Ansprachen 1987  
     
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Auszüge aus der Rede von Imam Khamene'i als damaliger Staatspräsident vor der UN-Vollversammlung am 22. September 1987

Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen.

O Gott, ich beginne in Deinem Namen und flehe um Deinen Beistand und Deine Rechtleitung. Mein Leben und Sterben, mein Gebet und all mein Flehen gehören Dir allein. Verleihe mir eine deutliche und wahrhaftige Rede, daß sie einen Strahl der Wahrheit zu den Millionen Herzen sendet, die sich so sehr danach sehnen. Mein Gruß und der meines Volkes gilt den vielen Propheten - insbesondere Abraham, Moses, Jesus und Muhammad (der Friede sei mit ihnen allen) - die sich mit ganzer Kraft für die Botschaft der Befreiung und des Bewußtseins einsetzten, um für alle Zeiten die Herzen der reinen und bewußten Menschen mit Frieden zu erfüllen.

Verehrter Präsident, verehrte Anwesende! Ich bin der Präsident einer Republik, die sich in einer äußerst sensiblen und bedeutenden Phase der Geschichte befindet. Gleichzeitig ist sie der Vorreiter der Ordnung, die eine unvergleichliche Kultur geschaffen hat und sich heute erneut entfaltet. Ich komme aus Iran, einem Land, über das in letzter Zeit viel geredet wird, in dem sich aber auch eine der wohl am meisten mißverstandenen Revolutionen unserer Zeit ereignet hat. Es handelt sich um eine Revolution, die auf der Religion und auf dem Weg der Propheten, der großen Gottesstreiter in der Menschengeschichte, gründet. Die geistigen Wurzeln dieser Revolution liegen in der islamischen Weltanschauung der Einheit (Tauhid). Das Menschenbild, das Geschichtsbild, die Vorstellungen von der Gegenwart, Umwelt, der Beziehungen des Menschen mit der äußeren Welt, mit anderen Menschen und Dingen, sein Selbstverständnis, d.h. alles, was eine Wertordnung hervorbringt und das menschliche Verhalten bestimmt, entspringt eben dieser Weltanschauung.

Nach islamischer Vorstellung ist das Dasein Gottes Schöpfung. Es ist das Abbild Seiner Allmacht und Seines Allwissens und befindet sich in einer ständigen Bewegung hin zu ihm. Der Mensch gilt als das am höchsten entwickelte Geschöpf, als Stellvertreter Gottes auf Erden. Der Mensch kann sich und die Welt aufgrund seiner (göttlichen) Veranlagung zur schönsten Gestalt entwickeln und mit den beiden Flügeln - Wissen und Glauben - den höchsten materiellen und spirituellen Gipfel erreichen. Aber ebenso kann er durch die Unterdrückung dieser Anlagen die Welt zur Hölle des Unrechts und der Dekadenz verderben lassen. Sein Glaube an den einen Gott und sein Gehorsam gegenüber den göttlichen Geboten ist ein Licht, das ihn bei seinem Aufstieg leitet. Die Welt ist die Saat des Jenseits und der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern das Tor zur Ewigkeit und der Anfang eines neuen Bewußtseins. Im islamischen Weltbild sind alle Menschen Schwestern und Brüder, da sie alle Gottes Geschöpfe sind. Deshalb wird nicht zwischen Anhängern verschiedener Rassen, Hautfarben, Abstammungen, Volks- und Stammeszugehörigkeit unterschieden. Niemand ist aufgrund dieser Faktoren einem anderen überlegen. Alle Menschen sind in ihrem Menschsein gleich. Gewaltanwendung gegenüber einem Menschen wird deshalb als Gewalt gegenüber der gesamten Menschheit angesehen.

Das Gefühl der Überlegenheit und Arroganz hat einen Bruder gegen den anderen aufgebracht. Das Blut ist seither niemals versiegt. Dieselben Motive haben Ströme des Blutes fließen lassen und endeten schließlich in Seen, hervorgerufen von denen, die nach Überlegenheit trachten, und den Opfern dieser Überheblichkeit. Die Propheten haben die Menschen eingeladen, sich Gott hinzugeben. Nur dies beseitigt das Gefühl des Egozentrismus im Menschen und sein Überlegenheitsgefühl. Es eröffnet ihm die Reinheit und Seelenruhe eines Paradieses auf Erden vor dem kommenden im Jenseits. Die Propheten überzeugten die Menschen, ihre Neigungen der Arroganz und der Überheblichkeit gegenüber anderen zu bändigen. Sie warnten davor, das menschliche Potential zu verschwenden und in moralische Dekadenz abzugleiten. Sie eröffneten Quellen der Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Liebe, Aktivität, (Quellen) des Wissens und Bewußtseins und stellten die Liebe Gottes und seine Barmherzigkeit gegenüber der Schöpfung heraus, die die einzige Versicherung des Menschen vor der Verirrung und Garantie der Vervollkommnung seiner Seele sei. Die Propheten haben die Menschen gelehrt, in sich Güte, Wahrhaftigkeit, Liebe, Wissen und Bewußtsein zu entwickeln und ihr Inneres vor Unwissenheit, Ungerechtigkeit und Schändlichkeit zu bewahren. Die Menschen sollen aufstehen, um die Gerechtigkeit zu verwirklichen. Sie sollen weder andere unterdrücken noch sich selbst unterdrücken lassen. Sich den Gegnern der Wahrheit, der Gerechtigkeit und des Friedens zu unterwerfen, würde den Untergang dieser Werte bedeuten und käme einer Anerkennung der Unterdrückung, Ungerechtigkeit und des Unfriedens gleich.

Aus islamischer Sicht verleiht die Religion dem menschlichen Leben Gestalt und begründet eine Gesellschaftsordnung. Die Religion wird nicht als bloße Aneinanderreihung bestimmter religiöser Riten und Gebräuche verstanden, wenngleich die Riten als Ausdrucksformen des Geistes auf die zugrundeliegende religiöse Gesellschaftsordnung hinwirken. Die ganzheitliche Anschauung vom Menschen und von der Welt erzeugt Freiheit, Gleichheit, Gerechtigkeit, Selbstbewußtsein, Standhaftigkeit gegenüber gesellschaftlichen Verirrungen, Gemeinwohl vor Eigennutz, Gottesgedenken, Ablehnung ungerechter Herrschaft, edlen Charakter, Integrität in Gesellschaft, Beruf und Politik und lehnt andererseits alle Ordnungen ab, die auf Gewalt und Unterdrückung beruhen und Unrecht, Unwissenheit, Ausbeutung, Gewalt, Diskriminierung aufgrund von Rasse, Nationalität, Sprache, Kultur usw. erzeugen.

Gegen Ordnungen und Gruppen, die die islamische Ordnung gewaltsam angreifen, erlaubt der Islam der muslimischen Gemeinschaft sich zur Wehr zu setzen, wenngleich er mit allen anderen Menschen - seien es Seinesgleichen oder nicht - ein friedliches Zusammenleben anstrebt. Mit einer solchen Grundlage und einem solchen Ziel ist die islamische Revolution angetreten und hat die Islamische Republik hervorgebracht. Viele Zeitgenossen haben sich in der Beurteilung der islamischen Revolution vom Februar 1979 geirrt, was auf die Unzulänglichkeit der in der Welt herrschenden Systeme und auf die Leere ihrer Parolen wie 'Freiheit, Gleichheit und Demokratie' zurückzuführen ist. Der Islam konnte nach einem jahrhundertelangen Dämmerzustand erneut aufleuchten, was im Iran einen wahrhaften Sturm entfachte, mit dem sicherlich auch in anderen Ländern zu rechnen sein wird. Die islamische Bewegung, die sich heute in zahlreichen Ländern verzeichnen läßt, ist im Gegensatz zu dem, was darüber verbreitet worden ist, kein Sprößling der islamischen Revolution im Iran, sie ist vielmehr ihr Bruder.

Iran liegt an einem der strategisch bedeutendsten Punkte der Erde, blickt auf eine große kulturelle Vergangenheit zurück und besitzt nicht geringe Bodenschätze. In dieser Situation hat sich die islamische Revolution gegen ein Regime erhoben, das alle diese Reichtümer in den Dienst fremder Mächte und in den letzten 25 Jahren besonders in den Dienst der USA gestellt hat. Keiner als das iranische Volk selbst war jedoch mehr auf diese Reichtümer angewiesen, die ihm vorenthalten wurden. Die lauthalsen Parolen der Vertreter des früheren Regimes waren alle falsch und trügerisch. Obwohl die westlichen Medien - insbesondere die von Zionisten abhängigen Medien - die Herrschaft des Schahs in den schillerndsten Farben ausmalten, setzte sich dennoch am Ende die islamische Revolution gegen dieses Regime durch.

Über unsere Revolution, ihre Grundlagen und unsere Ansichten ist in ungewöhnlicher Weise viel Falsches und Widersprüchliches gesagt worden. In unserer Revolution gibt es einige Besonderheiten, die sie als Ausnahme gegenüber anderen Revolutionen erscheinen läßt. Auf diese Punkte will ich nun eingehen und anschließend zu meiner Botschaft kommen: Die islamische Revolution war von Anbeginn eine Revolution des Volkes. Keine Gruppe, keine politische Partei und kein Offizierskader, die in anderen Ländern eine Revolution hervorbringen, spielte hier eine Rolle. Es war nur das Volk (und zwar völlig ohne Waffen!"), das in Teheran und anderen Städten auf die Straße ging und mit seinem Auftreten und seinen Aussagen keinen Raum mehr für den Herrscher und sein Regime ließ. Nach und nach waren die Vertreter des Regimes gezwungen, ihre Paläste, Ministerien und schließlich das Land zu verlassen: Der Schah, der Präsident, die Generäle, Minister usw. mußten trotz all ihrer Bemühungen die Flucht vor dem Volk ergreifen. Vorher hatte das Schah-Regime mehr als ein Jahr mit allen Mitteln - Militär, Polizei, Politik - versucht, das Volk zu spalten und es in ihre Häuser und an ihre Arbeitsplätze zurückzubringen. In dieser Zeit wurden tausende Menschen in aller Öffentlichkeit, auf den Straßen, in den Moscheen, den Universitäten und Fabriken vom Regime getötet. Doch die Teilnahme des Volkes wurde von Tag zu Tag stärker. In den letzten Monaten (der Schah-Zeit) verstärkte sich die Brutalität des Regimes, das sich schließlich doch dem Volk, das keine Furcht mehr vor dem Tod hatte, beugen mußte:

Der Schah mußte gehen und nach und nach auch seine Anhänger. Der Führer der Revolution gab mit jedem Wort den Einzelnen Geist und Bewußtsein. Dabei stützte er sich nur auf Gott, in dessen Hand alle Macht liegt. Im Vertrauen auf den allmächtigen Willen und den unbeugsamen Widerstand des Volkes errichtete er eine revolutionäre Regierung. Auch die letzte Bastion des Schah-Regimes mußte schließlich fallen. Die Soldaten flohen und schlossen sich reihenweise dem Volk an. Bis zuletzt hatten sich einige militärische Stützpunkte verteidigt, doch das Volk setzte auch ihnen ein Ende. Das erstaunliche Phänomen an dieser Revolution war der Sieg des Volkes, das sich erst nach der Niederlage des Militärs bewaffnete. Doch schon am darauffolgenden Tag war das Schah-Regime gestürzt. Die Waffen dienten nur dazu, den Sprößling der Revolution zu schützen. Es waren Jung und Alt, Männer und Frauen, die dem Regime der Pahlewis, das machtvoll und stark bewaffnet erschien und von den Großmächten massiv gestützt wurde, ein Ende bereiteten und die Islamische Republik ins Leben riefen. Ihre einzige Waffe war ihr Glaube, ihr starker Wille und ihr Blut, das schließlich über das Schwert siegte! Die Politik des Sieges von Blut über das Schwert ist der einzige Weg, der den Unterdrückten in ihrem Befreiungskampf bleibt. Das hat der Führer unserer Revolution schon vor ihrem Sieg verkündet, und das erfüllte sich beim Sturz des bis auf die Zähne bewaffneten Schah-Regimes, das völlig von den USA und dem Westen abhängig war. Diese Erfahrung müßte die Unterdrückten in anderen Ländern wachrütteln und ebenso die unterdrückerischen Mächte aufhorchen lassen. Unsere Revolution hat sich ganz auf die Religion gestützt. Es gibt viele Revolutionen, die ihren Widerstand aus dem Glauben beziehen, der aber bei ihnen eine mehr oder minder wichtige Rolle gespielt hat. Aber bei unserer Revolution wurde und wird alles - die Ziele, Prinzipien, Methoden des Widerstandes, die Gestaltung der neuen Ordnung und die Verwaltungsform - vom Islam bestimmt. Diese Tatsache schenkte der Revolution eine Dimension, die die kolonialen und reaktionären Mächte bereits in den letzten einhundertfünfzig Jahren zur aktiven Gegenwehr veranlaßt hatte. Die Weltreligion des Islam ist heute mehrheitlich in über fünfzig Ländern mit ca. einer Milliarde Anhängern vertreten. Der Sieg der Revolution in Iran, die ihren Geist dem Islam entnimmt, ist ein Sieg für alle Muslime. Hunderte von Millionen Muslime in der ganzen Welt empfinden so. Dieses Gefühl der Solidarität bewirkt beim Volk, bei seinem Führer und den Verantwortlichen der Revolution Furchtlosigkeit und Standhaftigkeit, denn der Weg Gottes kennt keine Niederlage.

Eine weitere Besonderheit der islamischen Revolution liegt darin, daß sie sich weder an den Osten noch an den Westen anlehnt. An dieser Haltung hat sich bis heute nichts geändert. Sie entspringt dem Glauben, daß sich der Mensch und die Gesellschaft in jeder Situation nur auf eine Kraft - nämlich Gott - stützt. Demgegenüber gehört es zur allgemeinen Überzeugung, daß man ohne Anlehnung an eine der Supermächte auf der heutigen politischen Weltbühne nicht überleben kann. Auch wenn über das Maß dieser Anlehnung unterschiedliche Auffassungen vertreten werden, so ist man sich doch prinzipiell darüber einig. Selbst diejenigen, die theoretisch eine Blockfreiheit befürworten, gehen davon aus, daß sie in der Praxis ohne eine Anlehnung an eine Großmacht nicht auskommen können. Unsere Revolution hat in dieser Hinsicht eine neue Philosophie hervorgebracht, an die sie sich bis heute gehalten hat. Sie hat unter Beweis gestellt, daß man sich den Großmächten nicht ausliefern und sich deren Bevormundung nicht gefallen zu lassen braucht, vorausgesetzt man stützt sich auf eine größere Kraft, die alle materiellen Mächte übersteigt: Gott! Natürlich wußten wir, daß wir dafür einen großen Preis zahlen müssen und hatten uns von Anfang an darauf eingestellt. Wir würden uns wünschen, daß diese Erfahrung eine Leitlinie für alle Völker werden könnte, die eine wirkliche Unabhängigkeit von den Großmächten anstreben, deren Machtstreben die Welt in Zukunft noch stärker bedrohen wird.

Eine weitere Besonderheit unserer Revolution liegt im Maß der Feindseligkeit, dem sie ausgesetzt war und ist. Zwar ist dies für jede Revolution typisch, doch die Intensität und das Ausmaß der Feindschaft gegen unsere Revolution in den vergangenen neun Jahren stellt vieles in den Schatten. Die Feindschaft begann bereits lange bevor die Revolution überhaupt zum Durchbruch gelangt war. Der Berater des damaligen US-Präsidenten, General Hoyser, war in den ersten Tagen nach Persien gereist, um den Schah zu entschlossenerem Handeln aufzurufen. Für die US-Regierung galt es, das Schah-Regime am Leben zu halten, auch wenn das auf Kosten zehntausender Menschen gegangen wäre. Das hielt man für besser, als später vielleicht das Vielfache an Menschen töten zu müssen. Die amerikanische Regierung behielt sich also das Recht der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des Iran vor und kalkulierte dabei den Tod zehtausender Menschenleben oder sogar ein Mehrfaches davon ein. General Hoysers Auftrag schlug fehl. Seine Flucht und die Flucht all derjenigen, die in die Verschwörung gegen die Islamische Republik verstrickt waren, beweist die Schlagkraft der islamischen Revolution und die Kraft des Volkes, das sich für Gott erhoben hat, und das vor niemanden außer Gott Furcht hegt. So waren es nicht die Gegner der Revolution, die letztendlich aufgaben, nein, es war die Revolution, die ihre Gegner in die Flucht schlug.

Nach dem Sieg der Islamischen Revolution nahmen dann die Verschwörungen andere Formen an. Zunächst schleusten die Gegner der Revolution ihre Leute in den Verwaltungsapparat ein und riefen eine ganze Menge von oppositionellen Parteien und Gruppierungen in einer freien politischen Atmosphäre nach jahrzehntelanger Diktatur und Unterdrückung ins Leben. Als Beispiel für die erste Form sei ein mittlerweile verurteilter Agent des früheren Regimes genannt, der sich selbst mit allen Haken und Ösen in den ersten Tagen der Revolution zum Oberbefehlshaber der Luftstreitkräfte ernannt hatte. Zum anderen gab es in den ersten Monaten nach dem Sieg der Revolution in Iran ca. 400 politische Parteien und Gruppierungen, die sich über das ganze Spektrum von Monarchisten bis zu Kommunisten, von Separatisten bis zu Pan-Iranisten erstreckten. Dabei darf natürlich nicht vergessen werden, daß bestimmte ausländische Vertretungen in Teheran, insbesondere die Botschaft der USA, einige dieser Gruppen organisierte und sie ideologisch und finanziell unterstützte. Darüberhinaus wurde unsere Revolution mit einem gnadenlosen Terror konfrontiert. Terroristische Vereinigungen, die keine Basis in der Bevölkerung haben, aber von ausländischen Regierungen gestützt worden sind, errichteten ein Netz des Terrors im gesamten Land. Sie besorgten sich Waffen, Munition und Sprengstoff, was damals in den chaotischen Tagen der Revolution keine große Schwierigkeit war. Die Ermordung von Personen und Gruppen, verheerende Bombenexplosionen, Menschenraub, Flugzeugentführungen, ungeheuerliche Folterungen, blindwütige Schießereien, vorsätzliche Tötung usw. gehörten zu den Aktivitäten jener terroristischen Gruppen, die von den Gegnern der Revolution unterstützt und ermutigt worden waren. Die Opfer dieser furchtbaren Verbrechen gehörten allen gesellschaftlichen Schichten an: Führende Persönlichkeiten und Verantwortliche der Revolution, aber auch einfache Menschen aus dem Volk wie Arbeiter und Handwerker, Frauen und Männer und sogar unschuldige Kinder und Passanten gehörten zu den Opfern. Heute wird den Führern dieser Terrorgruppen, die selbst mehrfach die Verantwortung für ihre verbrecherischen Taten übernommen haben, in den USA, Frankreich und anderen westlichen Ländern Schutz und komfortables Leben gewährt, und sie gehen unter der beschönigenden Bezeichnung 'Opposition' ihrer Wege. Zur selben Zeit beschuldigen die Länder, die diesen Terroristen Zufluch gewähren, die Islamische Republik Iran des 'Terrors'. Es ist ein schier unfaßbarer Widerspruch, daß die unschuldigen Opfer eines blindwütigen Terrors von denjenigen als 'Terroristen' bezeichnet werden, die mithalfen, dieselben terroristischen Vereinigungen zu organisieren und sich noch immer um diese sorgen. Als Präsident und Diener meines Landes, und als Opfer eines verbrecherischen Terroranschlags, der durch den Willen des Allmächtigen vereitelt wurde, kann ich nicht ohne Stolz sagen, daß keiner dieser unmenschlichen Akte und keines dieser blutigen Verbrechen den Willen unseres Volkes brechen konnte, obwohl der Terror unvorhergesehene Ausmaße angenommen hatte. In einem einzigen Fall wurden 72 führende Mitglieder und Verantwortliche der Revolution, darunter Minister, Parlamentarier und einige unersetzbare Persönlichkeiten unserer Revolution wie der Märtyrer Ayatollah Beheschti bei einem Bombenanschlag getötet, bei einem anderen Anschlag kamen der Staats- und Ministerpräsident zusammen ums Leben. Doch all diese verbrecherischen Akte dienten nur dazu, den Glauben des Volkes und das Vertrauen in Gott und in den revolutionären Weg zu stärken.

Zu den gewöhnlichen Erfahrungen aller Revolutionen mit den Großmächten gehören Militärputsche. Auch gegen unsere Revolution wurden mehrere Putsche verübt, wobei einer ein sehr gefährliches Stadium erreichte. Wenn wir nicht auf die Unterstützung unseres Volkes und auf die Wachsamkeit unserer Verantwortlichen hätten rechnen können, wären die Voraussagen des amerikanischen Generals - ein Blutbad von gewaltigem Ausmaß und die Ermordung von Millionen von Menschen - sicherlich eingetreten. Doch die schlimmste und schmerzlichste Tat der Feindseligkeit gegenüber unserer Revolution bestand darin, ihr einen Krieg aufzuzwingen. Die ehrgeizigen Gefühle eines Nachbarn wurden geschürt, und er wurde zur militärischen Aggression überredet, wobei ihm jede Form der Hilfe und Unterstützung zugesichert wurde. Die Art von Frieden, die sich das irakische Regime heute wünscht, würde sich nach wenigen Jahren oder immer dann, wenn es sich in der Position der Stärke hält, in nur einem Augenblick verflüchtigen. Ein erneuter Krieg würde dann die Region erschüttern. Deshalb bleibt als einzige Garantie für eine Zukunft in Frieden die Bestrafung des Aggressors.

Frieden ist zweifellos ein wohlklingendes und faszinierendes Wort. Frieden ist in der Tat ein so wahrhaftes Wort, daß es sogar von den schlimmsten internationalen Kriegstreibern und Waffenproduzenten verwendet wird, die damit flirten und ihr heuchlerisches Spiel treiben. Aber nach unserer Ansicht ist Gerechtigkeit ein noch bedeutenderes und schöneres Wort, das die Mächtigen und Unterdrücker mit Angst und Sorge erfüllt. Die Zahl all jener, die ihren Wohlstand, ihren Frieden und ihr Leben aufgegeben haben, um die Gerechtigkeit sicherzustellen, ist nicht gering. Diese Menschen werden als große Helden angesehen. Europäische Städte betrachten nicht mit geringem Stolz ihren Widerstand gegen die Aggression Hitlers: Leningrad ist noch immer stolz auf die Selbstaufopferung, die die Armee Napoleons in Staunen und Verzweiflung versetzte und die einen vierjährigen Widerstand gegen die nationalsozialistischen Belagerer hervorbrachte. Die Vereinten Nationen haben insbesondere die Verpflichtung, gemäß dem ersten Artikel ihrer Charta, die Gerechtigkeit zu bewahren, indem alle Maßnahmen gegen Akte der Aggression ergriffen werden sollen. Das ist alles, was wir von der Welt und den Vereinten Nationen erwarten.

Die Großmächte haben diesen Krieg, der uns aufgezwungen worden ist, einen 'sinnlosen Krieg' genannt, während sie zum gleichen Zeitpunkt den Initiator und Aggressor dieses Krieges laufend politisch, militärisch und wirtschaftlich unterstützt haben. Zweifellos ist es immer sinnlos solche Kriege vom Zaune zu brechen. Aber solange noch der Aggressor auf Erfolg seines niederträchtigen Planes hoffen konnte, haben sie den Krieg niemals sinnlos genannt. Die Frage, auf die keine überzeugende Antwort zu finden sein mag, lautet: Warum hat der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen als ein Organ, das an erster Stelle dazu geschaffen wurde, die internationale Sicherheit aufrechtzuerhalten und jeder Aggression zu begegnen, seine Verpflichtungen in diesem Fall in eklatanter Weise vernachlässigt und ihnen gar zuwider gehandelt? Ich glaube, daß mittlerweile jeder weiß, daß der Sicherheitsrat überhaupt nicht reagierte, als der Irak auf einer mehrere tausend Kilometer langen Frontlinie in den Iran einmarschierte, die irakische Armee binnen einer Woche internationale Grenzen überrannte und zwischen 70 und 90 Kilometer ins Landesinnere vorstieß. Nicht wenige irakische Offizielle verkündeten damals, daß ihre Armee beabsichtige für immer dort zu bleiben. Erst als die Invasion beendet war, veröffentlichte der Sicherheitsrat seine erste Resolution am 28. September 1980. Doch in dieser Resolution war kein Wort über die Aggression oder die Besetzung des Landes noch eine Aufforderung enthalten, zu den internationalen Grenzen zurückzukehren. Im Gegenteil, sie rief - erstaunlich genug! - beide Parteien dazu auf, keine weitere Gewalt anzuwenden. Dies bedeutete in Wahrheit eine stillschweigende Duldung der Besetzung iranischen Gebiets und eine Forderung an die irakische Armee, nicht weiter fortzuschreiten. Was den Iran anbelangt, so forderte die Resolution von unserem Volk, aufzuhören, sich gegen den Aggressor zur Wehr zu setzen. Das war die allererste Maßnahme des Sicherheitsrates, in der alle seine grundsätzlichen Verpflichtungen zur Wahrung internationalen Friedens und der Sicherheit durch ihn selbst auf eine unschöne und tragische Weise gebrochen wurden. Danach machte sich im Sicherheitsrat für lange Zeit tödliches Schweigen breit. Bis dann Khorramshahr (Iran) durch eine militärische Blitzaktion befreit wurde, die die Versorgungslinie der Besatzungsarmee durchbrach und in deren Verlauf tausende irakische Soldaten und Offiziere gefangen genommen wurden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der Sicherheitsrat den blutigen, immer noch tobenden Krieg, der den weltweiten Medien immer neue Schlagzeilen lieferte, ganz und gar vergessen. Ganz plötzlich nun erinnerte sich der Sicherheitsrat wieder an den Krieg zwischen Iran und Irak: Nur wenige Wochen nach der Befreiung des durch die Iraker besetzten Khorramshahr verabschiedete er am 12. Juli 1982 seine zweite Resolution. Darin wurde zu einer Rückkehr zu den internationalen Grenzen aufgerufen. Das aber war schon längst eingetreten, weil unser tapferes und opferbereites Volk bis zu diesem Zeitpunkt große Teile der besetzten Gebiete befreit hatte. Diese Resolution war für viele Kommissionen zweifelhaft: Sie beinhaltete keinen Hinweis auf die Aggression, kein Wort über den Aggressor, nichts über die Zerstörung, Verwüstung und Wiedergutmachung, keine Garantie für Sicherheit und Stabilität und auch kein Wort darüber, den Urheber des Unfriedens zu bestrafen. Über alle diese vitalen Punkte schwieg sich diese Resolution aus. Wir fanden uns ganz auf uns alleine gestellt, unsere legitimen Rechte einzufordern. Dabei muß ich leider einräumen, daß sich diese Stellungnahme des Sicherheitsrates zum Krieg, der unserem Volk aufgezwungen wurde, bis zum heutigen Tag nicht geändert hat. Natürlich gab es vom Sicherheitsrat unabhängige Initiativen, die den Vereinten Nationen unter die Arme greifen wollten, ihre Ziele zu verwirklichen. Diesen Initiativen aber wurde kaum Aufmerksamkeit geschenkt. Dennoch möchte ich all denjenigen, die sich in dieser Richtung angestrengt haben, meinen Dank aussprechen. An dieser Stelle möchte ich den verstorbenen schwedischen Premierminister Olof Palme würdigen, der sich als Sonderbeauftragter für diese Sache sehr einsetzte (er wurde ermordet).

Das Mindeste, was die Islamische Republik als das Opfer einer zerstörerischen, blutigen Aggression vom Sicherheitsrat erwarten könnte, ist Unparteilichkeit. Alle wissen, daß es die Pflicht des Rates ist, Schritte gegen die Aggression einzuleiten, dem Opfer der Aggression zu helfen und unparteiisch zu bleiben gegenüber Angreifer und Angegriffenen. Kann aber der Sicherheitsrat von sich behaupten, sich in diesem Fall neutral verhalten zu haben? Nach unserer Empfindung hat sich der Sicherheitsrat auf Wunsch einiger Großmächte - insbesondere der USA - in diese unwürdige Position manövrieren lassen. Es wäre nicht falsch zu behaupten, daß die Fundamente der Sicherheit, die von solch einem Sicherheitsrat gestützt werden, nichts anderes darstellen als ein schön aussehendes Kartenhaus. Die Nationen dieser Welt, besonders die Völker der sogenannten Dritten Welt, die von den Supermächten unabhängig bleiben wollen, sollten niemals ihre Sicherheit auf solch einen Sicherheitsrat stützen. Die Tatsache, daß Irak nicht als Aggressor verurteilt worden ist, hat nicht nur dazu beigetragen, daß der uns aufgezwungene Krieg weiter anhielt, sondern hat dessen Flammen noch geschürt. Mit der Präsenz der USA in der Region und der Präsenz anderer Länder, die dem Druck der USA gefolgt sind, hat sich der Persische Golf in ein gefährliches Pulverfaß verwandelt.

Ich muß hier der Welt und ganz besonders dem großen Volk der Vereinigten Staaten mitteilen, daß die bedrohende, militärische Präsenz der Vereinigten Staaten im Persischen Golf ein weiterer klarer Beweis der Feindseligkeit des amerikanischen Regimes gegenüber dem iranischen Volk darstellt.

Ein großes Kapitel unserer Geschichte - und zwar ein sehr bitteres, blutiges und übles - ist gekennzeichnet von amerikanischen Feindseligkeiten gegen unsere Nation: 25 Jahre Unterstützung des Diktators Pahlevi, Komplizenschaft mit dem Schah bei allen seinen Verbrechen gegen unser Volk, Beteiligung am Raub und an der Plünderung der Schätze unseres Volkes, gewaltsame Konfrontation mit unserer Revolution in den letzten Monaten des Schah-Regimes, Überredung des Diktators, die Demonstrationen von Millionen unserer Leute zu unterdrücken, Einsatz aller Mittel und Wege, den Lauf der Revolution in den ersten Jahren nach dem Durchbruch aufzuhalten, ständige provokative Kontakte zwischen der US-Botschaft in Teheran und konterrevolutionären Elementen, kontinuierliche Unterstützung von Terroristen und Konterrevolutionären außerhalb Irans, Einfrieren von Guthaben und Vermögenswerten des Volkes, Verweigerung der Auslieferung von bereits bezahlten Waren, Nichtauszahlung von Geldern, die der Schah der Staatskasse entzogen und unter seinem Namen auf amerikanischen Banken deponiert hatte, Bemühungen um eine Wirtschaftsblockade gegen den Iran und Formierung einer vereinigten westlichen Front gegen unser Volk, ungeheurliche und effektive Unterstützung des Irak in seinem Krieg gegen uns und nun noch das protzige unrechtmäßige Vorgehen durch die Entsendung einer amerikanischen Seestreitmacht in den Persischen Golf und damit die ernsthafte Bedrohung des Friedens und der Ordnung in der Region. (Der massive militärische Einsatz der USA auf Seiten des Irak sowie der Airbus-Abschuß erfolgten erst nach dieser Rede;Anmerkung). Das sind Bestandteile unserer Anklage gegen die Administration der Vereinigten Staaten, eine Anklage, die alle amerikanischen Behauptungen der Friedensliebe und die Behauptungen amerikanischer Führer in Frage stellt, die ihre guten Absichten gegenüber der Islamischen Republik beteuern, die offensichtlich aber eher für die Öffentlichkeit im eigenen Land gedacht sind. Die (zur Zeit dieser Rede) letzte der zahlreichen amerikanischen Feindseligkeiten gegen unsere Nation war das blutige Massaker an unschuldigen, wehrlosen Pilgern in Mekka bei den heiligen Städten, wobei durch den Einsatz des saudischen Regimes mehr als 400 iranische und nichtiranische Pilger, zumeist Frauen, den Märtyrertod fanden und eine noch erheblich größere Anzahl geschlagen, verletzt oder verstümmelt wurden. Es gibt bestimmte Anzeichen, daß die Vereinigten Staaten eine wesentliche Rolle bei dieser in der Geschichte der Wallfahrt erstmaligen Ungeheuerlichkeit spielten. Können die US-Regierung und ihre saudischen Partner irgendeine Erklärung für das Abschlachten so vieler unschuldiger Frauen und Männer vorbringen? Ohne Zweifel werden die Missetäter versuchen, ihre üblen Taten mit Ausflüchten und Anschuldigungen zu rechtfertigen. Aber das Ereignis als solches mit einerseits mehr als 400 getöteten zumeist weiblichen Pilgern und anderseits eine mit Maschinengewehren, Knüppeln und Giftgasen hochgerüstete Polizeistreitmacht spricht eine deutliche Sprache. Das Blut, das durch die Hände gnadenloser Tyrannen vergossen wurde, wird aber seine deutliche Botschaft nicht nur für unsere Tage, sondern für alle kommenden Tage mit sich tragen und schließlich das Unwesen der Mörder enthüllen. Das Ereignis von Mekka bringt das aufeinander abgestimmte Verhalten der Vereinigten Staaten und der reaktionären arabischen Regime zum Ausdruck. Es offenbart die geheimen Operationen dieser beiden Seiten in der Region des Persischen Golfes, was dem Ereignis eine internationale Dimension verleiht, die von allen internationalen Gremien genau beobachtet werden sollte.

An dieser Stelle möchte ich betonen, daß sich unsere Anklage gegen die Führer des US-Regimes und nicht gegen das amerikanische Volk selbst richtet. Wenn das Volk der USA erfahren würde, was seine Regierung gegen andere Nationen unternimmt, würde es uns sicher verstehen. Unser Volk hat andererseits bewiesen, daß es fest an seine Ziele glaubt und seine Mitglieder bereit sind, diese Ziele selbst unter dem Einsatz ihres Lebens zu verteidigen. Solch eine Nation hat keine Furcht vor den Vereinigten Staaten oder irgend einer anderen Macht. Mit Hilfe Gottes wird sie beweisen, daß der Sieg allein der Wahrheit gehört sowie all denjenigen, die an dieser Wahrheit festhalten.

Herr Präsident, Herr Generalsekretär, verehrte Damen und Herren, das war ein geschichtlicher Überblick unserer Revolution, die unter vielen Nationen große Hoffnung erweckte, welche unter der Unterdrückung durch die imperialistischen Mächte litten. Gleichzeitig beschwor unsere Revolution gewaltsame Feindseligkeit bei den Großmächten hervor, die danach streben, die ganze Welt zu beherrschen. Doch dieser Sturm der Gegnerschaft konnte den jungen Sprößling dieser Revolution nicht brechen, da seine Wurzeln bereits zu tief verankert waren. Das Bäumchen wuchs schnell und konnte selbst heftigen Stürmen standhalten. Heute ist die Revolution trotz aller feindlicher Anfechtungen seitens der Großmächte noch immer am Leben und wird sicherlich auch am Leben bleiben. Dies ist eine göttliche Gesetzmäßigkeit in der Geschichte, woran sich nichts ändern wird. Und eben diese Erkenntnis ist unsere lebendigste und nachdrücklichste Botschaft. Das weltweite Unterdrückungssystem hat kürzlich versucht, das Gegenteil zu beweisen, um den Völkern der sogenannten dritten Welt glauben zu machen, daß deren Schicksal vom Willen der Großmächte abhängig sei. Wir haben dies abgelehnt und verworfen. Ohne Zweifel wollte das Weltherrschaftssystem nicht, daß die Islamische Republik überlebte, aber unser Wille überlebte doch! Unsere Botschaft an alle Nationen und Regierungen, die unabhängig bleiben und den Wünschen der Großmächte nicht entsprechen wollen, besteht darin, sich ohne irgend eine Sorge auf das eigene Volk zu verlassen. Die Botschaft unserer Revolution bleibt wie sie war: Die Ablehnung der Herrschaftsdoktrin.

Heute ist unsere Welt faktisch unter den großen, imperialistisch ausgerichteten Mächten aufgeteilt. Sie glauben, daß sie die Herren und Besitzer dieser Welt sind. Mit anderen Worten, die Welt ist aufgeteilt in Herrscher und Beherrschte, wobei die Herrscher über das Schicksal der Beherrschten bestimmen. Das System der weltweiten Herrschaft nährt sich an der Existenz ungleicher Beziehungen zwischen den beiden Teilen: Das System der Weltherrschaft verwirft eigenmächtig Revolutionen und schafft Probleme für revolutionäre Regierungen. Das revolutionäre Nicaragua und die Länder des südlichen Afrika sind einige lebendige Beispiele dafür. Das Weltherrschaftssystem entscheidet für Menschen gegen ihren Willen. Das unschuldige palästinensische Volk ist ein klassisches Beispiel und Afghanistan ein anderes. Das Weltherrschaftssystem hantiert mit menschlichen Ideen und Konzepten, ändert und verdreht sie nach Belieben und versucht, die verzerrten Inhalte in die Köpfe der Menschen einzutrichtern: Terrorismus und Menschenrechte sind zwei solche manipulierten Begriffe. Das System der Weltherrschaft ist dreist genug, um offen und direkt in Länder einzudringen, die seinen Zorn erregt haben. Die Invasion der USA in Libyen und Grenada sind zwei Beispiele hierfür aus diesen Tagen. Das Weltherrschaftssystem trifft Entscheidungen für die ganze Welt und für alle Nationen. Gestern war es Hiroshima und heute ist der Präsident der Vereinigten Staaten (damals Ronald Reagan) stolz auf das schreckliche Verhalten seiner Vorfahren. Ja, er hält sogar das Argument entgegen, daß noch eine größere Anzahl von Menschen auf der ganzen Welt getötet worden wäre, wenn sie jene Zehntausende nicht getötet hätten! Der US-Präsident hat für die Menschheit wahrhaft eine sanfte Stelle in seinem Herzen: Ist er nicht der Patenonkel aller Menschen? Das System der Weltherrschaft unterstützt faschistische und rassistische Regime wie die in Israel und Südafrika. Es setzt sie ein als blutrünstige, hochgerüstete Stellvertreter, um die unterdrückten Völker niederzuhalten. Der muslimische Libanon, der mit großer Geduld den verbrecherischen Übergriffen der Zionisten standhält und die afrikanischen Frontstaaten sind dafür gute Beispiele. Das Weltherrschaftssystem betrachtet es als sein Recht, auf internationale Organisationen Druck auszuüben: Der UN-Sicherheitsrat und die UNESCO sind lebendige Beispiele. Das System der Weltherrschaft ist davon überzeugt, daß seine eigenen Interessen absolut sind und die Interessen anderer gar nicht existieren. Ein gutes Beispiel dafür ist die gefährliche, friedensbedrohende Präsenz amerikanischer Kriegsschiffe im Persischen Golf, die 'amerikanische Interessen' verteidigen sollen, während die Interessen der Länder in der Region vollkommen vernachlässigt werden. Das Weltherrschaftssystem hat darüberhinaus die weltweite Propagandamaschinerie in den Händen. Es verdreht die Tatsachen und gibt dem eigenen teuflischen Verhalten ein menschliches Antlitz. Auf diese Weise entzieht es sich der Konfrontation mit der Meinung der Weltöffentlichkeit. Wir sind der Meinung, daß die Nationen und Regierungen der sogenannten dritten Welt wie auch die Völker der Länder, von denen die Weltherrschaft ausgeht, diese ungute Ordnung der Dinge nicht hinnehmen sollten. Den Großmächten muß klargemacht werden, daß sie nach Hause gehen und die Angelegenheiten der Welt ihren Völkern überlassen sollen. Wir müssen ihnen sagen: Ihr seid nicht jedermanns Gesetzhüter!

In der Organisation der Vereinten Nationen gibt es zwei ungerechtfertigte Unterscheidungen: Das Vetorecht und die ständige Mitgliedschaft im Sicherheitsrat, die beide beseitigt werden müssen. Erst dadurch würden sich die Vereinten Nationen in eine wirkliche Organisation der Völker verwandeln, in der alle Probleme gelöst werden könnten. Andernfalls wird der Sicherheitsrat bleiben, was er heute ist: Eine Papierfabrik zur Ausstellung wertloser und wirkungsloser Anordnungen. Und die Menschen werden weiterhin glauben, daß es keinen Ort gibt, an dem internationale Probleme gelöst werden können, und daß der einzige Ausweg darin besteht, Gewalt anzuwenden. Unter diesen Umständen lautet unsere Botschaft an die Regierungen der sogenannten dritten Welt, solange das weltweite Herrschaftssystem währt, sich miteinander zusammenzuschließen. Das ist der einzige Weg, stärker zu werden. Die Mächte, die unsere Welt beherrschen, schenken nichts anderem Wert außer der Macht. Deshalb müssen wir in der einzigen Sprache mit ihnen reden, die sie verstehen: In der Sprache der Stärke. Das Erwachen der Völker und ihr Bewußtsein über das Wesen und die Funktion des Weltherrschaftssystems ist die größte Stütze für die Regierungen der sogenannten dritten Welt. Es ist die Quelle wahrer Stärke, um den herrschenden Mächten zu begegnen. Die Führer dieser Regierungen werden niemanden haben, der ihnen hilft, außer dem Willen, der Kraft und den Ideen ihres eigenen Volkes. Die Union, die wir den Ländern der sogenannten dritten Welt vorschlagen, verstehen wir nicht als einen Pakt zur Bekämpfung der Großmächte. Wir sehen darin vielmehr eine Möglichkeit der Selbstverteidigung und der Verhinderung der Beseitigung unserer legitimen Rechte. Die Großmächte sind ebenso die großen Vertreter der Verbreitung und Rechtfertigung von Verderben - moralisches, sexuelles und ideologisches Verderben. Die politischen, wirtschaftlichen und geheimdienstlichen Motive der Großmächte sind die eigentlichen Aufrechterhalter dieser moralischen Perversion. Es ist eine Tatsache, daß in unserer heutigen Welt, auch einschließlich der Nationen der Großmächte, moralische Werte verlorengegangen sind, das Fundament der Familie geschwächt worden ist, Alkoholismus und Drogenabhängigkeit ausuferten und Spiritualität und Moral unattraktiv geworden sind. Wir müssen eine gezielte Kampagne gegen das Verderben in unseren eigenen Ländern starten, die Grundlagen der Familie stärken und diese ursprüngliche Schule des Menschen zu einer Stätte des Mitgefühls, der Aufrichtigkeit, der Liebe und der Spiritualität machen, und dabei die Rechte und Werte der Frau schützen.

Was den letzten Punkt betrifft, so müssen wir alle Normen, die vom herrschenden System geschaffen worden sind, überdenken, um die Frauen von ihrer Erniedrigung zu 'Sexobjekten' zu befreien, die die westliche Kultur ihnen aufgezwungen hat. Frauen als Wissenschaftler, Politiker, Direktoren und Manager, Ehepartner und Mütter müssen begrüßt, ihre Ausbeutung als Objekte des Vergnügens, der Wollust und des Kommerzes aber abgelehnt werden. Dies wird helfen, die Würde und Persönlichkeit der Hälfte der Menschheit wieder herzustellen und die dauerhaften und heiligen Fundamente der Familie erneut zu errichten. Es gibt also einige Botschaften unserer Revolution, nicht nur für diejenigen, die sie gerne hören wollen, sondern auch für diejenigen, die sich dazu entschließen können, der Wahrheit zuzuhören und Fairness und Gerechtigkeit willkommen zu heißen.

Der Friede sei mit Ihnen!

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