Ansprachen 1997  
     
Home ] Suche ] Kontakt ]  

Die Rede Imam Khameneis bei der Eröffnung der Organisation Islamischer Konferenz in Teheran, 09.12.1997

1376.09.18 H. S. / 8. Sha´ban 1418 H. Q.

Im Namen Allahs, des Erbarmers, des Barmherzigen

Ich möchte in dieser brüderlichen Versammlung, die beabsichtigt im Namen der Mosleme der Welt zu sprechen, die Rede mit der Lobpreisung und Danksagung Gottes beginnen.

O Gott! Dir danke ich. Ich danke für die Weisheit, für den Tauhid (d.h. Ein-Gottbekenntnis), für die Dienerschaft (Dir gegenüber) und für die Güte, für die islamische Brüderlichkeit, für die Aufwertung der Menschheit, für die Lehre zur Geduld und das Vertrauen (auf Dich), für (Deinen) Aufruf zur Güte und Edelmut. Und ich grüße (hiermit) Mohammad Mostafa, Deinen Diener und Propheten -Gottes Segen sei auf ihm und seiner Nachkommenschaft-, welcher die Flagge des Tauhids und der Gerechtigkeit hisste (und) die Aufwertung des Menschen verkündete und ihn (den Menschen) von der Dienerschaft (gegenüber) jedem und allem außer Dir befreite. Und ich grüße seine reine Familie und Wahrheit aussprechenden Helfer und deren Anhänger und (ich grüße) alle würdigen Diener Gottes und alle Menschen, die reinen Herzens sind. Ihnen verehrte Gäste, Oberhäupter und Verantwortliche der islamischen Länder und Vorsitzende der Gesellschaften und jeder einzelnen derer Mitglieder, und ferner dem UNO-Generalsekretär und dem Generalsekretär dieser Konferenz und anderen verehrten Gästen gilt mein herzliches und brüderliches Wilkommen. Brüder und Schwestern! Jeder von ihnen ist nun in einem der Häuser und Zentren (wörtlich: Stützpunkte) des Islams versammelt. Ihr Gastgeber ist zwar offiziell unser Staatspräsident, aber jeder einzelne Iraner fühlt sich als ihr Gastgeber und betrachtet ihre Anwesenheit in diesem Lande der Überzeugung "Iman" als Ehre.

(Ihr) Lieben! Wir sind nicht Freunde, die auf Grund von irgendwelchen Vorteilen miteinander verflochten sind, damit uns ein anderer Vorteil eines Tages entflechten sollte. Wir sind Brüder, die sich durch eine Überzeugung an den Koran zu einem ewigen Bündnis verbunden haben, und (der Koran hat) uns trotz aller geschichtlichen, geographischen und politischen Unterschiede zu einem einheitlichem Korpus gestaltet, welches die islamische (Welt)-gemeinschaft darstellt. Wir haben dieses Bündnis mit der Übernahme des Islams angenommen und es gibt kein Entweichen. Feindschaften, Unterschiede und sogar Auseinandersetzungen sind nur Staub auf das Gesicht dieser Wahrheit, welches mit reiner Weisheit, Klugheit und Geduld abwaschbar ist.

Auf diese großen Versammlung und dieses historische Treffen (müssen) wir von diesem Blickwinkel aus schauen, damit wir diese (Versammlung) für das Schicksal unserer Völker und die große islamische (Welt)-gemeinschaft nutzen können.

Geschwister und (ihr) Lieben! Ich werde meine Rede zur Eröffnung dieser Versammlung der Erläuterung dreier Sachverhalte widmen und zum Schluss werde ich ein Fazit ziehen. Diese drei sind: Islam; islamische (Welt)-gemeinschaft; islamischer Konferenz und ein Ausblick in die Zukunft.

1 ) Der Islam

Sowohl während seines Aufgehens (in der persischen Sprache wird die Entstehung des Islams mit dem Aufgehen der Sonne verglichen) als auch heute war und ist der Islam ein Weg zu einer neuen Welt mit einem glückreichen Leben, Garant für das Wohl und die Erlösung des Menschen. Die wahren Leiden der Menschheit, für deren Beseitigung der Islam sich einsetzt, sind damals und noch mehr heute stets gleich gewesen: Armut, Unwissenheit, Benachteiligung (von Personen, Gruppen oder Völker), Krieg, Unsicherheit und schließlich Gefangenschaft in den Schranken des Materialismus und Geiselhaft in den Fängen der Schlechtigkeiten des Ego usw.

Und der Islam ist die Religion der Menschlichkeit, Mäßigung, Einsatz des Verstandes und Unterwerfung gegenüber der erhabenen Wahrheit (d.h. Gott). Und ohne Zweifel waren alle Religionen so, bevor sie verfälscht wurden. Also hat (der Islam) die Heilung jener menschlicher Leiden fern von Maßlosigkeit, Verschwendung und selbstgefälliger Regeln der Menschheit offeriert. Und (der Islam) hat den Menschen aufgefordert sich seines Gottes zu erinnern, sich Ihm gegenüber als gering zu betrachten und eine innere Beziehung mit Gott (aufzubauen) und (ferner) lehrt und ermahnt (der Islam) zum Kampf gegen Schlechtes, Aggression, Unterdrückung, Verderben und zum permanenten Kampf gegen Selbstsucht, Selbstgefälligkeit und Befolgung der Gelüste.

Die meisten Bestimmungen des Islams sind so gebildet worden. Das Programm des Islams für ein privates, gesellschaftliches, moralisches und politisches Leben der Menschheit ist diesen Wurzeln entsprungen. Soziale Gerechtigkeit, verschiedenartige Freiheiten, gerechter Frieden, Kampf gegen Diktat und Aggression, Beziehung (zwischen) Frau und Mann, Beziehung aller Menschen in einer Gesellschaft, Beziehung der Gesellschaften untereinander, und auch die Reinigung der Seele, innere Beziehung jedes Einzelnen mit Gott, alles in allem beruht auf diesen Fundamenten und ist Zeugnis der Heilung dieser alten und ewigen Leiden.

Auch heute, trotz farbiger und herzergreifender Äußerlichkeit des Lebens, leidet die Menschheit unter den gleichen Leiden, die sie in der Geschichte erlitten hat: Die meisten Menschen der Welt sind arm, und einige wenige haben das meiste Kapital dieser Welt zur Verfügung. Die meisten Völker sind vom wissenschaftlichen Fortschritt ausgeschlossen, und einige haben ihr Wissen zum Werkzeug gemacht, andere zu diktieren. In jeder Ecke der Welt toben Kriege und einige müssen immer vor dem Ausbruch eines Krieges Angst haben. In der ganzen Welt gibt es zwischen den Ländern und sogar in den meisten Ländern zwischen den Schichten Benachteiligungen. Die westlich-materialistische Kultur verleitet alle zum Materialismus und (dabei) wurde und werden Geld, Bauch und Gelüste zum größten Antrieb. Letztlich haben Freundlichkeit, Vergebung und Opferbereitschaft in weiten Teilen der Welt ihren Platz mit Trickserei, Komplott, Gier, Neid, Kleinlichkeit und anderen schlechten Eigenschaften vertauscht. Die Welt ist hinsichtlich der Wissenschaft, der Technologie, der Werkzeuge, der Geschwindigkeit und der Einfachheit vollkommen verändert; aber die alten Leiden der Menschheit sind nach wie vor vorhanden und die meisten sind diejenige, die (sie schon früher) waren.

Der westliche Liberalismus, Kommunismus, Sozialismus und andere haben alle ihre Prüfungen abgelegt und haben (dabei) ihre Unfähigkeit bewiesen. Heute - sowie in der Vergangenheit -, ist (wiedermal) der Islam der Heiler und der rettende Engel. Heute ist genauso wie vor 1400 Jahren wieder der Spruch bewegend "Ein Licht und eine offenkundige Schrift sind von Allah zu euch gekommen. Allah leitet damit diejenigen, die nach seinem Wohlgefallen streben, die Wege des Friedens (oder: des Heils) und bringt sie - mit seiner Erlaubnis - aus der Finsternis heraus ins Licht und führt sie auf einen geraden Weg." (Sure 5: 15-16). Es ist wichtig, dass das unverfälschte Gesicht des Islams gesehen und verstanden wird. Die Feinde (des Islams) haben einige Jahrhunderte - und die dummen und unbewusst (lebende) Freunde (sogar) eine noch längere Zeit - das strahlende Gesicht des Islams schlecht erscheinen lassen. (Sie haben) mit Absicht oder auf Grund eigener unwissender Vorlieben einiges hinzugefügt oder entfernt. Heute, obwohl immer noch durch Missverständnisse und Missbräuche durch die eigenen Leute eine Verzerrung des Islam-Bildes wirksam ist; so sind wahrlich die Propaganda der Feinde deutlich gewichtiger, denn sie sind mit feinsinnigen und gemeinen Methoden am Werk. Ein Beispiel (von vielen) der unermüdlichen Bemühungen der Feinde diesbezüglich ist die massive Propaganda gegen den islamischen Iran, die seit der Errichtung der Regierung des Islams im Iran in Gang gesetzt wurde. Um die durchdringende Botschaft dieser großen Revolution an der Verbreitung zu hindern, haben sie es für die wichtigste der Arbeiten befunden diese zu diffamieren und erlogene Informationen in Umlauf zu bringen. Sie haben derart viele Lügen über uns erzählt und (uns falsches) zugeschrieben, so dass diese Aussagen zur Wiederholung und für den Zuhörer unausstehlich geworden sind. In diesem Zusammenhang sind und waren die Zionisten und die berühmten zionistischen Presseagenturen der Welt abhängig von den Helfern der (internationalen) Arroganz - und mehr als alle die Amerikaner - aktiv, also diejenigen, die am meisten durch diese Revolution Schaden erhalten haben.

Moslemische Brüder! Ausgehend von dieser Sachlage liegt unsere große Arbeit (in) der Kenntnis des Islams, dessen Veranschaulichung und in dem gegenseitige Kennenlernen.

2) Die islamische Gemeinschaft

Die erste politisch-menschliche Errungenschaft des Islam ist die islamische Gemeinschaft, welche in Madina-ton-Nabiyy (Stadt des Propheten, heute Madina in Saudi Arabien) begann und in einer erstaunlichen und märchenhaften Art und Weise den Schritt zum qualitativen und quantitativen Wachstum machte. Es war noch keine Hälfte des Jahrhunderts nach der Entstehung dieses gesegneten Phänomens vergangen, als es fast die Hälfte des Geltungsbereich der drei großen Kulturen des Altertums Ägypten, Iran und Rom umschloss. Ein Jahrhundert danach, baute er (=der Islam) eine strahlende, hohe und mächtige Kultur auf, die im Osten bis zur chinesischen Mauer; in der anderen Richtung bis zum atlantischen Ozean; im Norden bis zu den Steppen Sibiriens und im Süden bis südlich des indischen Ozeans reichte. Die Jahrhunderte drei und vier und die folgenden sind geschmückt mit einer so strahlenden Kultur, dass nach 1000 Jahren immer noch deren wissenschaftlicher und kultureller Segen in der heutigen Gesetzgebung der Welt deutlich sichtbar ist; auch wenn die westlichen Geschichtsschreiber beim Schreiben der wissenschaftlichen und kulturellen Geschichte diese große Auferstehung und beispielloses Wissen und Bildung komplett in einer Verkürzung und Vernachlässigung zusammenfassen und den Verlauf der Wissenschaften von Griechenland und Rom des Altertums direkt mit der Renaissance verbinden! Als ob die Wissenschaft und Kultur, die 1000 Jahre lang verstorben war, plötzlich in der Renaissance geboren wurde! Aber die Wahrheit ist, dass das Mittelalter nur für den Westen und Europa eine Epoche der Dunkelheit, Unwissenheit und Angst war, aber für die islamische Welt mit einer Ausdehnung mehrfach (soviel) wie Europa - d.h. von Andalusien bis China - war es eine Epoche des Erstrahlens, der Wachsamkeit und wissenschaftlichen Aufstiegs.

Zweck dieser Erinnerung ist es nicht, sich mit der Vergangenheit zu brüsten. Zweck ist, in Erinnerung zu bringen, dass der Islam die Kultur erschaffen hat; d.h. der Islam und seine lebensspendenden Weisheiten. Auch heute steht er uns zur Verfügung und ermahnt uns. "Ihr Gläubigen! Hört auf Allah und seinen Gesandten, wenn er euch zu etwas aufruft, was euch Leben verleiht!" (Sure 8: 24). Der Islam hat bewiesen, dass er die Kapazität hat, seine Gemeinschaft zur Verwirklichung des Rechts, wissenschaftlichen Höhe und politischen Macht zu führen. Überzeugung "Iman", Bemühung und Vermeidung von Zwiespältigkeit sind die Bedingungen für das Erreichen dieser hohen Ziele und der Koran lehrt uns: "Und lasst (in eurem Kampfwillen) nicht nach und seid nicht traurig (wegen der Schlappe, die ihr erlitten habt), wo ihr doch (letzten Endes) die Oberhand haben werdet, wenn (anders) ihr gläubig seid!" (Sure 3: 139) und "Diejenigen aber, die sich um unseretwillen abmühen, werden wir unsere Wege führen. Allah ist mit denen, die fromm sind." (Sure 29: 69) und "Und gehorchet Allah und seinem Gesandten und streitet euch nicht, sonst gebt ihr (damit eure Bereitschaft zu kämpfen) auf und seid zur Untätigkeit verurteilt (w. Erlebt eine Flaute)! Und seid geduldig. Allah ist mit denen, die geduldig sind." (Sure 8: 46). Die Mängel in diesen drei Faktoren hat die islamische Gemeinschaft heute in eine solch bedauernswerte Lage versetzt. Zumindest in den vergangenen zwei Jahrhunderten haben die verfolgenden, raffinierten Feinde und manche unfähige islamische Regierungen in Begleitung der (drei erwähnten) Faktoren und die verschiedenen historischen und politischen Bedingungen waren bei der Bildung diese Situation sehr wirksam und wir sind heute die Erben der Vergangen.

Brüder! Lasset uns für die Nachkommenschaft etwas ehrenvollereres als dies hinterlassen. In der Untersuchung der äußeren Faktoren erachte ich den Angriff der Fronten der (internationalen) Arroganz als die wirksamste. In unserem Verständnis wird (internationale) Arroganz jenes Macht-Sammelsurium genannt, dass mit Hilfe der politischen, militärischen und wissenschaftlichen Kräfte basierend auf einer minderwertigkeitsempfindenden Denkweise über das Menschengeschlecht die großen menschlichen Vereinigungen - d.h. die Völker, Regierungen und Länder - durch unterwerfende und erniedrigende Methoden zu ihrem Vorteil unter Druck der Ausbeutung setzt. Sie zwingt die Regierungen und unterdrückt die Völker. Sie beleidigt deren Kultur und deren Traditionen.

Klare Beispiele haben Kolonialismus, anschließend der Neo-Kolonialismus und neuerlich den vollständigen politischen, wirtschaftlichen und propagandistischen, ja sogar militärischen Angriff von Seiten der vergangenen Kolonialisten und deren Erben, den Völkern vor Augen geführt, und sie ließen sie dessen bitteren Geschmack schmecken. Die westlichen Mächte haben (dabei) den Fortschritt der Wissenschaft und Technologie und manch eines ihres nationalen und regionalen Guts für diese wirkungsvolle Invasion genutzt. Wir kritisieren nicht den Feind. Diejenigen sind kritikwürdig, die mit ihrer Kurzsicht, Gemütlichkeit und Egoismus die Voraussetzung für den Sieg des Feindes und Selbstzerstörung verschafft haben. Der Westen hat bei seinem Totalangriff unsere Überzeugung "Iman" und islamisches Gut ins Visier genommen und hat mit Hilfe der Nutzen seiner Wissenschaften, an dem alle ein Bedürfnis fühlen, die Kultur der Entfremdung und Unordnung in der Religion und Moral, wovon sie selbst betroffen sind, hartnäckig in unsere Gesellschaften exportiert. Ohne Zweifel wird dieser moralische Schlamm in einer nicht fernen Zukunft die westliche Kultur verschlingen und zerstören.

Die islamische Welt ist heute bedingt durch die feindlichen Invasionen zusätzlich zu den inneren Faktoren der vergangenen Generationen in einer unglücklichen Lage. Armut, Unwissenheit, wissenschaftlicher Rückschritt, Schwäche der Moral und am schlimmsten die kulturelle Unterwerfung und manchmal auch politische, einerseits, und die Probleme wie Palästina und die (andere) Probleme (wie) Afghanistan, Libanon, Irak, Kaschmir, Bosnien-Herzegowina, Kaukasus und andere, anderseits, sind (eine) lange Liste für religiöse (wörtlich: göttliche) und menschliche Verpflichtung, mit welchen die Regierungen und politischen Persönlichkeiten und Führern der islamischen Welt konfrontiert sind. Wir müssen die Initiative ergreifen. Bisher hatte stets der Feind die Initiative und wir haben höchstens kritisiert.

Palästina, ein historisches Ergebnis bestehend aus zahllose tatkräftigen Initiativen von Seiten des Feindes, ist zum Landbesitz der Zionisten umfunktioniert wurden. Zunächst wurden Grundstücke der Palästinenser aufgekauft, dann wurden die zionistischen Immigranten bewaffnet und dann der innere Krieg und die Proklamation der Teilung Palästinas (durchgeführt), dann folgte die Eroberung einiger neuer Gebiete des islamischen und arabischen Landes und schließlich dessen vollständige Eroberung. Und dazu noch die Einverleibung einiger Teile der Länder Ägypten, Syrien und Jordanien.

Bis dahin haben die arabischen Nachbarn Palästinas nur einmal die Handlungsinitiative ergriffen und das war der Angriff der Länder Ägypten und Syrien im Jahre 1393 H.Q. (1973 n. Chr.). Obwohl wegen der Mitwirkung der USA für Israel und mangelnde Unterstützung der islamischen Länder es zu keinem vollständigen Erfolg führte, so ist es doch eine Ehre der arabischen Front und (ein Grund für) die Befreiung einiger (Gebiete) des arabischen Bodens. Hiernach haben wieder einmal die Zionisten und deren Verbündete -an deren Spitze die USA- bis heute die Handlungsinitiative mit dem Slogan des Frieden in der Hand, um hauptsächlich die usurpatorisch eroberten Gebiete zu festigen und schliffen ihre Contrahänden, soweit sie konnten, hinter sich her.

Wir, die islamischen Länder, hätten zur Rettung Palästinas die Frontstaaten ernsthafter unterstützen müssen. In der Vergangenheit sind einige unsere Regierungen sogar den Frontstaaten in den Rücken gefallen. Ein klares Beispiel ist die Regierung Irans in der Ära Pahlavis. Zu der Zeit war leider der Iran ein sicheres Haus für die Zionisten und ein freundschaftlicher Kollege der Usurpatorregierung (= Israel).

Liebe Brüder! Dieser Zustand steht im Widerspruch zu der islamischen Ehre und liegt der Linderung der Leiden der islamischen Gemeinschaft fern. Für die Wiederherstellung des Rechtes des Volkes von Palästina muss sowohl von allen islamischen Ländern ein würdiger Anteil übernommen werden, als auch (muss) die islamische Welt vom Zustand der Reaktion in den Zustand der Initiative übergehen. Diese beiden Aufgaben werden ohne zögern nur von der Jugend Palästinas und Libanon übernommen. Gegrüßt seien sie!

Unser Widerspruch zu dem, was Friedensverhandlungen genannt wird, hat seinen Grund darin, dass es ungerecht ist, arrogant ist, erniedrigend ist und schließlich weil es unlogisch ist. Der aufgezwungene Grundsatz "Land gegen Frieden" hat die Bedeutung, dass die Zionisten das Land der Nachbarn zurückgeben und wir akzeptieren sollen, dass das Land Palästinas denen gehören soll. Welche Aussage ist noch ungerechter? Welche Antwort kann dem alten Volk von Palästina bezüglich dieser hasserfüllten Handlungsweise geben werden? Zu der lehrreichen Ironie (unserer) Zeit gehört es, dass die usurpatorische Regierung selbst dieses als unangebracht betrachtet! Ist es denn nicht an der Zeit, dass die islamische Welt diesem arroganten Geist gegenüber eine Antwort gibt? Wenn wir unsere Beziehungen in Ordnung bringen und brüderlich stimmen, (dann) haben wir die Kraft (dazu). Was kann die USA (dann) gegenüber der einheitlichen Front der islamischen Länder - von Indonesien bis Nordafrika - ausrichten? Heute liegt das Wohlgefühl der (internationalen) Arroganz in der Zersplitterung dieser Front. Ist es denn nicht an der Zeit diese Reihen zu unseren Gunsten zu festigen?

Das Vorhandensein eines Feindes, wie die zionistische Herrschaft im Herzen des islamischen Geltungsbereiches, hätte uns vielleicht näher zueinander gebracht. Aber die verborgenen Hände der (internationalen) Arroganz haben diese ihnen gegenüberstehende Gefahr gebannt. Er hat mit uns etwas gemacht, dass wir voreinander mehr Angst haben als vor dem Feind. Zweifel, Lügen und bösartige Propaganda haben die islamischen Länder in einer falschen und unangebrachten Weise voreinander geängstigt. Es sind bisher 18 Jahre vergangen, dass der giftige Atem der politischen Planer der (internationalen) Arroganz eingehaucht wurde, um unsere Nachbarn am persischen Golf vor dem islamischen Iran zu ängstigen, der die Flagge der Einheit und Brüderlichkeit hoch hält (wörtlich: in der Hand hält). Ich verkünde, dass keine Gefahr von Seiten des islamischen Iran für irgendein islamisches Land ausgeht. Der islamische Iran, dank des Lebens im Schutze der Gesetze des Korans, möchte heute mehr denn je die Einheit, Ehre und Macht der islamischen Welt. Wir Iraner haben, dank der islamischen Überzeugung "Iman" und trotz des propagandistischen Komplotts des Feindes, unsere nationale Einheit in einer beispiellosen Form bewahrt und haben entgegen der Aussagen und inneren Wünsche der Feinde unsere Volkspräsens erhöht. Die strahlenden Wahlen in diesem Jahr zur Wahl des Präsidenten ist ein Beispiel für dieses erhöhte Präsens.

Regierung und die Verantwortliche sind vereint; alle sind mit einander freundschaftlich; das Volk und die Regierung haben eine gütige Beziehung (zueinander) erfüllt mit Vertrauen. Vertrauen und Selbstvertrauen in allem unserem wissenschaftlichen, politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Bemühen ist entscheidend bei (unserer) Richtung (=Weg). Wir haben mit diesem "An sich selbst glauben", das Imam Khomeini uns lehrte, es geschafft, das zerstörte und rückschrittliche Land der Pahlavi-Ära, das durch acht Jahre aufgezwungenem Krieg noch mehr zerstört wurde, aufzubauen und mit Schönheit sowie Freude am Aufbau zu erfüllen. Wir sind (auch) Zeuge dieses Bemühens in manch anderen Bruderländern. Aber wichtiger als alles ist Würde und politische Macht. Unser Volk und Regierung haben dank der Zuflucht in den Islam und eine ernsthafte politische Beteiligung (des Volkes) den Einfluss und die Einmischung der Fremden im Lande beseitigt.

Heute ist die islamische Gemeinschaft durstig nach Selbstvertrauen, diese Würde sowie Souveränität. Und wir alle müssen auf diesem Wege uns bemühen. Das ist eine historische Aufgabe. Und heute ist die Voraussetzung der kompletten Erfüllung und Erlangen von Würde, Macht und Souveränität der islamischen Welt gegeben. Wenn für die Koordinierung der Bemühungen ein Zentrum nötig ist, so haben wir dies auch zur Verfügung: Die "Organisation Islamischer Konferenz"; man muss einen Blick auf die Zukunftsperspektiven dieser Organisation werfen.

3) Organisation der Islamischen Konferenz und die Zukunftsperspektiven

Seit dem Brand der Al-Aqsa Moschee, welche zur Gründung dieser Organisation führte, sind 27 Jahre vergangen. Die Bedingungen der heutigen Welt versetzt diese Organisation vor ernsthaftere Erwartungen als in der Vergangenheit. Diese Organisation kann als Symbol für eine echte Einheit der moslemischen Länder (in Bezug) auf deren Probleme und deren gemeinsamen Interessen sein. (Und sie kann) im Namen ihrer Mitglieder sprechen, fordern, handeln und deren finanzielle, wirtschaftliche und politische Macht (als Stütze) hinter sich haben. (Sie kann) der Knotenpunkt der Problemlösung ihrer Mitglieder sein. Dort, wo (es darauf ankommt) ein koordinierendes Element (zu haben), um die Bemühungen und Hilfen für eine große Aufgabe und ein gemeinsames Ziel zu bündeln, dort könnte sie dieser Punkt und Element sein. Da, wo es nötig ist, soll sie schiedsrichten und, wo es nützlich ist, Ratschlägen erteilen.

Heute, obwohl der Anteil des Welthandels der islamischen Länder weit unter 20 % ist -das entspricht ungefähr ihrem Bevölkerungsanteil in der Welt- (liegt dieser) aber, was den Binnenhandel angeht, prozentual weit darunter. Diese Organisation kann in dieser wirtschaftlich wirkungsvollen Angelegenheit, welche auch in der Politik dieser Versammlung wirksam sein wird, eine aktive Rolle übernehmen. Heute haben einige unserer Länder natürliche, produktionsrelevante Möglichkeiten und wertvolle wissenschaftliche, industrielle und kulturelle Fähigkeiten, welche andere äußerst nötig haben! Die Organisation könnte im vernünftigen und gerechten Austausch dieser Möglichkeiten eine ernste Rolle haben. Heute und immer werden größere Gruppierungen der Mosleme im Zustand von tödlichen Leiden sein, die nach sofortigen Lösungen verlangt. Z.B. einige Bundesländer Afghanistans, wie Bamian, sind jetzt in eine Gefahr von allgemeiner Hungersnot geraten und sie liegen in Regionen mit bitter kaltem Winter. Das Volk Iraks befindet sich in einer der härtesten Prüfungen ihrer Geschichte hinsichtlich des Mangels an Lebensmitteln und Medikamenten; Das Leben von Millionen Menschen, insbesondere Kindern, ist in Gefahr. In Algerien werden die grausamsten Verbrechen durch verborgene Hände begannen, um die sich nach Islam sehnenden damit zu beschuldigen und das Gesicht des Islams schlecht darzustellen. In Bosnien, in Kaschmir, in Somalia, in Karabach und in einigen anderen Orten haben Mosleme Probleme. Die Organisation Islamische Konferenz kann durch Anwendung von speziellen Komitees diesen Angelegenheiten in Angriff nehmen und mit einer effektiven Arbeit, wobei alle Mitglieder darin beteiligt sind, das Problem lösen.

Wir brauchen für die Aktivierung dieser Organisation niemanden und nichts außer den gemeinsamen Willen und finanzielle Hilfen von Seiten der reicheren islamischen Staaten. Die mögliche Ablehnung der Regierungen, die von der Einheit der Mosleme geschädigt werden, kann kein Hindernis auf diesem Wege sein, außer wenn in unserem Willen Schwäche entsteht. Als das moslemische Volk der Region Balkan mit brutalster Methode der Auslöschung einer Generation ausgesetzt war und ein Volk alleine gegen die von manchen organisierte militärische Invasion und manche gleichgültige Augen seine islamische Identität verteidigte, war der Platz so eines Zentrums leer (d.h. es fehlte so ein Zentrum), das dafür hätte sorgen können, (dass) ein Teil der Leiden der Geschwister reduziert wird und (hätte dabei) ein gewichtiger Faktor in der Waagschale des globalen Kalküls zu Gunsten dieses unterdrückten Volkes sein können.

Nun führt die Präsenz der fremden Kriegsschiffe und mehr als alle (anderen) viele amerikanische (Kriegsschiffe) im persischen Golf, der ein einheitlich islamisches Meer ist und ein wichtiges Zentrum für die ganze islamische Welt darstellt, zu Unsicherheit. Die Existenz einer starken Organisation Islamische Konferenz kann einerseits mit der Stimme der islamischen Würde und Macht zwingen die Störung der Fremden beheben; anderseits kann sie die Argumentation dieser unerhörten Präsenz neutralisieren. Und wenn es nötig wäre, könnte eine Truppe aus den islamischen Ländern für die Sicherung der Sicherheit und Frieden eingesetzt werden. Zur Zeit leiden die moslemischen Minderheiten in manchen Ländern der Welt sehr unter Benachteiligung, Schikane und fanatischer Behandlungen. Diesen zu helfen ist Pflicht aller Mosleme. Aber um eine ernsthafte und akzeptable Hilfe im Rahmen der internationalen Beziehungen zu leisten, ist ein innerislamisches Zentrum nötig. Und welches Zentrum ist passender als die Organisation Islamische Konferenz?

Zahllose Arbeiten sind liegen geblieben, die jede einzeln die Pflicht aller islamischen Regierungen ist.

Das, was ich erwähnte, sind Beispiele für die keine islamische Regierung die Lücke eines innerislamischen Zentrums füllen könnte. Brüder und liebe Gäste! Lasset uns mit Hoffnung (auf Gott) und Kraft Gottes die Gelegenheiten nutzen; um uns näher zu kommen; um das Zentrum und den Verbindungspunkt zwischen uns zu stärken. Die Islamische Konferenz muss seine Beschlüsse bis zur vollständigen Umsetzung verfolgen, damit diese Sitzung für die Völker nutzen hat. Außerdem muss ein internationales Parlament der islamischen Länder eröffnet werden. Sie muss den gemeinsamen Markt von einem fernen Traum zur Realität umwandeln. (Sie muss) das islamische Schiedsgericht planen und schließlich als Vertreter 55 islamischer Länder und einer Milliarde und einiger hundert Millionen Menschen einen ständigen Sitz im Sicherheitsrat der UNO haben, solange das Veto-Recht existiert. Diese sind die Zukunftsperspektiven dieser Konferenz und dies ist, was die Zukunftsperspektiven des islamischen Volkes prägen wird.

Frieden sei mit ihnen und Segen Allahs

9. Dezember 1997 / 1376.09.18 H. S. / 8. Sha´ban 1418 H. Q.

 

Iran braucht Europa nicht, 30.04.1997

Der Führer der Islamischen Republik Iran Ayatollah Khamene'i sagte, daß Iran Europa nicht brauche, denn es gäbe da eine Menge Länder, die Schlange stehen, Iran das zu verkaufen, was er braucht. Als Antwort auf die Erklärung der EU-Außenminister gegen Iran sagte der Imam, es seien die Europäer, die die Menschenrechte nicht beachten, und beschrieb die Luxemburger Zusammenkunft als Unverschämtheit. Vor einer Gruppe von Arbeitern und Lehrern fuhr Imam Khamene'i fort und richtete sich an die Iranische Regierung:

"Zuersteinmal soll sie (die Iranische Regierung) dem deutschen Botschafter für eine Weile nicht erlauben, nach Iran zu kommem." Es folgen einige Auszüge aus Imam Khamene'is Rede, wie sie im Iranischen Rundfunk gesendet wurde, Teilüberschriften stammen von der Redaktion: Im Namen Gottes, des Allerbarmers, des Barmherzigen Willkommen, meine lieben Brüder und Schwestern ... Meine Lieben, laßt mich Euch sagen, daß der islamische Iran heute durch eine höchst wichtige und empfindliche Phase. Diese Zeit ist sehr wichtig, genau wie die Jahre des (Iraq-Iran) Krieges. Jene Periode war aus verschiedenen Gründen wichtig, und genau so ist das heute. Heute sind unsere äßeren Feinde, das sind die arroganten Staaten, dazu übergegangen, Iran anzustarren. Sie warten ab, um zu sehen, was die iranische Nation von ihren prinzipiellen und islamischen Standpunkten abbringen kann. Das ist ihr Bestreben. In der Welt gibt es eine Reihe, an deren Spitze ein diejenigen arroganten Staaten stehen, die sich selbst für fortschrittlich halten. Es gibt einige europäische Staaten und Amerika. Sie stehen am Anfang dieser Reihe. Und genauso wie Kinder in ihrem Spiel, in dem einige vorne stehen und der Rest hinter ihnen steht und sich an ihren Rockzipfeln festhät, genauso ziehen sie (die arroganten Länder) die kleineren ärmeren und schwächeren Länder und Regierungen hinter sich her, denen allgemeine Unterstützung fehlt. Welche Richtung diese (arroganten Länder auch immer wählen, wird den Nachfolgenden auferlegt. Diese armen Länder haben die brutalen Kerle daran gewöhnt, zu tyrannisieren. Meiner Meinung nach liegen die größten Fehlerdafür, daß starke Regierungen andere heute tyrannisieren, in Regimes, die wegen ihrer Schwäche jene Brutalen so aufdringlich werden lassen haben, die zuviel erwarten und andere tyrannisieren. Seit 17 bis 18 Jahren sagt der Islamische Iran nun schin zu jenen Ländern: Seid doch unabhängig, denkt an eure Nationen, regiert euch selbst, bewahrt euch eure Kulturen, eure Unabhängigkeit und geht eurem eigenen Weg nach. Warum folgt ihr anderen? Die iranische Regierung und die Nation stehen wie ein Berg und fügen sich nicht den Erwartungen und Tyrannisierungen anderer. In der Vergangenheit (vor der Revolution) war Iran eines der Länder, die am Ende der Reihe gestanden haben, sich an den Rockzipfeln derer festgehalten hat, die vor ihm waren und diesen hinterhergelaufen ist. Seit der Revolution und soeziell nachdem der Krieg beendet ist, sagten sie (der Westen) sich: jetzt, wo der Krieg vorbei ist und sie (die Iraner) ihr Land aufbauen wollen, können wir sie vielleicht unter dem Druck ihrer Bedürfnisse dazu zwingen, von ihren Standpunkten abzulassen und zurückzuholen und den arroganten Ländern zu folgen. Aber sie sahen, daß das nicht passierte.

Iran gibt nicht auf

All die Jahre hindurch ist die iranische Nation auf dem Weg des Fortschrittes gegangen - Gott sei gepriesen, es wurden Riesenschritte in Richtung Entwicklung des Landes getan. Und im Zusammenhang mit politischen Standpunkten bezüglich internationaler Themen hat sie ihre Positionen mit jedem Tag klarer, deutlicher und entschiedener vertreten: Sie wird nicht vor ihnen kapitulieren. Sie versuchen, (auf Iran) Druck auszuüben. In solchen Zeiten muß die iranische Nation genau darüber nachdenken, sich zu festigen. In den bevorstehenden Jahren, in denen sie die Hoffnung noch nicht aufgegeben haben, muß die iranische Nation hart arbeiten, damit sie einen Punkt erreicht, an dem nicht mehr die kleinste Abhängigkeit von Ländern außerhalb der Landesgrenzen besteht - mit anderen Worten: wahre Selbständigkeit im ganzen Sinn des Wortes, sodaß, sie uns nicht mehr tyrannisieren können. Seht euch doch das Treffen an, das die europäischen Außminister abgehalten haben. Sie haben sich hingesetzt und Unsinn geredet. Sie haben unrichtige Standpunkte vertreten, sie haben eine Deklaration gemacht und das Treffen beendet. Was war das Ziel? Das Ziel war, Druck auf die iranische Regierung und das iranische Volk auszuüben. Sie haben unverschämte Dinge auf ihrem gestrigen Treffen gesagt. Die iranische Nation und die iranische Regierung muß demonstrieren, daß wir eine empfindliche und entscheidende Antwort auf tyrannisierende, arrogante und unverschämte Regierungen geben werden. (unterstützender Jubel in der Menge) Eine ihrer falschen Einstellungen kam dabei heraus, als sie beschlossen, ein Treffen ihrer klugen Köpfe abzuhalten. Sie sagten: Laßt uns hingehen und Iran auffordern, die Menschenrechte zu respektieren.

Europas Unverfrorenheit

Je mehr ich darüber nachgedacht habe, wie ich ihren Standpunkt bezeichnen könnte - ich fragte mich, was die Bedeutung ihrer Taten war - um so mehr kam ich zu dem Schluß, daß ich kein anderes Wort dafür finden konnte als Unverschämtheit. Diese Gentlemen zeigten ihre Unverschämtheit, indem sie diese Erklärung verfassten. Allen Ernstes: Menschenrechte! Die schlimmsten Beispiele für Menschenrechtsveretzungen sind von den europäischen Regierungen in diesem Jahrhundert verübt worden. Das waren 100 Jahre der Mißhandlung. Auch wenn wir zurückgehen ud in der Geshcichte der vergangenen Jahrhunderte lesen, so werden wir nicht anderes finden. Ich habe die Geschichte Europas studiert, ein großes Ding, aber laßt uns nur einmal die letzten 100 Jahre durchgehen. Die selben Gentlemen aus Europa führten zwei Weltkriege voller Volksverhetzung. Die zwei Weltkriege waren ihr Werk. Dieselben europäischen Gentlemen kolonialisierten dutzende Länder der Welt. Dieselben Gentlemen, die sich gestern in Luxemburg zusammengesetzt haben, um die Länge ihrer Bärte zu vergleichen (Anm.: ein Ausdruck fü eitles Geschwätz und sinnlosen Zeitvertreib), redeten und redeten und verfaßten eine sogenannte weise Erklärung. Die Sünden des Kolonialismus, d.h. die Verletzung der Rechte anderer Völker sind die Last auf den Schultern genau derjenigen Regierungen, deren Repräsentanten sich gestern zusammengesetzt haben, um über die Menschenrechtsverletzungen m Iran zu diskutieren. Dieser (Kolonialismus) war ein Beispiel fü ihre eigenen Menschenrechtsverletzungen in den vergangenen Jahrzehnten. Das aber war in vergangenen Jahrzehnten. In unserer Zeit: Wer hat da die Anlagen für chemische Waffen im Iraq gemacht, die so viele Tragödien verursacht haben ? Wer hat die nuklearen Einrichtungen gemacht, die diese Region bedroht haben? Iraqs Nuklaeren Einrichtungen, wo sie Atombomben bauen wollten? - Genau diese Gentlemen! Wer legt denn die Grundlagen für und wer rechtfertigt die Verbrechen, die Israel begeht, das tagtälich weitere Verbrechen verübt? Genau diese Gentlemen! Genau diese Regierungen! Seht einmal: Diese Menschen, die hier sitzen, sind die Verwandten der Märtyrer von Qana (Libanon). Letztes Jahr verübte das zionistische Regime eines der tragischsten Verbrechen vor den Augen dieser Menschen. Haben sie irgend etwas gesagt? Haben sie wenigstens eine Rüge angebracht? War das nicht falsch? Dies ist das Ausmaß, mit dem sich ihr Standpunkt hinsichtlich Menschenrechtsverletzungen verbindet. Zur Zeit werden so viele Verbrechen in den besetzten Gebieten verübt. Libanon wird täglich bombardiert - die Häser einfacher Leute. Sie kommen in libanesische Dörfer. Sie landen mit ihren Hubschraubern, nehmen Menschen an Bord und werfen sie in ihre Gefängnisse. Vor den Augen genau dieser europäischen Gentlemen. In dieser Sache sind sie einig. Nichts. Sagen Sie ein Wort? Überhaupt nicht. Werden Sie ärgerlich? &Uml;berhaupt nicht. In Sachen Bosnien-Herzigowina sind so viele Tragödien herausgekommen. Als sie irgendwann sahen, daß es wirklich gräßlich werden würde - traten andere Verbrechen außerhalb Europas auf. Das aber geschah in Europa selber. Sie veranstalteten ein wenig Geheul und Gejammer. Sie unternahmen keinerlei korrekte und vernünftige Maßnahme. Noch heute stehen die Muslime unter dem Druck der Serben. Genau jetzt. Kriminelle, die Tausende Leute umgebracht haben, sie lebendig begraben oder zu Tode hungern lassen haben, laufen heute frei in Europa umher. Niemand klagt sie an. Diese Gentlemen, diese europäischen Regierungen, die entweder selber so viele Verbrechen verübt haben, oder geschwiegen haben, als sie vor ihren Augen begangen wurden - wie können sie die Dreistigkeit haben, der Islamischen Republik, einem populären System, einer tapferen Nation zu sagen, daß es die Menschenrechte verletze? Ist das etwas anderes als schamlos? Sie sind wahrhaftig schamlos.

Iran "verurteilt" den Dialog mit Europa nicht

Nun haben sie gedacht, sie hätten die Islamische Republik erschreckt, indem sie gesagt haben, wir wollen den kritischen Dialog mit Iran einstellen. Wer verurteilt hier? Fordern wir den Dialog? Wenn es hier irgend eine Kritik zu üben gibt, dann sind wir diejenigen, die euch kritisieren. Der begriff dieser Gespräche war von Anfang an falsch. Ich habe bereits zu Beginn gesagt, daß diese Gespräche besser "bilaterale Kritik" geheißen hätten. Wenn es Kritik gibt, dann sollte sie doch wohl von beiden Seiten kommen. Wir haben mehr an euch zu kritisieren, als ihr an uns. Was ist denn eure Kritik? Eure Kritik ist doch: Warum befolgt ihr die islamischen Prinzipien? Aber genau das ist unser Stolz. Seht wie schamlos, grausam, böswillig, ungerecht und unverschämt die Feinde der Iranischen Nation sind. Das ist es, wie sie sind. Die Feinde der Islamischen Republik. Natürlich hat die iranische Nation schlimmeres gesehen, als diese Feindseligkeiten und hat fest wie ein Berg gestanden. Glaubt ihr, irgendwer k¨mmert sich um das, was sie gesagt haben? Natürlich hat unsere Regierung, gepriesen sei Gott, gegen ihr häßches Verhalten gute Standpunkte eingenommen. Von nun an muß es auch aus einer Position der Stärke voranschreiten. Zuersteinmal soll sie (die Iranische Regierung) dem deutschen Botschafter für eine Weile nicht erlauben, nach Iran zu kommem. Sie sollen ihn nicht hereinlassen. (unterstützender Jubel der Menge: Gott ist groß, Khamene'i ist der Führer, Tod den USA, Tod Israel). Und der Rest - die die kommen wollen, die zurückkehren wollen, nunja um es wohlwollend zu sagen: Sie sind von selbst gegangen, sie können von selbst wiederkommen - als ob ihr Abgang etwas wichtiges gewesen wäre. Sie haben bemerkt, daß es absolut nicht wichtig gewesen ist. Jetzt wollen sie zurückkommen. Na gut. Wenn sie zurückkommen wollen, dann ist das nicht verkehrt. Auf jeden Fall beeilen wir uns nicht, die iranischen Botschafter in ihre Länder zurückzuschicken. Nehmt euch Zeit. Seht, was angemessen ist. Was immer die islamische Würde gebietet, was wir auch immer gesagt haben, sie sollen in Anlehnung daran handeln. Die Wahrheit ist: Laßt beide, die Europäer und andere wissen: Laßt Europa nicht in dem Glauben, daß wir es bräuchten. Keinesfalls. Wir haben Europa nicht nötig. Wir können unser Land auch ohne Europa gestalten. Laßt uns doch einmal annehmen, daß einige Luxusgüter oder Kosmetika, die aus diesem oder jenem Land importiert werden, nicht mehr kommen. Nun, das ist gut. Was spielt das für eine Rolle? Wir produzieren im Lande, was unsere Nation braucht, und wenn es etwas gibt, was wir brauchen, dann sind da eine Menge Länder, die Schlange stehen, uns das zu verkaufen. Wofür brauchen wir diese paar europäischen Länder? Sie glauben (wohl), ihnen gehöre die Welt. Meiner Meinung nach sind sie (die europäischen Länder) in dieser Sache natüurlich hereingelegt worden. Sie wurden von den Zionisten und den Amerikanern hereingelegt. Das heißt, die Amerikaner waren es, die Druck ausgeübt haben. Aber sie haben nicht gemerkt, worum es ging. Sie haben nicht bemerkt, daß der islamische Iran kein Land ist, das man zwingen kann, seine Positionen aufzugeben, oder das man zwingen kann, sich irgendwem zu ergeben. Iran ist ein Land, welches trotz all der Hindernisse, die ihm von Großen Mächten in den Weg gelegt wurden, in den letzten 18 Jahren vollen Herzens, tapfer und in würdevoller Weise all das errungen hat, was es heute erreicht hat... Diese Nation ist lebendig. Diese Nation ist wachsam. Dies ist eine Fröhliche , konstruktive Nation, die niemand anderen braucht. Wir brauchen niemanden. Diejenigen, die zu uns Kontakte unterhalten wollen, sollen wissen, daß wenn Beziehungen arrogant zu werden beginnen, die iranische Nation sie abweisen wird. Meine Lieben. Lehrer, Arbeiter, junge Leute und all ihr, in deren Händen die Stabilität, die Unabhängigkeit und das Rückgrat des Landes liegen; Auf euren Schultern ruht eine schwere Last der Verantwortung. Könnt ihr sehen, wir unfair der Feind ist? Könnt ihr sehen, wie ruchlos und schamlos der Feind ist? Wenn ihr von der Herrschaft des Feindes gerettet sein wollt, dann müßt ihr hart arbeiten. Jeder muß seine Aufgabe tun unter der Berücksichtigung, Gott zu gefallen und diesen islamischen Staat in die Lage versetzen, diesen stolzen und blühenden Iran, gegen den Feind Stand zu halten, und jedem klar zu machen, daß dank der Segnungen des Islam kein Feind diese Nation tyrannisieren oder ausbeuten kann.

Möge Gottes Friede und seine Gnade mit euch allen sein. (jubelnde Unterstützung der Menge)

Quelle: Stimme der Islamischen Republik Iran, Kanal 1, persisch, 10:10 Uhr GMT, 30. April 1997

 

Freitags-Gebet, Teheran, 21. Tag des Fastenmonats Ramadan 1417 (31. Januar 1997) Von Imam Khamenei

Gepriesen sei G.tt, der Herr der Welten. Gepriesen sei G.tt, den alle wegen seiner Gnaden preisen. Gepriesen sei G.tt für seine Milde, für sein Wissen, für sein Vergeben und für seine Macht. Gepriesen sei G.tt für seine Geduldigkeit während der Unbill. Er hat die Macht über alles, was er will. Wir preisen Ihn, dessen Hilfe wir erbitten, dessen Vergebung wir erflehen und auf den wir unser Vertrauen setzen. Mögen unsere Segnungen und der Friede auf seinem aufrichtigen und ehrenvollen Freund und dem besten seiner Geschöpfe sein, dem Bewahrer all Seiner Geheimnisse, Seinem Gesandten, dem Verkünder Seiner Barmherzigkeit, der uns vor Seiner Strafe gewarnt hat, unser Herr und Prophet, der geliebte Abu-al-Qas.m al-M.stafa M.hammad. Und weiterhin auf seiner Nachkommenschaft, den Fehlerlosen, den Reinen und Auserwählten, den unfehlbar rechtgeleiteten Führern, den besonderen Stellvertretern G.ttes auf Erden und mögen alle Segnungen auf den g.ttlich geleiteten Imamen der Muslime und den Beschützern der Unterdrückten liegen. O Ihr Diener G.ttes, ich ermahne euch zur G.ttesfurcht (taqwa) und davor, weltlichen Genüssen zu verfallen und davor, von der Welt verführt zu werden.

An diesem großen Tag ermahne ich alle lieben betenden Brüder und Schwestern, g.ttesfürchtig zu sein, sich (dem G.ttesdienst) zu widmen und sich rein zu halten, denn diese Tage gehören dem Herrn der Gläubigen der Welt. Die größte Lehre dieser gesegneten Tage ist G.ttesfurcht (taqwa). Wir sollten vorsichtig gegenüber unserer Arbeit, unserem Verhalten, unserer Rede, unseren Vorstellungen und dem sein, was in unseren Gedanken erscheint, das heißt unserer eingeborenen (fleischlichen) Natur, und (statt dessen) danach streben, nicht vom g.ttlichen Weg abzuweichen. Das ist die Bedeutung von G.ttesfurcht (taqwa) und wahrscheinlich ist es eines der Hauptziele des Fastens im Fastenmonat Ramadhan, diese G.ttesfurcht in uns zu verwirklichen und uns in wahrhaft fromme Menschen zu wandeln.

Heute ist Freitag und es ist einer der großen Tage, zu denen man ähnlich große kaum findet. Er fällt zusammen mit dem 21. Tag des Fastenmonats Ramadhan und markiert den Tag der Bestimmung (Qadr), welcher genau so wichtig wie Nacht der Bestimmung ist, und er markiert den Tag des Martyriums des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.), der eine der bitteren Erinnerungen in der islamischen Geschichte in uns wachruft. Er fällt gleichfalls mit dem 12. Bahman zusammen, welches der Tag der Erlangung der Souveränität des Islam über dieses Land ist und der Wiederbelebung des Islam weltweit. Es ist der Tag der Rückkehr des Imam (Khomeini) in den Iran, um Wahrheit und Gerechtigkeit regieren zu lassen. Mit anderen Worten, es treffen verschiedene wichtige Ereignisse an diesem Tag zusammen, die wir wertschätzen sollten.

In dieser ersten Rede möchte ich zunächst meine Hingabe zu Imam Ali (a.s.) zum Ausdruck bringen, dem Befehlshaber der Gläubigen. Danach möchte ich einige wichtige Punkte erwähnen, die mit dem Tag der Bestimmung (qadr) zusammenhängen, in Bezug auf unsere spirituellen und geistigen Probleme. Dies ist es, was einen zu G.tt zurückkehren lässt, was die inneren Dimensionen weiterentwickelt und das Herz von Sünden befreit und es reinigt. Am ersten Freitag des Fastenmonats Ramadhan habe ich einige Punkte zum Erbitten der Vergebung von G.tt angesprochen. In der zweiten Rede möchte ich ein wenig über die Probleme der Revolution sprechen und auf einen wesentlichen Punkt im Zusammenhang mit der Revolution eingehen.

Betrachtet man den Befehlshaber der Gläubigen (a.s.), so erahnen wir einen Ozean, dessen Ausmaße von Menschen einfach nicht erfasst werden können, weder auf einen Blick noch durch langes Studium. Nähert man sich diesem Ozean von einer Seite, so werden einem eine majestätische Welt, verschiedene Meere, gewaltige Tiefen, verschiedenste Meeresbewohner und verschiedenste Formen des Lebens überhaupt, sowie Wunder der Meere offenbar. Nähert man sich diesem Ozean aus einer anderen Richtung, so wird man die selben Wunder wahrnehmen. Diese Analogie ist jedoch unzureichend, die ganze Persönlichkeit des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) zu beschreiben. Betrachtet man seine Persönlichkeit aus irgend einem Blickwinkel, ohne dabei zu übertreiben, so bemerkt man dass man etwas Wunderbares vor sich hat. Umgekehrt kann man sagen, dass es am Unvermögen einer Person liegt, die über Jahre hinweg das Leben des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) studiert hat, das wunderbare Ausmaß des Charakters von Ali (a.s.) nicht begreifen zu können. Und das gilt auch dann, wenn man alle geläufigen Möglichkeiten des Verstandes, der Vernunft, der Erinnerung und der Logik ausschöpft.

Selbstverständlich ist der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) nur ein kleines Abbild und ein Nachfolger des Heiligen Propheten (a.s.). Aber selbst dann erscheint uns diese gewaltige Persönlichkeit, trotzdem man ihn als dem Propheten ergeben und als einen seiner Anhänger betrachtet, als außergewöhnlicher Mensch, wo wir ihn aus unserer Sicht als (gewöhnliche) Menschen betrachten. Wir können uns einen Menschen von solcher Größe nicht vorstellen. Die menschlichen Möglichkeiten der Auffassungskraft, der Vernunft und der Gedanken (ohne die Fernsehkamera, die noch weitaus ungeeigneter als der menschliche Organismus ist, welcher über alle anderen materiellen Hilfsmittel erhaben ist) sind nicht ausreichend, die Persönlichkeit des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) denjenigen zu beschreiben, die keine spirituelle Erkenntnis und Vertiefung erfahren haben.

Heute möchte ich einen bestimmten Punkt aus dem Leben des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) erwähnen. Es handelt sich um eine Eigenschaft, die ich als Ausgewogenheit in der Persönlichkeit des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) bezeichnen möchte. In seiner Persönlichkeit liegt eine wunderbare Ausgewogenheit. Das bedeutet, dass scheinbar verschiedene und unvereinbare Eigenschaften derart wunderschön zusammen existieren, dass sie eine wahrhaft wunderbare Kombination bilden. Es lässt sich niemand finden, in dem solche Qualitäten vereint wären. Es liegen solche Qualitäten im Befehlshaber vereinigt, die regelrecht gegensätzlich sind.

Nun erwähne ich einige dieser gegensätzlichen Qualitäten, beispielsweise stehen Barmherzigkeit und Mildtätigkeit nicht in Übereinstimmung mit Entschiedenheit und Härte. Trotzdem besaß der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) Barmherzigkeit und Milde im höchsten Maß. Solch eine Stufe kann kaum bei gewöhnlichen Menschen gefunden werden. Von denjenigen, die beispielsweise den Armen helfen oder die Familien der Unterdrückten besuchen, gibt es viele, aber nur der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) hat dies sowohl während der Zeit seiner Regierung und Herrschaft ausgeübt, und nicht bloß zeitweilig sondern unablässig. Und auf der anderen Seite hat er sich nicht allein damit begnügt, seine Hilfen in materieller Art darzubringen, sondern er kümmerte sich darüber hinaus fürsorglich um blinde Menschen oder kleine Kinder, half ihnen, brachte ihnen Respekt entgegen und machte sie glücklich. Wie viele Menschen gibt es denn, die derart gnadenreich und hingebungsvoll sind? In Bezug auf Gnade und Hingebung ist solcher Art der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.)!

Er besuchte einst das Haus einer Witwe, die kleine Kinder hatte und zudem er für sie den Backofen angefacht hatte, buk er auch das Brot für sie und fütterte ihre Kinder. Er spielte mit traurigen Kindern und brachte ein Lächeln auf ihre Lippen, er beugte sich nieder, so dass sie auf seinen Rücken krabbeln und er sie hin und hertragen konnte. In ihrem armseligen Häuschen erheiterte er sie und brachte die Waisenkinder zum Lachen. Solcher Art ist die Barmherzigkeit und die Hingabe des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.). In diesem Zusammenhang sagte einmal ein großer Mann jener Zeit: "Ich sah den Befehlshaber der Gläubigen (a.s.), wie er den Armen und den Waisenkindern so oft Honig zu essen gab, dass ich insgeheim bei mir wünschte, ich sei selber eine Waise." Er sagte, dass er eine Waise sein wollte, um auch in den Genuss der Liebe von Ali (a.s.) zu kommen. Dies war ein Beispiel für die Barmherzigkeit und die Zartheit von Ali (a.s.).

Es ist dieser Befehlshaber der Gläubigen, der in der Schlacht von Nahrawan, als eine Anzahl von abtrünnigen und frömmelnden Personen beschlossen, die Regierung (von Imam Ali a.s.) unter falschen Vorwänden zu Fall zu bringen, sich diesen Personen entgegenstellte und sie ermahnte, doch es war vergeblich. Daraufhin diskutierte er mit ihnen, doch auch das war vergeblich. Dann sandte er einen Unterhändler zu ihnen, doch auch das war erfolglos. Er sicherte ihnen finanziellen Beistand zu und versprach ihnen Hilfe, aber auch das verbesserte ihre Situation nicht. Als er letztendlich beschloss, gegen sie zu kämpfen, versuchte er weiterhin, sie recht zu weisen, doch vergebens. An dieser Stelle war es notwendig, Entschlossenheit zu zeigen. Sie waren zwölftausend an der Zahl. Ali (a.s.) gab das Banner des Islam einem seiner Gefährten und sagte: "Jeder, der am folgenden Tag unter diesem Banner kämpft, wird sicher sein, und ich kämpfe mit den Verbleibenden..." Von den zwölftausend kamen achttausend unter dem Banner zusammen und ihnen wurde vom Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) vergeben, unabhängig von ihren vorhergegangenen Feindseligkeiten, Verleumdungen und Anfeindungen. Als Imam Ali (a.s.) feststellte, dass die verbliebenen viertausend zum Kampf entschlossen waren, sagte er zu ihnen: "Wenn ihr entschlossen seid zu kämpfen - es werden keine zehn von euch viertausend überleben!" Er nahm den Kampf auf. Von den viertausend überlebten nur neun das Gefecht, alle anderen kamen um. Das war der selbe Ali (a.s.), der sich an dieser Stelle so verhalten hat, weil er jene Gruppe als boshaft und schlecht angesehen hat, als Menschen, die sich wie Skorpione verhalten. Das Wort Khawaridj ist nicht treffend übersetzt. Unglücklicherweise wird es in Reden, in der Dichtung, in jenem Film und anderswo mit religiöse Konservative übersetzt. Das ist eine falsche Interpretation. Wer ist ein religiös Konservativer? In der Zeit des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) gab es viele eigenwillige Personen. Wenn Ihr ein Beispiel für Kharedjiten haben wollt, dann gebe ich Euch ein Beispiel für sie aus unserer Zeit. Erinnert Ihr Euch an die Munafiqun (die Heuchler)? Sie lesen auch die Verse des Heiligen Quran und die Reden aus Nahj ul-Balaghah, sie geben vor, religiös zu sein und erachten sich selbst als islamischer und revolutionärer als andere.

In jenen Tagen legten sie Bomben, töteten im Fastenmonat Ramadhan zur Zeit des Iftar alle Mitglieder von Familien, bestehend aus Erwachsenen, Kindern und Säuglingen. Warum? Etwa weil sie Anhänger des Imam und der Revolution waren? Sie legten unbemerkt Bomben und töteten so große Mengen unschuldiger Menschen auf öffentlichen Plätzen. Es geschah durch eine ihrer Bomben, dass jener achtzig Jahre alte Imam des Freitagsgebetes Märtyrer geworden ist, der ein frommer und erleuchteter Mann gewesen ist und ein Streiter auf dem Wege G.ttes. Bei einem der Bombenattentate wurden fünf andere Imame von Freitagsgebeten zu Märtyrern, die gebildete, auserlesene, fromme religiöse Gelehrte gewesen waren. Die Taten, die sie verübt haben, waren so, als wären sie Khawaridj. Sie töteten Abd al-ibn Khabbab, schlitzten den Leib seiner schwangeren Frau auf, töteten das Ungeborene, das gerade ein paar Monate alt gewesen ist und zerstampften ihr Gehirn. Warum? War das, weil sie Anhänger von Ali (a.s.) gewesen sind? Solche müssen entfernt und getötet werden. Das sind die Khawaridj.

Ihr solltet die Khawaridj genau kennen. Es waren die, die an den scheinbaren Aspekten der Religion und den Versen des Quran festhielten. Sie lernten den Quran und Najul Balaghah auswendig (im Hinblick auf die Tatsache, dass während jener Zeit der Quran eine beherrschende Rolle gespielt hat und späterhin hielten sie an dem fest, was gerade in ihrem Interesse lag und behielten sich den Anschein der Religiosität bei.) Sie glaubten augenscheinlich an bestimmte Aspekte religiöser Dinge, aber sie widersprachen den wesentlichen Elementen der Religion und zeigten ihnen gegenüber fanatischen Widerstand. Sie hielten die G.ttesdiener von G.tt fern und waren somit vollständig die Diener Satans. Ihr habt gesehen, wie die Munafiqun (die Heuchler) einst solche Ansprüche gestellt haben und ihren scheinbar religiösen Standpunkt gefestigt haben. Als sie es für nötig hielten, kämpften sie gegen die Revolution. Gegen den Imam und das System der Islamischen Republik. Sie waren bereit, für die USA, die Zionisten, Saddam und jedermann zu arbeiten und ihnen zu Diensten zu stehen. So waren die Khawaridj. In jenen Tagen stand der Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) ihnen hart entgegen. Das ist der selbe Imam Ali (a.s.).

Ihr seht, wie diese beiden Eigenschaften Schönheit hervorbringen. Ein solch gnadenreicher und empfindsamer Mann, der kein Waisenkind traurig sehen konnte. Er sagte, dass er nicht eher gehen wolle, als bis das Kind gelacht habe. Dann jedoch stand er gegen jene abweichlerischen Übeltäter, die auf jede unschuldige Person einstachen wie Skorpione, und tötete viertausend von ihnen innerhalb weniger Stunden eines Tages. Während dessen wurden von den Mitstreitern von Imam Ali (a.s.) weniger als zehn getötet, tatsächlich wurden nur fünf oder sechs Märtyrer. Aus den viertausend jedoch überlebten gerade neun. Das ist gemeint mit einer Ausgewogenheit in der Persönlichkeit.

Ein anderes Beispiel ist seine Pietät und seine Autorität seiner respektierten Person, was etwas ausgesprochen Unübliches ist. Was bedeutet Pietät (wara)? Es bedeutet, dass man sich von allem fernhalten sollte, was verdächtig scheint und der Religion widerstrebt. Und was ist mit Autorität gemeint? Nach all dem, was wir gesehen haben, ist es für einen Herrschenden möglich, Pietät in einer solchen Weise zu zeigen? Nun wo wir uns gerade damit beschäftigt haben, erkennen wir, wie wichtig diese Attribute sind, wenn sie in irgend einer Person Wirklichkeit werden. Während der Regierungszeit wird man mit Problemen allgemeiner Art konfrontiert und führt Gesetze aus, die von sehr großem Nutzen sind. Es ist in jedem Fall möglich, dass in diesem Verlauf irgend jemand irgendwo ungerecht behandelt wird. Trotz allem ist ein Regierungsbeamter ein menschliches Wesen und somit wäre es möglich, dass er ein Gesetz auf dieser Welt oder innerhalb seines Landes verletzt. Wie kann es jemandem möglich sein, dass er in Anbetracht einer solch unkontrollierbaren Umgebung seine Pietät erhält? Und dann scheint es so, dass die Regierung keine Pietät an den Tag legte. Trotzdem verband der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) die höchste Stufe von Pietät mit einer kraftvollen Regierungsausübung, was etwas sehr Ungewöhnliches ist.

Er war freimütig gegen jedermann. Wenn er einen Gouverneur als wirkungslos und inkompetent erkannte, dann entfernte er ihn aus diesem Amt. M.hammad ibn Abu Bakr war wie ein Sohn für den Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) und er liebte ihn wie einen seiner eigenen Söhne. Auch er sah Ali ibn Abi Talib (a.s.) wie seinen eigenen Vater an. Er war der jüngste Sohn von Abu Bakr und ein hingebungsvoller Anhänger des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.). Und er wurde von Imam Ali (a.s.) großgezogen. Der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) sandte M.hammad ibn Abi Bakr als Gouverneur nach Ägypten. Dann schrieb er ihm einen Brief des Inhalts, dass er nicht ausreichend befähigt sei, Ägypten zu verwalten und dass darum von seiner Position abberufen und durch Malik al-Aschtar ersetzt werde. M.hammad ibn Abi Bakr wurde aus einer menschlichen Haltung heraus ärgerlich, da er doch einen hohen Rang bekleidete. Doch der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) maß dem keine Beachtung bei. M.hammad ibn Abi Bakr war eine bedeutende Persönlichkeit, der dem Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) viel geholfen hatte, während der Schlacht des Kamels und während der Treuepflicht. Er war der Sohn von Abu Bakr und der Bruder von Aischah, eine Mutter der Gläubigen. Und obwohl er so wichtig war, maß er dem Unbill von M.hammad ibn Abu Bakr keine Bedeutung bei. Das ist die Bedeutung von Pietät, welche segensreich ist für jedermann und jeden Regenten während seiner Regierung. Der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) besaß aller höchste Pietät.

Ein Dichter namens Najaschi schrieb Gedichte über den Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) und gegen seine Feinde. Eines Tages im Fastenmonat Ramadhan ging er durch eine Straße, als ein verdorbener Mann ihn dazu anhielt, den Tag mit ihm zu verbringen. Er sagte, er ginge gerade zur Moschee, wahrscheinlich um zu beten und Quran zu lesen. Der Mann riet ihm, dem Tag des Fastenmonats keine Wichtigkeit beizumessen und doch den Tag mit ihm zu verbringen und brachte ihn durch Druckausübung dazu. Letztlich ging der Dichter mit in das Haus des Mannes und begann, sein Fasten zu brechen und Wein zu trinken. Er wollte all das nicht tun, aber wurde mit hineingezogen. Als man herausfand, dass er getrunken hatte, sagte der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.), dass jeder mit achtzig Peitschenhieben für das Trinken von Wein bestraft werden solle und zehn oder zwanzig weitere Peitschenhiebe dafür, dass sie das im Fastenmonat Ramadhan getan hatten. Najaschi sagte: "Ich bin ein Dichter und ein Diener Eurer Regierung. Ich kämpfte gegen die Feinde mit Worten. Und Ihr wollt mich auspeitschen?" Um es mit eigenen Worten zu sagen, der Imam entgegnete ihm, ungeachtet dessen, mir lieb und wichtig zu sein, wird die g.ttlich verordnete Strafe nicht erlassen. Seine Verwandten wandten sich an den Imam (a.s.) und sagten: " Er war ein Dichter und ihn auszupeitschen wäre eine Schande für uns und wir würden unsere Ehre dadurch (so schnell) nicht wieder erlangen." Der Imam (a.s.) sagte: "Das wird niemals geschehen. Ich kann die Vollstreckung seiner Strafe nicht aussetzen." Der Mann wurde niedergehalten und ausgepeitscht. Er entkam und verschwand des nachts. Er sagte: "Da in deiner Regierung einem Dichter, Künstlern und Intellektuellen wie mir gegenüber kein Respekt entgegengebracht wird, muss ich dies verlassen und irgendwo hin gehen, wo ich gewertschätzt und respektiert werde." Er beschloss also, dorthin zu gehen, wo man ihn wertschätzen und würdigen sollte. So gelangte er zu Muawijah, weil er dachte, dass Muawijah ihn wertschätzen und ihn als einen Dichter willkommen heißen würde. Das tut nichts zur Sache. Wenn ein Mensch durch seine Gefühle so erblindet ist, dass er den strahlenden Glanz von Ali (a.s.) nicht sehen kann, dann ist es die katastrophale Folge solcher Blindheit, dass er sich zu Muawijah begibt und sich in dessen Dienst stellt. Der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) wusste, dass er einen Mann verlor, der ein wichtiger Dichter gewesen war. Die Stellung eines Dichters war in jenen Tagen weit wichtiger als heute, denn es gab keine Massenmedien, wie Fernsehen und Radio. Es waren die Dichter, die Gedanken dadurch verbreiteten, indem sie Gedichte verfassten.

Ihr seht, wie schön die Pietät des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) mit seiner machtvollen Regierung vereint war. Etwas derartiges gibt es auf der Welt nicht. In der Geschichte haben wir etwas derartiges auch nicht erlebt. Die Khalifen vor dem Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) waren in diesem Zusammenhang sehr verschieden. Wenn man ihre Geschichte betrachtet, so stellt man außergewöhnliche Taten fest. Trotzdem besteht ein erstaunlicher und unbegreiflicher Unterschied zwischen dem Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) und dem, was vor und nach ihm gewesen ist, bis zum heutigen Tag, und es kann weder erwähnt noch erfasst werden.

Ein anderes Beispiel ist das seiner Macht und wie ungerecht er behandelt wurde. Wer war zu seiner Zeit mächtiger als der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.), dessen Tapferkeit außerordentlich beeindruckend war. Bis zum Ende des Lebens des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) wagte niemand etwas der Tapferkeit und dem Mut des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) entgegenzusetzen. Und genau dieser Mann, Ali (a.s.), war der am ungerechtesten behandelte seiner Zeit, ja noch mehr, nach dem bisher Gesagten war er das wohl das am ungerechtesten behandelte menschliche Geschöpf in der islamischen Geschichte. Große Macht zu besitzen und dennoch ungerecht behandelt zu werden ist etwas, das doch nicht zusammen passen kann. Normalerweise begegnet man Männern mit Macht nicht mit Widerstand, aber der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) wurde ungerecht behandelt.

Ein anderes Beispiel ist seine Askese. Der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) ist ein Idealbild für Askese und für das Fehlen von Streben nach Weltlichem. Eines der wichtigsten Dinge im Nahj al-Balaghah ist die Askese. Während der fünfundzwanzig Jahre, die zwischen dem Ableben des Heiligen Propheten und dem Erlangen seiner Regierungsgewalt gelegen haben, war der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) selbst damit beschäftigt, Felder zu kultivieren und zu bestellen, Gärten anzulegen, Brunnen und Bewässerungsgräben zu auszuheben, aus seinem Besitz heraus. Das Erstaunliche daran ist, dass er all das nur für Gott tat.

Es ist bemerkenswert, dass der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) das größte Einkommen seiner Zeit gehabt hat. Man berichtet, dass er gesagt hat: "Wenn das, was ich an Almosen gebe, unter den Haschemiten verteilt würde, so würde sie das zufrieden stellend versorgen." So hoch war das Einkommen des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.). Trotzdem lebte ein Mann mit einem solch hohen Einkommen in der ärmlichsten Art und Weise, denn er gab alles, was er hatte auf dem Wege G.ttes. Einmal ging er an die Arbeit und grub selbst einen Brunnen. Der Überlieferer berichtet: "Ich sah Wasser aus dem Brunnen strömen, (zuerst) wie aus der Kehle eines (geschlachteten) Kamels und dann begann es zu fließen. Als der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) (a.s.) mit Matsch überdeckt aus dem Brunnen herausgestiegen war, setzte er sich an den Rand und bat um ein Stück Papier. Er schrieb auf das Blatt: "Dieser Brunnen wurde von Ali ibn Abi Talib (a.s.) an die und die Leute übereignet." Was ihr während der Regierungszeit des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) (a.s.) beobachten könnt, ist die Fortsetzung seines persönlichen Lebens, was sich gleichermaßen in seiner Regierung manifestiert.

Sich von der Welt zu distanzieren steht nicht im Widerspruch dazu, die Welt zu entwickeln, so wie G.tt der Allmächtige es als öffentliche Pflicht angeordnet hat. Wir können unfruchtbaren Boden kultivieren und Güter hervorbringen aber wir sollten uns nicht daran binden und uns davon gefangen nehmen lassen. Wir sollten nicht Diener von Reichtum, Geld und Gut sein und uns von diesen überkommen lassen, es sei denn, man ist in der Lage, es ohne jedes Hemmnis auf dem Wege G.ttes zu verwenden. Dies ist eine islamische Ausgewogenheit und es gibt so viele Beispiele, dass es lange Zeit bräuchte, diese hier zu erwähnen.

Die Gerechtigkeit von Ali ibn Abi Talib (a.s.) ist ein weiteres Beispiel. Wenn wir sagen, dass Ali ibn Abi Talib (a.s.) gerecht gewesen ist, so versteht jeder unmittelbar, dass er soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft eingeführt hat. Das ist (wahre) Gerechtigkeit. Über allem ist Gerechtigkeit genau diese Ausgewogenheit. "Auf Gerechtigkeit gegründet sind die Himmel und die Erde." Das bezeichnet genau diese Ausgewogenheit in der Schöpfung. Das ist die Wahrheit dieser Sache. Gerechtigkeit und Wahrheit sind letztendlich das selbe und haben die selbe Bedeutung und besitzen die selbe Wirklichkeit. Die Merkmale des Lebens des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) beinhalten Gerechtigkeit und Ausgewogenheit und alle guten Eigenschaften sind zusammengehörig und in sehr schöner Art und Weise in ihm vereint.

Eines der weiteren Merkmale des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) ist sein Bitten um Vergebung bei G.tt, über die ich am Ende dieser Ansprache nun einige Punkte erwähnen will. Die Bittgebete des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.), seine Reue und sein Bitten um Vergebung bei G.tt sind sehr bedeutsam. Eine Persönlichkeit, die beides ist, Krieger und Politiker, und die über die größten Länder der Welt über fünf Jahre regiert hat. Das Gebiet über die sich seine Regierung erstreckte, war etwa so groß wie zehn Länder. Im Hinblick auf ein solch großes Territorium und trotzdem er mit zahlreichen Aktivitäten beschäftigt war, war er ein großartiger und vollkommener Politiker. Die Wahrheit ist, dass er die Welt regiert hat; und tatsächlich durchmaß er eine Welt. Seine politischen Strategien, seine Kämpfe, seine Schlachten, seine Politik der Verwaltung und der sozialen Belange, sein Urteilsspruch unter den Menschen und seine Bestrebungen, die Menschenrechte in jener Gesellschaft zu bewahren, waren alles große Errungenschaften, welche die ganze Zeit eines Menschen in Anspruch nehmen. In solchen Fällen sagen manch Einseitige: "Unser G.ttesdienst und unser Bittgebet sind genauso für G.tt, und unsere Arbeit ist für G.tt." Der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) hat so etwas jedenfalls nicht gesagt. Er arbeitete und verrichtete seinen G.ttesdienst. In manchen Überlieferungen wird gesagt, dass der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) oftmals eintausend Gebetseinheiten tags und nachts verrichtete. Ich habe diese Angaben selbst nicht nachgeprüft, ob diese Überlieferungen zuverlässig sind oder nicht.

Die Bittgebete, die ihr kennt, sind die berühmten Bittgebete des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.). Von seiner Jugend an war der Befehlshaber der Gläubigen daran gewöhnt, sich in Reue mit Bittgebeten G.tt zuzuwenden, und auch an den Tagen, an denen er beschäftigt war. Während der Lebenszeit des Propheten war er ein aktiver und revolutionärer Jugendlicher. Und immer beschäftigt, ohne Freizeit zu haben. Als sogar in eijer Zusammenkunft gefragt wurde: "Wer unter den Anhängern des Propheten (s.a.s.) dient G.tt am meisten?" antwortete Abu Darda: "Ali" und als er nach dem wieso und warum gefragt wurde, führte er einige Beispiele an und überzeugte so (die Anwesenden), dass Ali (a.s.) G.tt am meisten diente. Ali (a.s.) hatte einen solchen Charakter sowohl als junger Mann, als er vielleicht fünfundzwanzig Jahre alt war, und auch während seines Khalifats.

Es werden viele Begebenheiten erzählt über den G.ttesdienst des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.). Das as-Sahifat al-Alawiyah, welches von einer Gruppe muslimischer Gelehrter zusammengetragen wurde, besteht aus Bittgebeten, die vom Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) stammen, von denen eines das Bittgebet des Kumayl ibn Ziyad (Dua Kumayl) ist, welches wir immer in der Nacht zum Freitag lesen. Einmal fragte ich unseren seligen Imam (Imam Khomeini (r.a.)), welches unter den bestehenden Bittgebeten er am meisten bevorzuge. Nach einer kurzen Pause sagte er: "Zwei Bittgebete: Das Dua Kumayl und das Munajat al-Schabaniyyah" Es ist anzunehmen, dass das Munajat al-Schabaniyyah auch die Worte des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) sind, denn es wird überliefert, dass sich alle schiitischen Imame mit diesem G.tt anvertraut haben. Außerdem sind die Worte und die Zusammenhänge im Munajat al-Schabaniyyah sehr ähnlich wie die im Dua Kumayl. Das Dua Kumayl ist gleichermaßen ein wunderbares Bittgebet. Dieses Bittgebet beginnt mit dem Bitten um G.ttes Vergebung und einem Anflehen, mit zehn Seiner Attribute. Dann ersieht man, dass die Reue, über die ich vor einigen Wochen gesprochen habe, gerade diese Reue ist. Es beginnt also mit: "O G.tt, ich bitte Dich bei Deiner Gnade, die alle Dinge umfasst." Dann folgt Schwur bei zehn der Attribute G.ttes, etwa seiner Segnungen, seiner Stärke, usw. Nach diesem Schwur auf diesen zehn Attributen G.ttes fährt es fort mit: "O G.tt vergib mir die Sünden, die Deinen Schutz mir vorenthalten! O G.tt vergib mir die Sünden, die Unglücke nach sich ziehen! O G.tt, vergib mir die Sünden, die die Segnungen verringern. O G.tt, vergib mir die Sünden, die die Bittgebete zurückhalten." In diesem Bittgebet erwähnt der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) fünf Arten der Sünde. Sünden, die Bittgebete zurückhalten, Sünden, die Leid nach sich ziehen und so weiter. Das sind Sünden, die Zorn usw. nach sich ziehen. Das Bittgebet beginnt und endet damit, G.ttes Vergebung zu erbitten. Es ist das Hauptthema dieses Bittgebetes, G.ttes Vergebung aufrichtig zu erflehen. Und es ist die Art und Weise des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.), G.ttes Vergebung zu erflehen.

Meine Lieben, es ist die höchste und vollkommenste Lebensweise, in der der Mensch Gottes Zufriedenheit erstrebt, und sich von Selbsterhöhung und fleischlichen Gelüsten fern hält, die jemanden zu seinem eigenen Gefangenen machen. Ein solcher ist ein vollkommener und aufrechter Mensch. Ein materialistischer Mensch, der in seiner unerträglichen Leidenschaft gefangen ist, der nach seiner (niederen) Seele und seinen Gefühlen geht, ist ein verächtlicher Mensch, egal wie großartig oder hochrangig er zu sein scheint. Die Präsidenten eines der größten und reichsten Länder, die gegen ihre fleischlichen Gelüste nicht ankämpfen können und die Sklaven sind, sind wirklich schwache menschliche Kreaturen. Ein armer Mann hingegen, der seine fleischlichen Gelüste bewältigen kann und der auf dem geraden Wege voranschreitet -dem Wege menschlicher Vollkommenheit, wie sie von G.tt gewollt ist- das ist ein wahrhaft großer Mann.

G.ttes Vergebung zu erstreben rettet uns von Niedrigkeit. Es befreit uns von den Ketten und entfernt den Unrat, der unsere leuchtenden Herzen bedeckt (die All.. s.w.t. Euch gegeben hat). Das Herz (qalb) bedeutet Leben, Lebendigkeit, oder das was das wahre Wesen des Menschen ausmacht, und was in sich eine hell strahlende Natur ist. Jedes menschliche Wesen ist hell strahlende Wirklichkeit, auch wenn er oder sie nicht mit G.tt in Verbindung tritt oder sogar kein Wissen von G.tt hat, ist er hell strahlende Wirklichkeit. Natürlich ist als Folge fehlenden Wissens von G.tt, Begehen von Sünden und der Erfüllung fleischlicher Gelüste die Seele trüb geworden. Das Streben nach G.ttes Vergebung bereinigt dieses Getrübtsein und erhöht zu hell strahlendem Glanz.

Der Monat Ramadhan ist die Zeit, nach der Vergebung G.ttes zu streben, Bittgebete zu machen und sich in Reue G.tt wieder zuzuwenden. Zwei Nächte, die neunzehnte und die einundzwanzigste Nacht, die die Nacht der Bestimmung hätten sein können, sind vergangen, aber die dreiundzwanzigste liegt vor uns, darum erkennet ihre Bedeutung. Von Beginn der dreiundzwanzigsten Nacht an, das heißt vom Sonnenuntergang ist Friede "Friede ist in ihr bis die Morgendämmerung sichtbar wird" (Quran, XCVII, 5), bis zum Ruf des Morgengebetes. Diese wenigen Stunden dazwischen herrscht g.ttlicher Friede, G.ttes Sicherheit und Gnade, die die gesamte Schöpfung umgibt. Diese Nacht ist eine wunderbare Nacht. Sie ist besser als tausend Monate. Das bedeutet, sie ist besser als tausend Monate, wenn man diese vergleicht mit einem ganzen Leben voller Segnungen und Gnaden. Diese eine Nacht ist besser als tausend Nächte und sie wird als extrem wichtig angesehen, daher begegnet dieser Nacht mit Respekt. Verbringt sie mit Bittgebeten und Nachdenken über die Zeichen der Schöpfung, die Bestimmung des Menschen, die dem Menschen von G.tt auferlegten Pflichten und darüber, vom materiellen Leben nicht abhängig zu sein. Was wir sehen ist allein ein Tor zu jener Welt, die sich in jedem Moment eröffnet, indem wir einen Atemzug tun.

Meine Lieben, wenn erst der letzte Atemzug getan ist, betreten wir eine andere Welt. Wir sollten uns auf diesen Tag vorbereiten. Der Zweck dieser ganzen Welt, der Güter, aller Möglichkeiten, die G.tt in uns bereitgelegt hat, und was immer von G.tt vom Menschen verlangt wird, wie gerechte Regierung, angenehmes Leben usw., existiert, um dem Menschen die Möglichkeit zu geben, sich auf das Leben in der anderen Welt vorzubereiten. Bereitet euch vor, nähert euch G.tt, vertraut euch ihm an, ruft ihn an und erbittet seine Vergebung. Jene, die sich G.tt in dieser Weise zu dieser Zeit zuwenden, ihre Herzen reinigen, ihre Sünden aufgeben und sich entschließen, gute Taten zu tun, sind so große Wesen, dass sie jeglichen Schwierigkeiten dieser Welt standhalten können. Ein Beispiel dafür ist unser großartiger Imam (Khomeini). Die Gläubigen unserer Gesellschaft können als weitere Beispiele dienen. Jeder dieser unermüdlichen und gläubigen Jugend, Männer und Frauen, jene die im Krieg Märtyrer geworden sind, jene durch den Krieg zu Invaliden wurden, jene die Kriegsgefangene gewesen sind, jene die ertragen mussten von ihren liebsten Kindern entfernt zu sein und jene die die Härten der Kriegsfront ertragen haben. Heute begleitet ihr tausend Märtyrer aus den Reihen solcher Menschen zu ihrer letzten Ruhestätte. Jeder von ihnen ist ein herausragendes Beispiel und wie gut es doch wäre wenn jede Nation solche Beispiel hätte, die man verehren und denen man nachfolgen kann. Es ist somit angebracht, diese (Märtyrer) zu respektieren und sie als Vorbilder anzusehen.

In paar kurzen Sätzen möchte ich an den einundzwanzigsten Tag des Fastenmonats Ramadhan im Jahre 40 nach der Hidjrah erinnern, welches der Tag des Martyriums des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.) ist. An diesem Tag erlebte Kufah ein trauriges Ereignis. Erinnert euch an den Moment, in dem ihr alle hörtet, dass der große Imam gestorben war. Ihr habt erlebt, wie bestürzend, erschütternd und herzzerbrechend es gewesen ist. Einige hatten natürlich, im Hinblick auf die Erkrankung des Imams, bereits Sorgen gehabt und dieses Ereignis erahnt. Der Befehlshaber der Gläubigen hatte jedoch noch einige Stunden vor seinem Martyrium diejenigen aufgeweckt, die in der Moschee eingeschlafen waren, sein Gebetsruf ist in der Luft von Kufah erschallt, und seine seelenvolle Stimme, seine perlengleichen Worte, die die (Menschen in der) Moschee von Kufah überwältigten, konnten die Menschen bis zum letzten Tag hören. Bis zur letzten Nacht konnte man seine Stimme hören. Die Menschen waren in ihren Häusern, als plötzlich eine laute Stimme zu vernehmen war: "Wahrlich, Säulen der Rechtleitung sind gefallen, Ali al-Murtadha ist ermordet worden." So erfuhren die Menschen in Kufah und dann die Welt des Islam über das Martyrium des Befehlshabers der Gläubigen (a.s.).

Bei zahlreichen Gelegenheiten hatte der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) seinen Märtyrertod wieder und wieder angekündigt und nahezu alle seine Verwandten wussten davon. Zu Lebzeiten des Propheten, bei der Grabenschlacht (Khandaq), war Ali (a.s.) ein etwa zwanzig Jahre alter Jüngling, er kämpfte gegen Amr ibn Wudd, der ein berühmter, von den Qureisch und von Nicht-Qureisch geehrter, arabischer Held gewesen war, und tötete ihn. Sie waren siegessicher, dass er (Amr) dem Propheten und den Muslimen das Ende bereiten würde. Er kehrte (zunächst) siegreich aus dem Zweikampf zurück, Alis (a.s.) Stirn war verwundet und Blut floss daran herunter. Er kam zum Propheten. Der Prophet sah ihn an und war betrübt über das blutige Gesicht. Dieser kämpfende, opferbereite und geliebte junge Mann zeigte heldenhafte Tapferkeit und kam mit blutiger Stirn zurück. Der Prophet sagte: "Lieber Ali, setz Dich" und Ali (a.s.) ließ sich nieder. Der Prophet bat um ein Stück Stoff und vermutlich hat er selbst auch das Blut damit abgewischt. Dann wies er die beiden Frauen, die für die Versorgung von Wunden verantwortlich waren, dazu an, Alis (a.s.) Wunde gut zu verbinden. Nach diesen Anweisungen erschien dem Propheten plötzlich etwas, und seine Augen waren wohl voller Tränen. Denn er blickte Ali (a.s.) an und sagte zu ihm: "Heute habe ich Deine Wunden versorgt aber wo werde ich sein, wenn dieser (dein Bart) mit diesem (deinem Blut) bedeckt sein wird?" So haben also alle einem solchen Tag entgegengesehen und Imam Ali (a.s.) hat ihn wieder und wieder angekündigt.

M.hammad ibn Schahab Zahari überliefert: "Der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) ist seinem Mörder nachgegangen." Mit anderen Worten, es war gewissermaßen, als ob er seinen Mörder ungeduldig erwartet hat, damit dieser seine Pflicht erfülle. Er fühlte die Zeit bis zum Erscheinen seines Mörders (quälend) langsam vergehen. Er sagte wiederholt: "Wann wird dieser (Bart) mit diesem (Blut) gefärbt sein?" Er wartete und die ihm Nahestehenden wussten ebenfalls davon. Und obwohl es vor dem Eintreten angekündigt war, hatte das Ereignis eine so große Bedeutung, dass es alles und jeden in Aufruhr versetzt hat. Nachdem er niedergestreckt worden war, wurde er nach Hause gebracht. Gemäß einer Überlieferung in Bihar ul-Anwar wird berichtet, dass Ali (a.s.) zeitweise sein Bewusstsein verlor und es zeitweise wieder erlangte. Einmal schlug er seine Augen auf und fand seine Tochter vor ihm sitzend und weinend, da sagte er: "Trauere nicht um mich, o Umm Kulthum, denn du würdest nicht weinen, wenn du das sehen könntest, was ich sehe. Wahrlich, die Engel der sieben Himmel stehen aufgereiht, mit den Propheten und sagen: O Ali, komm zu uns, denn was vor dir liegt ist besser, als das, in dem du dich befindest."

O Herr, im Namen von M.hammad und seiner Familienangehörigen, wende Dich nicht ab von denen, die in diesen Tagen und Nächten zu dir gebetet haben, um ihre Bedürfnisse zu stillen, und die auch weiterhin wegen ihrer Bedürfnisse in der dreiundzwanzigsten Nacht und den verbleibenden Tagen zu Dir beten werden. O Herr, befriedige jegliche Bedürfnisse des iranischen Volkes, die Nöte jener, die Deine Vergebung erbitten und die Deiner gedenken. O Herr, beseitige die Schwierigkeit der Menschen. O Herr, lass unser Land, unsere Gesellschaft und die Menschen Ali (a.s.) folgen mit ganzem Herzen. Und mach uns zu wahrhaften Gefährten des Befehlshabers der Gläubigen. Und gewähre uns Erkennen in die Erhabenheit der Stufe, auf der sich der Befehlshaber der Gläubigen (a.s.) befand. O Herr, vergib uns unsere Sünden. O Herr, bei Deiner Gnade und Freigiebigkeit, vergib uns jene Sünden, die Deine Barmherzigkeit zurückhalten. O Herr, im Namen von M.hammad und seiner Familienangehörigen, lass den Wali ul-Asr (den Herrn der Zeit, Imam M.hdi, a.s.) mit uns zufrieden sein und lass uns seine Fürbitte genießen. O Herr, im Namen von M.hammad und seinen Familienangehörigen, beschleunige sein Erscheinen und mache uns so, dass wir in seiner Armee sein dürfen, während seiner Verborgenheit und seiner Erscheinung. O Herr, lass uns nicht sterben außer als Märtyrer. O Herr, Im Namen von M.hammad und seiner Familienangehörigen, mache die Muslime siegreich überall in der Welt. O Herr, mach die iranische Nation ehrenvoll und siegreich auf allen Schauplätzen und Arenen der Welt und lass die Feinde der iranischen Nation gedemütigt, unterdrückt und wirr werden. O Herr, lass die Feinde des Islam und der Muslime in jeglicher Form und Gestalt von Dir verflucht und verlassen sein. O Herr, lass die Herzen der islamischen Gemeinschaft und die Muslime aller Länder der Welt dicht an das vereinigende Prinzip des Islam herangeführt werden. O Herr, schlage die spalterischen Hände ab. O Herr, lass den Verstorbenen und unseren Eltern Deine Vergebung zuteil werden. O Herr, lass das reine Herz unseres großen Imam (Khomeini) vereinigt sein mit den reinen Seelen der Propheten und der Imame. Lass ihn vereinigt sein mit dem Befehlshaber der Gläubigen (a.s.). Lass die reinen Seelen der Märtyrer vereint sein mit denen der Märtyrer von Kerbala und denen des frühen Islam.

Im Namen G.ttes, des Allerbarmers, des Barmherzigen. Wenn die Hilfe G.ttes kommt und der Sieg (1) Und du siehst, dass die Menschen in Scharen in die Religion G.ttes eintreten (2) Dann lobpreise deinen Herrn und bitte ihn um Vergebung. Er ist gnädig (und bereit zu vergeben) (3) (Quran, CX, 1-3)

Was-salamu `alaykum wa rahmatullahi wa barakatuh.

Imaminfo, e-Mail: imaminfo@islam-pure.de 
Copyright © since 1999