabenen Gott um Ehre für den Islam und die Muslime sowie um die Annäherung der Muslime aneinander und das zunehmende Erwachen der islamischen Welt.

Imaminfo, e-Mail: imaminfo@islam-pure.de 
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